Fußball: 2. Bundesliga
Trainer Thioune will mutigen VfL Osnabrück gegen VfB Stuttgart sehen

Osnabrück -

VfL Osnabrück gegen den VfB Stuttgart, eine Partie, die es überhaupt erst zwei Mal gegeben hat, im DFB-Pokal Anfang der 1980iger Jahre. Am Samstag stehen sich die beiden erstmals in einem Punktspiel vor ausverkauften Haus an der Bremer Brücke gegenüber.

Freitag, 08.11.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 19:27 Uhr
Joost van Aken hat nicht nur sprachliche Fortschritte gemacht, beim VfL Osnabrück ist er auch eine feste Größe in der Innenverteidigung.
Joost van Aken hat nicht nur sprachliche Fortschritte gemacht, beim VfL Osnabrück ist er auch eine feste Größe in der Innenverteidigung. Foto: Tobias Mönninghoff

Viel wusste Joost van Aken nicht über die 2. Bundesliga in Deutschland, als er Mitte August vom englischen Zweitligisten Sheffield Wednesday an den VfL Osnabrück ausgeliehen wurde. Aber „den HSV und Stuttgart – die Namen kannte ich aus der Bundesliga“, sagt der Niederländer. Am Samstag (13 Uhr, Bremer Brücke) empfängt der VfL mit dem VfB einen der gefühlten Erstligisten. Für Innenverteidiger Van Aken ist das noch lange kein Grund, in Ehrfurcht zu erstarren. „Natürlich hat Stuttgart Qualität“, sagt Van Aken, „aber die haben wir auch“. Sein niederländischer Akzent ist nicht zu überhören, aber seine Sprache der Wahl ist trotzdem: Deutsch.

„Links, rechts, drehen, Hintermann“, das waren die ersten Begriffe, die er schon kurz nach seinem Wechsel drauf hatte. Sie reichten, um sich auf dem Platz zu verständigen, aber Van Aken wollte mehr. „Wenn du mal abends mit den Kollegen in der Stadt essen gehst, dann lernst du auch schnell“, sagt er. Sven Köhler und Bryan Henning erwiesen sich als ausgewiesene Deutschlehrer. Nicht alle Worte, die er gelernt habe, seien druckreif, aber inzwischen reicht das Vokabular für selbstbewusste Kampfansagen: „Natürlich wird der VfB mehr Ballbesitz haben, aber wir werden uns nicht nur hinten reinstellen und warten, was der Gegner macht.“

Van Akens sprachliche Fortschritte sind für VfL-Trainer Daniel Thioune ein Zeichen dafür, wie „offen und entwicklungsfähig“ der Niederländer grundsätzlich ist. Der stieß erst nach der Vorbereitung und den ersten drei Pflichtspielen zum Team, und „musste ja sofort funktionieren“, weiß Thioune um die potenziellen Fallstricke bei der Eingewöhnung. Der sportliche Einstand des Innenverteidigers sei aber „absolut zufriedenstellend“ verlaufen. Van Aken ist seit zehn Spielen ein fester Bestandteil der Startelf. Beim 3:0 gegen Karlsruhe traf der 1,93-Meter-Mann per Kopf. „Ich bin zufrieden, dass ich so viel gespielt habe, aber ich habe auch immer das Gefühl, dass es noch besser geht. Das muss auch so sein“, findet er: „Wenn du zufrieden bist, wie du spielst, dann läuft irgendwas falsch.“

Die 2. Bundesliga hat er schnell kennengelernt. „Die Dynamik im Spiel ist sehr hoch. Es ist nicht so einfach mit dem Ball. Jeder Gegner macht viel Druck“, sagt Van Aken. Die große Ausgeglichenheit der Liga ist auch ein Unterschied zu den Niederlanden. „Du kannst hier nicht so einfach sagen, dass der Erste gegen den Letzten gewinnt.“ Weshalb auch das Stuttgart-Spiel nicht von vornherein verloren ist. Ist auch ein VfL-Sieg drin? „Natürlich“, sagt Van Aken.

Dabei sind die Lila-Weißen nicht blauäugig. „Der VfB geht in jede Partie als Favorit und nimmt keine Rücksicht auf den Gegner“, sagt Thioune und findet: „Das ist gut.“ Mutig und frech soll sein Team auftreten, „egal, was der Gegner macht“. Der Fokus ist nicht zu sehr auf den VfB gerichtet. „Ich könnte meinen Jungs alle Bundesligatore von Mario Gomez zeigen. Das sind mehr als 250, aber das brauche ich nicht. Unsere Jungs wissen, was auf sie zukommt“, sagt Thioune.

„Ich habe schon einmal gegen Gomez gespielt“, erinnert sich Van Aken an ein Testspiel mit dem SC Heerenveen gegen den VfL Wolfsburg im Januar 2017. Gomez traf für die Wölfe, aber Van Akens Team ging als Sieger vom Feld. „Wenn das am Samstag wieder so endet, bin ich zufrieden.“

Die zweite Halbzeit beim 3:3 in Regensburg hat dem VfL Auftrieb gegeben. Dass die lila-weiße Defensive seitdem nicht mehr die beste der Liga ist, ist für den Abwehrspieler zu verschmerzen. „Es ist nicht das Wichtigste, dass wir wenig Gegentore bekommen, sondern dass wir möglichst viele Punkte holen. Das ist natürlich einfacher, wenn man wenig Tore bekommt. Wenn du zu Null spielst, hast du einen Punkt sicher“, sagt Van Aken, „aber wir wollen mehr“ – auch gegen den VfB Stuttgart .

So könnten sie spielen:

VfL Osnabrück: Kühn - Gugganig, Heyer, van Aken - Ajdini, Wolze - Blacha, Taffertshofer, Ouahim - Heider, Alvarez.

VfB Stuttgart: Kobel - P. Stenzel, Badstuber, Kempf, Castro - Karazor - Mangala, Ascacibar - Klement, P. Förster - Gonzalez

Anstoß : Samstag, 13 Uhr, Bremer Brücke

Schiedsrichter: Nicolas Winter (27, Düsseldorf)

Nächstes VfL-Spiel: Freitag, 22. November 18.30 Uhr, beim VfL Bochum.

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