Regionalliga West
Sportfreunde Lotte verpassen Aufstieg in die 3. Liga

Lotte - Die Sportfreunde Lotte haben den Aufstieg in die Dritte Liga nicht geschafft. Sie gewann zwar ihr letztes Heimspiel gegen den SC Wiedenbrück mit 2:1. Da aber die Amateure von Borussia Dortmund zeitgleich bei Borussia Wuppertal mit 5:3 erfolgreich waren, musste die Walpurgis-Elf mit dem undankbaren zweiten Platz in der Endabrechnung der Regionalliga West vorlieb nehmen.

Sonntag, 20.05.2012, 14:30 Uhr

Regionalliga West : Sportfreunde Lotte verpassen Aufstieg in die 3. Liga
Jubel bei den Spielern des SF Lotte. Foto: Mrugalla

In der ersten Halbzeit taten sich die Sportfreunde vor 2800 Zuschauern schwer. Wiedenbrück machte die Räume eng und ließen den Gastgebern kaum Möglichkeiten. Die Zuschauer erlebten engagierte Sportfreunde, die das Spiel deutlich bestimmten. aber: Es gab keine wirklich zwingenden Chancen. Der scheidende Wiedenbrücker Coach Thomas Stratos hatte sein Team gut eingestellt.  Die weitgehend sicher stehende Abwehr ließ die Lotter Angriffsbemühungen immer wieder ins Leere laufen.

Viele Zuschauer hatten den Wuppertal-Liveticker eingeschaltet. Im Stadion gab es per Durchsage keine Informationen über das Spiel der Dortmunder. Die erste Kunde aus Wuppertal  verhieß nichts  Mario Vrancic hatte den Tabellenführer in den neunten Minute in Führung gebracht.  Terence Boyd erhöhte sieben Minuten später auf 2:0. Der BVB hatte die weichen früh auf Aufstieg gestellt.In Lotte dagegen sah es nicht so aus, als wüssten die Spieler, was auf dem Spiel stand. Umständlich wurden die Angriffe vorgetragen. Die Wiedenbrücker Abwehr hatte kaum Probleme. Und wenn es mal gelang, einen Ball über die Flügel zu spielen, war die Flanke eine sichere Beute für SC-Torwart Marcel Hölscher . Der erste kleinere Torjubel auf der Haupttribüne galt Borussia Wuppertal. Die Gastgeber verkürzten durch Daniel Flottmann in der 34. Minute auf 1:2. Dennoch: Der BVB ließ nichts anbrennen und erzielte nach einer schönen Kombination die 3:1-Pausenführung in der 41. Minute durch Jonas Hofmann.

In der Halbzeit hat Trainer Maik Walpurgis offenbar die richtigen Worte gefunden. Seine Mannschaft agiert aggressiver, stört früh. Wiedenbrück kann sich kaum entfalten. Nach einer schönen Kombination trifft Dalibor Gataric in der 49. Minute den Pfosten. Derweil macht es Wuppertals  Marco Quotschalla besser: Er verkürzt auf 2:3. Gibt es neue Hoffnung?

Der Druck der Sportfreunde hält an: in der 51. Minute scheitert Simon Engelmann freistehend an SC-Torsteher Marcel Hölscher.Im Gegenzug verzieht Linksaußen Kwasi Boachie knapp. Überhaupt: Die Sportfreunde spielen etwas offener. Die neue Zuordnung braucht ihre Momente. In der 54. Minute sind sich Andre Wiwerink und Sebastian Zinke nicht einig. Boachie kommt an den Ball. Seinen Schuss klärt David Buchholz im Sportfreunde-Kasten zur Ecke. In der 56. Minute erläuft sich Robert Mainka einen langen Paß. Der SC-Stürmer ist schneller als zwei Gegenspieler und überlupft den Torsteher der Sportfreunde -- die Gäste führen 1:0.  Aufstieg endgültig ade.

Trainere Maik Walpurgis wechselt. Er bringt Marc Lorenz für Benjamin Wingerter (56.). Die nächste Nachricht aus Wuppertal ist nicht gut: Jonas Hofmann erzielt seinen zweiten Treffer. Der BVB führt 4:2. Dann fliegt Robert Fleßers wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz. Gastgeber Wuppertal muss in den letzten 32 Minuten in Unterzahl spielen.

Walpurgis schickt in der 63. Minute Guglielmo Maddente aufs Feld. Für ihn muss Tim Gorschlüter weichen.  Wieder wird ein Tor aus Wuppertal gemeldet: Christian Knappmann nutzt für Wuppertal einen Foulelfmeter. Neuer Spielstand: 3:4.

Auch die Sportfreunde machen weiter Druck. Ein langer Einwurf von Lorenz landet auf dem Fuß von Engelmann. Gäste-Torwart Hölscher hält. Die nachfolgende Ecke tritt Marc Lorenz - erneut eine gute Schussposition für Engelmann. Hölscher wehrt ab - wieder Ecke. Wieder ist Marc Lorenz zuständig - sein Ball findet den völlig frei stehenden Michael Hohnstedt. Er köpft aus vier Metern zum  Ausgleich in die Maschen.(68.)

Die  Sportfrreunde wollen den Sieg. Walpurgis steht gestenreich vor seiner Bank und ruft den Spielern immer wieder zu, wer welchen weg zustellen soll. Wiedenbrück hat Schwierigkeiten, den Ball aus der eigenen Hälfte zu spielen. Überall stehen die Gastgeber, machen alle Räume eng. So häufen sich die Chancen. Vielfach fehlt die letzte Konsequenz. Der Druck lastet offenbar auch auf den Spielern.

In der 72, Minute wird Dalibor Gataric an der Strafraumkante gefoult - klar vor der Linie. Den fälligen Freistoß tritt Hohnstedt. Der scharf geschossene Ball flegt an Mann und Maus vorbei - direkt auf Torwart Hölscher. Den weiten Abpraller flankt Lorenz in den Strafraum der Gäste. Abwehrchef Marcel Leeneman klärt in höchster Not zur Ecke, die bringt nichts ein.

In der 77. Minute  setzt sich der agile Aleksandar Kotuljac gegen zwei Gegenspieler durch. Und legt auf Maddente ab. Dessen Flanke köpft Kotuljac an den Pfosten - den Abpraller hämmert der Goalgetter dann zur 2:1-Führung  in die Maschen.

Aus Wuppertal werden einige hochkarätige Chancen für die Gastgeber gemeldet. Maciej Zieba (81.)  und der eingewechselte Benjamin Baltes scheitern (83).Noch führt der BVB mit einem Tor.

In der 87. Minute scheitert Maddente am glänzend aufgelegten Gäste-Torsteher. Zuvor hatte sich Kotuljac gegen zwei Gegenspieler durchgesetzt und das Leder zu Maddente durchgesteckt.

Als die Spielzeituhr im Stadion auf 90 Minuten umspringt, pfeift Schiedsrichter Norbert Grudzinski ab.

Es ist 15.45 Uhr. Keiner der 2800 Zuschauer verlässt den Platz. Stadionsprecher Alfons Manikowski meldet sich das erste Mal zum Spiel in Wuppertal. Zwei Minuten dauere die Partie dort noch, verkündet er. Der BVB führt 4:3.

Die Sportfreunde bilden in Höhe des Mittelkreises einen Mannschaftskreis.  Gelingt den Gastgebern noch der Ausgleich? Es ist wie zu Beginn des Fernduells: Man kann nichts machen, nur Daumendrücken für Wuppertal…

15.48 Uhr sagt der Stadionsprecher, in Wuppertal habe die Nachspielzeit begonnen.  Dann kommt die Nachricht - ein weiteres Tor ist gefallen, für die falsche Mannschaft. Mario  Vrancic hat mit seinem zweiten Tor den Aufstieg für den BVB unter Dach und Fach gebracht. Der  BVB führt 5:3 - und steigt auf.

Die Spieler der Sportfreunde liegen auf dem Platz. Enttäuscht. Stadionsprecher Alfons Manikowski dankt der Mannschaft für eine tolle Saison, gekrönt mit dem zweiten Platz -- ein super Ergebnis. Die Zuschauer feiern ihre Elf. Langanhaltender Applaus. Müde drehen einige Spieler eine Ehrenrunde. Danken so für die Unterstützung während einer langen Saison. Viele wissen, der Aufstieg wäre möglich gewesen, nicht heute im Spiel gegen Wiedenbrück.  

Lotte: Bucholz - Wiwerink, Gataric, Gorschlüter (63. Maddente), Wingerter (56. Lorenz) ,  Hohnstedt, Loose (32. Liesenfeld), Grieneisen,  Engelmann, Zinke, Kotuljac

Wiedenbrück: Hölscher - John (81. Halstenberg), Strickmann, Jansen, Krause,(76 Jurado Garcia) Rogowski, Boachie, Leeneman, Mainka, Höveler, Tietz (46. Kickermann)

Zuschauer: 2800  

Schiedsrichter: Grudzinski (Hamburg)

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