Fußball: 3. Liga
Nach dem Abstieg der Sportfreunde Lotte folgt nun die Analyse

Lotte -

Wie geht es weiter bei den Sportfreunden Lotte nach dem Abstieg in die Regionalliga? Das ist die große Frage. Am Montagabend treffen sich die Entscheidungsträger. Fest steht, es wird weitergehen. Vorsitzender Ulrich Saatkamp verspricht eine schlagkräftige Truppe für die Regionalliga.

Sonntag, 19.05.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 17:37 Uhr
Die Enttäuschung war groß, die Spieler verabschiedeten sich dennoch von den Fans und nach dreijähriger Zugehörigkeit auch aus der 3. Liga.
Die Enttäuschung war groß, die Spieler verabschiedeten sich dennoch von den Fans und nach dreijähriger Zugehörigkeit auch aus der 3. Liga. Foto: Frank Diederich

Eine Überraschung war es nicht mehr, der Frust war dennoch groß. Und es flossen Tränen. Seit Samstagnachmittag ist der Abstieg der Sportfreunde Lotte in die Regionalliga endgültig besiegelt – nach dreijähriger Zugehörigkeit zur 3. Liga. Es ist der erste Abstieg der Sportfreunde seit 1972. Leere Gesichter waren im Frimo-Stadion auszumachen, wohin man sah. Das Ergebnis der Partie gegen die Würzburger Kickers, das Lotte nach einer 1:0-Führung durch Jaroslaw Lindner mit 1:2 verloren hatte, spielte keine Rolle mehr. Die Konkurrenz aus Jena und Großaspach hatte gewonnen. So hätte es die Sportfreunde auch bei einem eigenen Sieg erwischt.

„Es ist schwer in Worte zu fassen“, meinte Kapitän Adam Straith, der mit den Tränen kämpfte. „Diese Saison hat sehr viel Kraft gekostet. Schon die letzte Saison war es so. Alle haben Fehler gemacht. Wir haben es in den letzten zehn Spielen, als es um alles ging, nicht geschafft, das Ruder herumzureißen. Wenn man das nicht schafft, ist man wohl einfach nicht gut genug. Ich kann nur hoffen dass jetzt endlich mehr Stabilität in diesen Verein kommt. Und ich hoffe, dass der Verein aus dieser Saison lernt.“ Zu seiner eigenen Zukunft wollte der Kapitän nichts sagen.

SF Lottes Abstieg aus der 3. Liga

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  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
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  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla
  • Nach der 1:2-Niederlage am Samstag gegen die Würzburger Kickers stand der Abstieg der Sportfreunde Lotte fest. Foto: Frank Diederich, Manfred Mrugalla

Auf den Punkt brachte es Tim Wendel. „Wie es mir geht? Einfach nur besch...“, äußerte der Mittelfeldspieler, der nach langer Verletzungspause in der Schlussphase eingewechselt wurde. „Wir sind ja nicht heute abgestiegen. Was in den vergangenen Wochen und Monaten abgelaufen ist, darf einfach nicht sein. Wir hatten doch alles in eigener Hand, haben die Chance aber leichtfertig vergeben. Unfassbar. Jetzt herrscht absolute Leere im Kopf.“ Auch Wendel lässt seine sportliche Zukunft offen.

Bei Trainer Ismail Atalan sieht es dagegen nach einem Bleiben aus. Der Sportliche Leiter Manfred Wilke geht davon aus, dass Chefcoach, Co-Trainer Joe Laumann und Teammanager Tim Gorschlüter auch in der kommenden Saison für die Sportfreunde arbeiten. Vor dem Anpfiff am Samstag hatte Atalan noch Optimismus versprüht. Gut 45 Minuten vor dem Anstoß wandelte er allein und in Gedanken versunken über den Platz. „Ich habe an die vielen Erfolge gedacht, die wir hier schon gefeiert haben und habe nach den richtigen Worten gesucht, die ich der Mannschaft für das Spiel mit auf den Weg geben kann“, sollte er später sagen. Das hat er in Ansätzen geschafft. Seine Mannschaft zeigte gegen Würzburg die beste Leistung der vergangenen Wochen und lag zur Halbzeit verdient durch einen Treffer von Jaroslaw Linder in Führung. Auch der Ausgleich kurz nach der Pause durch Fabio Kaumann brachte die Sportfreunde, die in Sondertrikots zum 90-jährigen Vereinsbestehen aufgelaufen waren, nicht aus dem Konzept. Trotz des Wissens um die Spielstände auf den anderen Plätzen versuchte die Mannschaft alles, sich mit einem Sieg aus der Liga zu verabschieden. Sie erspielten sich Chancen wie lange nicht, nutzten allerdings keine. Als Lotte in der Schlussphase alles nach vorne warf, nutzte Würzburg einen Konter durch Patrick Breitkreuz zum 2:1-Sieg.

„Das gehört zu meinen schlimmsten Momenten bisher“, meinte Lars Dietz. Seine Leihe läuft aus, er kehrt zu Union Berlin zurück. „Wir hatten nach der letzten Zeit den Klassenerhalt leider auch nicht mehr verdient. Dennoch verlasse ich, abgesehen vom sportlichen Abschneiden, Lotte mit einem guten Gefühl.“

Nicht ganz aus der Verantwortung nehmen will sich Trainer Ismail Atalan: „Ich fühle mich nicht haupt-, aber mitverantwortlich. In den 38 Spielen ist einfach zu viel falsch gelaufen, um die Klasse zu halten. Zuletzt konnten wir das Ruder nicht mehr herumreißen.“ Aber er gibt sich kämpferisch und machte den Fans Mut: „In Lotte lässt sich einiges bewegen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es hier weitergehen wird.“

Acht Punkte Vorsprung hatte Lotte noch im März, zwölf Spieltage vor Saisonende, auf die gefährdete Zone. Das untermauert, wie überflüssig der Abstieg war. Eine eklatante Heimschwäche und nicht vorhandene Durchschlagskraft in der Offensive ließen diesen schrumpfen, bis die Sportfreunde am vorletzten Spieltag auf einen Abstiegsrang rutschen und den nicht mehr verlassen konnten. Nun ist Fehleranalyse angesagt. Alles muss auf den Tisch, jeder Stein muss umgedreht werden. Denn klar ist, dass im vergangenen halben Jahr einiges schief gelaufen ist – auf und neben dem Platz. Am Montagabend setzen sich die Verantwortlichen zusammen.

SF Lotte: Kroll - Langlitz, Dietz, Straith, Al-Hazaimeh - Oesterhelweg (72. Wegkamp), Schulze (72. Wendel), Hofmann - Lindner, Jovic (46. Chato), Drinkuth.

Würzburger Kickers: Verstappen - Göbel, Hägele, Schuppan, Kurzweg - Gnaase (60. Hansen), Sontheimer, Bachmann (56. Skarlatidis) - Kaufmann, Baumann (78. Breitkreuz), Ademi.

Tore: 1:0 Lindner (29.), 1:1 Kaufmann (50.), 1:2 Breitkreuz (87.). - Schiedsrichter : Jonas Weickenmeier (Frankfurt). - Gelbe Karten: Dietz, Lindner - Gnaase. - Zuschauer : 1633 (72 aus Würzburg).

Drei Fragen an Ulrich Saatkamp, Vorsitzender der Sportfreunde Lotte.

Ihm stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Wie geht es Ihnen Herr Saatkamp.

Ulrich Saatkamp: Das ist der schwärzeste Tag, den ich bei den Sportfreunden erlebt habe.

Hatten Sie denn noch an den Klassenerhalt geglaubt?

Saatkamp: Eine theoretische Chance war ja da. Also habe ich gehofft. Wir haben wunderbare Zeiten erlebt, und der Abstieg war vermeidbar. Deshalb ist es so bitter.

Wie geht es weiter?

Saatkamp: Es wird weitergehen. Am Montag setzen wir uns zusammen. Da kommt alles auf den Tisch. Sagen kann ich, dass wir auch in der Regionalliga eine schlagkräftige Truppe haben werden.

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