U-13-Hallenfußballturnier des SC Preußen Lengerich
Hallenturnier Preußen Lengerich: Auf der Spur von Youssoufa Moukoko

Lengerich -

Kennen Sie Youssoufa Moukoko? Oder vielleicht Daniel Bunk? Zugegebenermaßen werden wohl nur richtige Fußball-Nerds mit diesen Namen etwas anfangen können. Dennoch: Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass beide in naher Zukunft solch einen Bekanntheitsgrad erhalten, dass sie auch dem normalen Fan bald geläufig sein dürften.

Freitag, 10.01.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 17:24 Uhr
Beim Lengericher Hallenturnier zeichnete der ehemalige Osnabrücker VfL-Angreifer Thomas Reichenberger 2015 den Kameruner Youssoufa Moukoko als besten Torschützen und Malte Eversmann vom VfL Osnabrück als besten Torhüter aus. Moukoko (kl. Foto) spielt derzeit als 15-Jähriger schon in der U 19 des BVB
Beim Lengericher Hallenturnier zeichnete der ehemalige Osnabrücker VfL-Angreifer Thomas Reichenberger 2015 den Kameruner Youssoufa Moukoko als besten Torschützen und Malte Eversmann vom VfL Osnabrück als besten Torhüter aus. Moukoko spielt derzeit als 15-Jähriger schon in der U 19 des BVB Foto: Walter Wahlbrink

Aus Lengericher Betrachtungsweise ist interessant, dass die zwei aufstrebenden Talente auch schon beim Nachwuchsturnier des SC Preußen Duftmarken gesetzt haben. Natürlich verfolgt Ulli Börger die Entwicklung dieser beiden Jungs. Er macht das in erster Linie aus rein fußballbezogenem Interesse. Gleichwohl ist er auch ein bisschen stolz darauf, dass solche Rohdiamanten des deutschen Fußballs schon beim Turnier um den W&H- oder den Kitzmann-Cup mitgemischt haben. „Das zeigt doch, dass wir hier richtig was zu bieten haben. Wer weiß, vielleicht sehen wir ja an diesem Wochenende wieder den einen oder anderen künftigen Nationalspieler“, sagt der Cheforganisator der Lengericher Hallenfußballturniere.

Schon gestern Abend begann die Serie mit dem Qualifikationsturnier (die Veranstaltung war bei Andruck dieser Zeitungsausgabe noch nicht beendet), heute geht es mit dem W&H-Cup für U13-Mannschaften um 10.30 Uhr weiter, und morgen folgt dann noch ab 8.30 Uhr der Kitzmann-Cup 2020 (s. Zeitplan).

Doch nun zur Auflösung der eingangs gestellten Frage. Yousoufa Moukoko hinterließ 2015 bei manch einem Besucher des Lengericher Budenzaubers einen bleibenden Eindruck; allein deshalb, weil er als damals Zehnjähriger die überwiegend drei Jahre älteren Kontrahenten geradezu schwindelig gespielt hatte. Am Ende wurde er vom ehemaligen Osnabrücker Torjäger und Publikumsliebling Thomas Reichenberger sogar mit der Torjägerkanone ausgezeichnet.

Auch wenn es nicht geklappt hatte, seinen FC St. Pauli zum Turniersieg zu ballern, reichte es aber dazu, sich bei der anwesenden Konkurrenz nachhaltig ins Gespräch zu bringen. Belegt ist es nicht, aber schon vor fünf Jahren war dem Tribünengeflüster zu entnehmen, dass Borussia Dortmund den Deal mit dem in der kamerunischen Hauptstadt Yaoundé geborenen Vollblutstürmer noch in der Lengericher Dreifachhalle eingefädelt haben soll, womit die Weichen für einen späteren Wechsel zum BVB gestellt waren.

Moukoko heuerte schließlich am 1. Juli 2016 beim BVB an, wo er eine geradezu überragende Entwicklung nimmt. Inzwischen ist der Angreifer 15 Jahre alt, weshalb er eigentlich noch bis zum Ende der kommenden Saison für Dortmunds U 17 in der Bundesliga spielen könnte. Da er aber in dieser Altersklasse in zwei Spielzeiten unfassbare 100 Tore erzielt hatte, wurde er schon vor der laufenden Saison als 14-Jähriger (!) in die U 19 des BVB befördert. Unlängst äußerte sich Sebastian Geppert, Trainer des zweitältesten Dortmunder Fußball-Nachwuchses, in einem Interview auf dem Internetportal des Deutschen Fußball-Bundes zu den Qualitäten Moukokos. Ob er dessen Entwicklung in dieser Form erwartet habe, wurde Geppert gefragt. „Um ehrlich zu sein: Ja. Ich kenne ihn inzwischen seit fast vier Jahren. Youssoufa bringt einfach eine brutale Qualität und außergewöhnliche Fähigkeiten mit. Da hat es jeder Gegenspieler schwer, auch wenn er vielleicht älter und erfahrener ist. Ich bin mir sicher, dass er weiter seine Tore schießen wird“, antwortete der Coach.

Zwei Jahre später, also 2017, wurde Daniel Bunk , Sohn von Leo Bunk (ehemaliger Zweitliga-Torschützenkönig von Blau-Weiß 90 Berlin und später Bundesliga-Profi beim VfB Stuttgart) als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Und wenn man sich mit der Lengericher Turniergeschichte näher beschäftigt, stößt man auch auf den Namen Leon Nübel. Der jüngere Bruder von Alexander Nübel, designierter Nachfolger von Manuel Neuer im Tor des FC Bayern, wurde 2017 als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet.

Die Generation Serge Gnabry, Kai Havertz und Co. steht längst noch nicht in voller Blüte. Aber die Nachfolger der aktuellen deutschen Hoffnungsträger scharren schon mit den Hufen. Ein bisschen kann man die Luft dieser großen, weiten Fußballwelt schon heute und morgen in Lengerich schnuppern.

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