2. Bundesliga: Wie der VfL-Trainer seine Profis einschwört
Thioune wechselt in Pokal-Modus

Osnabrück -

Zweitligist VfL Osnabrück begrüßt am Samstag zum nächsten Brückentag der neunfachen Deutschen Meister 1. FC Nürnberg. Ziel sind nicht jur zwei Punkte, sondern auch das Spiel mal wieder mit elf Mann zu Ende zu spielen.

Freitag, 07.02.2020, 19:55 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 20:00 Uhr
Ulrich Taffertshofer (Mitte) und der VfL Osnabrück erwarten den 1. FC Nürnberg zum nächsten Brückentag.
Ulrich Taffertshofer (Mitte) und der VfL Osnabrück erwarten den 1. FC Nürnberg zum nächsten Brückentag. Foto: Tobias Mönninghoff

Endlich wieder ein VfL-Sieg? Steht Benjamin Girth erneut in der Startelf? Oder vielleicht Neuzugang Assan Ceesay? Wer steht im Tor? Viele Fragen, die sich vor dem nächsten Top-Spiel des VfL Osnabrück gegen den 1. FC Nürnberg an diesem Samstag (13 Uhr) stellen.

Die Bremer Brücke wird vielleicht nicht ganz ausverkauft sein, am Freitagabend waren noch rund 700 Karten für die Westtribüne erhältlich. Doch nicht nur VfL-Coach Daniel Thioune geht davon aus, dass sich im Stadion eine ähnliche Hexenkessel-Qualität entfaltet wie in den Heimspielen gegen den VfB Stuttgart und den Hamburger SV. Für Thioune ist klar: „Für mich gehört Nürnberg immer noch zu den Teams, die etwas über dieser Liga schweben. Sie performen im Moment halt nicht so gut.“ Die Franken hätten eine vorzügliche individuelle Qualität im Kader, die in der Winterpause noch mit dem Griechen Konstantinos Mavropanos und dem Deutschen Philip Heise erhöht worden sei. Ein Club wie Nürnberg könne es sich leisten, solche Spieler vom FC Arsenal aus London oder Norwich City auszuleihen.

Doch Thioune ist weit davon entfernt, in den Jammer-Modus zu schalten. Im Gegenteil: In dieser Woche sei doch DFB-Pokal gewesen, „also nehmen wir die dritte Runde auf und gehen das Spiel gegen Nürnberg entsprechend an“. Erstes Ziel: Nach Runde eins gegen Stuttgart (1:0), Runde zwei gegen den HSV (2:1) nun der nächste Sieg für den Einzug in Runde vier. Zweites Ziel: „Wir müssen in der Lage sein, über 90 Minuten mit elf Spielern auf dem Platz zu bleiben.“ Also: Der Trainer wünscht sich nach den Partien in Heidenheim, gegen Sandhausen und in Darmstadt nicht schon wieder einen Platzverweis gegen einen seiner Profis.

Kommen wir zu den weiteren wichtigen Fragen. Wer Mittelstürmer Girth gegenwärtig in der Öffentlichkeit beobachtet, erlebt einen gelösten Fußballer. Sein erstes Zweitliga-Tor für den VfL in Darmstadt am vergangenen Sonntag hat sicherlich dazu beigetragen. „Das ist schon sehr wichtig für den Kopf.“ Dabei denke er weniger darüber nach, wie die Öffentlichkeit möglicherweise zuletzt über seine Zweitliga-Tauglichkeit geurteilt habe. „Wichtig ist, was der Trainer und die Kollegen denken.“ Ein Spielertyp wie er sei nun mal in 90 Minuten nicht so oft zu sehen. Mit seiner Laufleistung in Darmstadt habe er jedoch gezeigt, dass die Verteidigung schon am gegnerischen Strafraum beginne. Gut möglich, dass Girth erneut seine Chance bekommt – und Neuling Ceesay im Angriff die Jokerrolle zufällt.

Wer den VfL-Trainer im Verlauf der Saison kennengelernt hat, sollte aber immer auch auf eine andere überraschende personelle Variante gefasst sein. Kapitän Marc Heider wartet zum Beispiel seit dem Spiel am 7. Dezember in Kiel auf einen weiteren Startelf-Einsatz. Ach ja, wer steht denn nun diesmal im Tor? Philipp Kühn ist nach seiner Sperre wieder bereit. Nils Körber hat zuletzt in Darmstadt überzeugt. Die nächste knifflige Entscheidung, die Thioune und sein Team treffen müssen. Wir tippen auf Körber.

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