Fußball: 3. Liga
VfL Osnabrück sagt nach 1:2 gegen Fortuna Köln Adieu zum Aufstiegskampf

Osnabrück -

Der VfL Osnabrück hat mit dem 1:2 gegen Fortuna Köln drei Spieltage vor Saisonende die Hoffnungen im Aufstiegskampf so gut wie zerstört. Während die Gäste den Klassenerhalt mit lauter Musik in der Kabine feierten, war bei den Lila-Weißen der Frust groß.

Sonntag, 07.05.2017, 00:05 Uhr

Mit der Einwechslung von Addy Menga (rechts) kam etwas mehr Schwung ins Angriffsspiel des VfL, eine Wende konnte er der Partie aber auch nicht mehr geben.
Mit der Einwechslung von Addy Menga (rechts) kam etwas mehr Schwung ins Angriffsspiel des VfL, eine Wende konnte er der Partie aber auch nicht mehr geben. Foto: Tobias Mönninghoff

Es hatte etwas von einem Déjà-vu. Vor einem Jahr hätte der VfL Osnabrück am letzten Spieltag durch einen Heimsieg gegen den Mittelfeld-Club Fortuna Köln auf den vierten Platz der 3. Liga springen können, der zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt hätte. Doch Lila-Weiß verlor mit 1:3. Am Samstag hätten die Lila-Weißen am drittletzten Spieltag der Saison durch einen Erfolg gegen den Club aus der Rhein-Metropole den Kampf um Relegationsplatz drei offen halten können. Doch auch diesmal gingen die Osnabrücker leer aus. Vor 7770 enttäuschten Fans kassierten sie eine 1:2-Schlappe und dürfen sich damit wohl vom Aufstiegstraum verabschieden.

Es war die wohl schwächste Saisonleistung überhaupt. Schon vor einer Woche war der VfL im Derby bei den Sportfreunden Lotte in der ersten Halbzeit vieles schuldig geblieben, um nach dem Seitenwechsel zurückzuschlagen. Gegen Fortuna Köln aber blieben die Hausherren 90 Minuten harmlos und kamen nie für einen Sieg in Frage. Zwar verkürzte Kwasi Okyere Wriedt in der Nachspielzeit durch einen geschenkten Strafstoß auf 1:2, bis dahin aber waren die Fortunen einem dritten Tor deutlich näher als die Gastgeber dem Anschlusstreffer.

„Der Frust ist gerade sehr groß, weil wir uns viel vorgenommen, aber am Ende davon viel zu wenig umgesetzt haben“, erklärte der beste Osnabrücker, Torhüter Marius Gersbeck . „Wir sind nie richtig ins Spiel gekommen und haben insgesamt einfach zu schlecht gespielt.“ In die gleiche Kerbe schlug Trainer Joe Enochs: „Nach dem 0:1 hatten wir keine Chance mehr. Wir waren nicht in der Lage, vorne Bälle zu halten. Wir waren nicht in der Lage, einfache Abspiele hinzubekommen. Mit so einer katastrophalen Leistung machen wir unsere gesamte gute Saison kaputt. Ich kann nachvollziehen, dass die Zuschauer enttäuscht sind und pfeifen.“

Fehler im Aufbau- und Umschaltspiel, zahlreiche Fehlpässe und eine extrem schwache Zweikampfquote ließen den VfL nie seine Linie finden. Zudem sorgte der frühe Wechsel von Nazim Sangaré, der schon nach wenigen Minuten wegen einer Schwalbe verwarnt wurde und nach einem weiteren Foul gelb-rot gefährdet war, für eine neue taktische Marschroute.

Froh durften die Hausherren sein, dass sie nicht schon nach elf Minuten hinten lagen. Nach einem derben Patzer von Ahmet Arlsan tauchte Hamdi Dahmani frei vor Gersbeck auf. Den überlupfte der Fortune, verfehlte das Osnabrücker Tor aber auch knapp. In der 24. Minute machte er es besser.

Der starke Oliveira Souza ließ sich auf der linken Angriffsseite von Konstantin Engel nicht stoppen. Seinen Schuss wehrte der VfL-Keeper noch ab, dann stand Dahmani goldrichtig und schob aus spitzem Winkel ein.

Diesen Vorsprung verwalteten die Gäste nicht nur, sie versuchten ihn auszubauen. Der VfL bot kaum Gegenwehr. Den ersten wirklich guten Angriff liefen die Hausherren in der 50. Minute über den eingewechselten Addy Menga. Dessen Vorlage drosch Marc Heider aber über den Kasten. Das war es auch schon wieder mit der Herrlichkeit des VfL. Als Bone Uaferro nach einer Stunde sträflich frei stand und eine Ecke per Kopf zum 2:0 verwertete, bahnte sich Schlimmes an. Der VfL hatte zwar insgesamt mehr Ballbesitz, sorgte aber für keinerlei Gefahr. Anders Fortuna Köln. Mit ein wenig mehr Entschlossenheit hätte Christopher Theisen gar auf 3:0 erhöhen können, Marcel Appiah klärte aber noch auf der Linie.

Vom verwandelten Elfmeter Wriedts (Foul an Tobias Willers) in der Nachspielzeit abgesehen, entwickelten die Lila-Weißen keinerlei Ideen, und schlidderten so der verdienten Niederlage entgegen, die wohl das endgültige „Aus“ im Aufstiegskampf bedeuten dürfte. In dieser Verfassung hätte der VfL allerdings auch eine Liga höher nichts zu suchen.

VfL Osnabrück: Gersbeck - Engel, Appiah, Willers, Dercho - Sangare (26. St. Tigges), Arslan, Groß, Renneke (46. Menga) - Heider (67. Hohnstedt), Wriedt.

Fortuna Köln: Poggenborg - Flottmann (53. Rahn), Uaferro, Mimbala, Kwa,me - Pazurek, Schröder - Bender, Theisen (75. Alibaz), Olivera Souza (61. Kessel)- Dahmani.

Tore: 0:1 Dahmani (24), 0:2 Uaferro (60.). - Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart). - Gelbe Karten: Sangare, Dercho, Groß, Willers, Engel (5.) - Mimbala, Flottmann. - Zuschauer: 7770.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4818810?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35350%2F
Nachrichten-Ticker