Interview mit SF Lottes Trainer Maik Walpurgis
Aufstieg: Lottes Trainer Maik Walpurgis äußert sich aufgrund der Personalsituation zurückhaltend

Lotte -

Ob es in diesem Jahr mit dem Aufstieg klappt, da will sich Maik Walpurgis nicht genau äußern. Der Trainer der Sportfreunde Lotte steht in einem Interview Rede und Antwort und verweist auf die großen Personalprobleme des Regionalliga-Spitzenreiters.

Freitag, 20.01.2012, 00:51 Uhr

Die Sportfreunde Lotte sind Herbstmeister, haben eine überragende erste Serie gespielt und gehen als großer Favorit in die Rückrunde. Doch die Personalsituation ist Besorgnis erregend. Mit Torjäger Marcus Fischer und Keeper Bastian Görrissen fallen zwei der konstantesten Spieler der Hinrunde aus. Deshalb hält sich Trainer Maik Walpurgis bedeckt. Er stand dennoch Sportredakteur Alfred Stegemann Rede und Antwort.

Vor einer Woche im letzten Testspiel in Hamburg beklagten sie zwölf verletzte und kranke Spieler. Wie steht es derzeit um die Mannschaft?

Maik Walpurgis: Die Personalsituation hat sich entspannt. Gorschlüter, Rüther, Maier, Zinke und Assauer stehen wieder zur Verfügung. Von den gesperrten Spielern und Langzeitverletzten abgesehen, sind wir komplett.

Belastet die Affäre um die Rassismusvorwürfe die Mannschaft noch?

Walpurgis: Nein, überhaupt nicht. Für uns ist das kein Thema. Wir wissen, dass die Vorwürfen absurd sind und jeglicher Grundlage entbehren. Es belastet uns nicht.

Wie ist die Vorbereitung verlaufen? Bei wie viel Prozent sehen Sie die Mannschaft?

Walpurgis: Die Vorbereitung war ganz ordentlich. Wir befinden uns schon auf einem recht guten Niveau, sind aber natürlich noch nicht bei hundert Prozent. Die erlangen wir erst über Spielpraxis.

Vor Saisonstart lautete das Ziel, oben mitzuspielen. Nun gehen Sie als souveräner Herbstmeister in die Rückrunde. Das Ziel dürfte nun ein anderes sein. Spüren Sie mehr Druck?

Walpurgis: Auch hier muss ich sagen nein. Unser Ziel hat sich eigentlich nicht verändert. Ohnehin müssen wir erstmal abwarten, wie wir die Ausfälle kompensieren. Gegen Arminia Bielefeld und Eintracht Trier haben wir es nicht geschafft, die fehlenden Spieler zu ersetzen. Aufgrund der Personalsituation müssen neue Qualitäten entstehen. Wir müssen uns als Mannschaft weiterentwickeln. Schwer zu sagen, wie lange dieser Prozess dauert.

Vor zwei Jahren waren die Sportfreunde ebenfalls Wintermeister. In der Rückrunde lief es dann nicht mehr. Was ist damals schief gelaufen?

Walpurgis: Damals hatten wir Feierabend-Fußballer. Die Euphorie nach der Hinserie war groß. Der konnte die Mannschaft in der Rückrunde nicht mehr standhalten. Außerdem haben die Neuzugänge nicht das gehalten, was wir uns davon versprochen hatten. Die Mannschaft ist in der Rückrunde nicht stärker geworden.

Sie und einige Spieler haben geäußert, dass vor zwei Jahren Fehler gemacht worden sind. Unter anderem hätten die Winter-Neuzugänge Unruhe in die Mannschaft getragen. Nach Buchholz, Lenz, Assauer und einem noch zu verpflichtenden Stürmer sind es diesmal wiederum vier Neuzugänge. Kann es nicht zu ähnlichen Problemen kommen?

Walpurgis: Ich denke nicht. Wir haben ganz andere Spieler-Charaktere verpflichtet. Unsere aktuellen Neuzugänge bringen die Mannschaft ganz sicher menschlich und sportlich weiter.

Was unterscheidet den heutigen Kader von dem vor zwei Jahren?

Walpurgis: Wir haben ganz andere Rahmenbedingungen. Vor zwei Jahren gab es in Lotte Feierabend-Fußballer, heute können sich die Jungs ganz auf Fußball konzentrieren. Um Leistung zu bringen, brauchen die Spieler Auszeiten, müssen frei im Kopf sein. Morgens arbeiten, abends Training, am Wochenende auf hohem Niveau Fußball spielen, das war für einige zu viel.

Sie haben die Personalsituation angesprochen, dass der Saisonverlauf davon abhänge, ob die Ausfälle kompensiert werden können. Mit Bastian Görrissen und Marcus Fischer müssen zwei der konstantesten Spieler der Hinrunde für den Rest der Saison verletzungsbedingt zuschauen. Wie schwer wiegen diese Ausfälle?

Walpurgis: Viel schlimmer hätte es uns gar nicht treffen können. Ohne die beiden würden wir ganz sicher nicht auf Rang eins stehen. Bastian hat klasse gehalten, Marcus hat uns mit seinen Toren nach vorne geschossen. Die beiden zu ersetzen, ist fast nicht möglich.

Wer oder was wird in der Rückrunde der größte Gegner der Sportfreunde sein?

Walpurgis: Eintracht Trier, Borussia Mönchengladbach und Fortuna Köln, das sich erstklassig verstärkt hat, dürften die größten Konkurrenten sein. Für uns ist das entscheidende die Konstanz. Wir müssen in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen, dürfen nie nachlassen.

Trier hat das am Wochenende geplante Spiel in Wiedenbrück vorgezogen und nur Unentschieden gespielt. Sie können den Vorsprung auf fünf Punkte ausbauen. Welche Auswirkungen hätte das auf den weiteren Saisonverlauf?

Walpurgis: Gar keine. Fünf Punkte bedeuten in dieser starken Regionalliga nichts. Wir sind zwar Herbstmeister, aber auch das ist nicht aussagekräftig. Das bedeutet nur, dass wir eine gute Hinrunde gespielt haben. Die müssen wir aber erstmal in der Rückrunde bestätigen.

Wie sieht Ihre Zukunft aus? Sie sind nicht im Besitz des Fußballlehrerscheins, der aber für die 3. Liga nötig ist.

Walpurgis: Ich plane, ab Juni am Fußballlehrer-Lehrgang teilzunehmen. So oder so.

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