Fußball: Regionalliga West
Ismail Atalan: „Wir mussten viel Geduld haben“

Duisburg -

Von einer „Supermannschaftsleistung“ sprach Erhan Yilmaz, Schütze des 3:0, nach dem Sieg der Sportfreunde Lotte beim Aufsteiger VfB Homberg. Zwar war nicht alles Gold was glänzte. Aber der Auftritt der Männer vom Autobahnkreuz lässt für die Zukunft hoffen.

Sonntag, 26.01.2020, 19:13 Uhr
Die Spieler der Sportfreunde Lotte bedanken sich nach dem Sieg im PCC-Stadion bei den mitgereisten Fans.
Die Spieler der Sportfreunde Lotte bedanken sich nach dem Sieg im PCC-Stadion bei den mitgereisten Fans. Foto: Frank Diederich

„Das wird kein Spaziergang“, hatte der Trainer der Sportfreunde Lotte , Ismail Atalan, vor der Fahrt nach Duisburg gewarnt. Das 3:0 (0:0) am Samstag beim VfB Homberg vor rund 400 Zuschauern widerlegt Atalans Aussage nicht. „Uns war klar, dass wir auf diesem Acker viel Geduld haben müssen“, sagte der SFL-Coach nach dem Spiel. Von einem Rasen im ansonsten schmucken PCC-Stadion am Rheindeich konnte man wirklich nicht sprechen. Doch nach 90 Minuten hatten sich die Sportfreunde auch in der Höhe verdient aus der Affäre gezogen und starteten damit mit einem wichtigen Erfolg in die Rest-Rückserie der Regionalliga.

Hombergs Trainer Stefan Janßen hätte sich gewünscht, in Führung zu gehen, um dann hinten Beton anzurühren und den Sportfreunden das Leben schwer zu machen. „Wir wollen den Schwung aus dem Sieg in Essen mit ins neue Jahr nehmen“, hatte Janßen vor dem Spiel noch geäußert. In den ersten Minuten der Partie wollte seine Truppe ihrem Trainer auch diesen Gefallen tun. Fast wäre in der zehnten Minute der Plan aufgegangen. VfB-Stürmer Cagatay Kader profitierte von einem fahrlässigen Ballverlust Lottes im Mittelfeld und stürmte beinahe unbehelligt auf das von Jhonny Peitzmeier gehütete Tor zu. Lottes Schlussmann aber war auf dem Posten.

Danach bestimmten immer mehr die Gäste das Spiel. Doch weder Kevin Freiberger, Timo Brauer, Jaroslaw Lindner noch Jules Reimerink, der erstmals wieder in der Startelf stand („Er hat seine Sache gut gemacht. Er war sofort drin im Spiel“, so Atalan), schafften es nicht, den Homberger Torwart Philipp Gutkowski zu überwinden. „Der hat uns das Spiel fast vermasselt“, lobte Atalan den VfB-Keeper später in der Pressekonferenz. So blieb es nach 45 Minuten beim 0:0.

Damit war unser zurecht gelegter Plan natürlich sofort hinfällig.

Homberg-Trainer Stefan Janßen

Die zweite Hälfte begann mit einem Knalleffekt. VfB-Trainer Janßen wollte auf mehr Ballsicherheit und Schnelligkeit setzen und brachte zwei neue Spieler. Aber schon bei der ersten Aktion sah Hombergs Metin Kücükarslan nach einem Foul die gelb-rote Karte. Die erste Karte hatte der Homberger schon nach drei Minuten bekommen, als er sich ein privates Gefecht mit dem anfangs leicht übermotivieren Tim Wendel geliefert hatte. „Damit war unser zurecht gelegter Plan natürlich sofort hinfällig“, gab Janßen zu.

Lotte hatte fortan mehr Platz und mit zunehmender Spieldauer schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann das erlösende Tor fallen würde. Das wäre aber beinahe auf der „falschen“ Seite gefallen. Nach einer Ecke von links setzte Mike Koenders (66.) das Leder an die Querlatte. Peitzmeier wäre machtlos gewesen. Kurz nach diesem Schreckmoment betätigte sich Youngster Gianluca Przondziono im Nachschuss nach einer Lindner-Chance als Türöffner und brachte die Gäste (69.) auf die Siegerstraße. „Dass ich das Tor mache, ist natürlich umso schöner. Da wir auf unserem Trainingsplatz ähnlich Bedingungen haben, war es nicht so schwer, hier zu spielen. Aber beide mussten darauf spielen“, so der strahlende Torschütze nach Abpfiff.

Jegor Jagupov traf zum 2:0-Zwischenstand.

Jegor Jagupov traf zum 2:0-Zwischenstand. Foto: Manfred Mrugalla

Scheiterte der kurz vorher eingewechselte Jegor Jagupov (72.) noch aus kurzer Distanz an Gutkowski, schloss der SFL-Angreifer einen Konter über Freiberger mustergültig zum 2:0 (77.) ab. Den Schlusspunkt setzte Erhan Yilmaz in der Nachspielzeit mit einem herrlichen Schuss in den Winkel. „Für mich persönlich ist das super. Ich war nach einer Verletzung zweieinhalb Monate raus“, konnte Yilmaz, der in der 87. Minute ins Spiel gekommen war, sein Glück kaum fassen. „Umso schöner, dass mich der Trainer hier noch gebracht hat. Das war heute eine Supermannschaftsleistung.“

Für mich persönlich ist das super.

Erhan Yilmaz setzte den 3:0-Schlusspunkt

„20 Minuten haben wir uns auf dem Platz sehr schwer getan, wobei Homberg das auch sehr gut gemacht hat. Aber wir haben die Geduld nicht verloren und haben, je länger das Spiel dauerte, mehr Zutrauen bekommen im Ballbesitz“, fand SFL-Trainer Atalan. Natürlich habe man auch etwas Glück gehabt in ein, zwei Szenen, gab Atalan zu. „Am Ende hatten wir 16 Torchancen.“ Und daher sei der Sieg auch verdient gewesen. „Wir haben unser Spiel im Vergleich zur Hinrunde verbessert. Wir wollen mehr Strukturen haben bei Ballbesitz und mehr Breite. Das hat man heute auch wieder gesehen.“ Hombergs Trainer erklärte: „Solche Spiele müssen aber mit viel, viel Glück laufen. Lotte hat dann folgerichtig die Tore erzielt und verdient gewonnen.“

Am kommenden Sonntag, 2. Februar, erwarten die Sportfreunde am Lotter Kreuz den 1. FC Köln II. Die Kölner hatten am Wochenende spielfrei.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7220108?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35350%2F
Nachrichten-Ticker