Fußball: Regionalliga West
Sportfreunde verlieren 0:1 in Überzahl

Lotte -

Regionalligist Sportfreunde Lotte lässt beim nicht unverdienten 0:1 (0:0) gegen den gastgebenden Spitzenreiter SV Rödinghausen eine 72-minütige Unterzahl ungenutzt. Linus Meyer traf in der 73. Spielminute zum Tor des Tages.

Samstag, 08.02.2020, 19:26 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 17:24 Uhr
Nach diesem Rempler gegen Jaroslaw Lindner (links) sah Rödinghausens Angelo Langer die rote Karte.
Nach diesem Rempler gegen Jaroslaw Lindner (links) sah Rödinghausens Angelo Langer die rote Karte. Foto: Frank Diederich

Dabei hatte Lottes Trainer Ismail Atalan mit seiner Startelf durchaus überrascht. Mit Kevin Freiberger saß der mit bislang neun Treffern beste Torschütze des Teams überraschend zunächst auf der Ersatzbank. Der Stürmer war am Mittwoch Vater von Tochter Mia geworden. „Das ist das Größte für mich. Da geht nichts drüber. Der Mama geht es gut. Ich bin richtig stolz“, schwärmte Freiberger.

Weniger unerwartet war die Rückkehr des zuletzt gelbgesperrten Besfort Kolgeci anstelle von Tim Möller. Nach verhaltenem Anfangsminuten starteten die Sportfreunde ihr angekündigtes Pressing. Ein Kopfball von Jaroslaw Lindner einen Meter über das Tor bedeutete die erste SFL-Halbchance (9.). Der anfangs klar überlegene Tabellenführer hatte gegen die konsequent vorne anlaufenden Gäste nun seine Probleme in der Spieleröffnung. Lottes flinker Marcell Sobotta bekam nach einer Flanke des vom passsicheren Filip Lisnic freigespielten Alexander Langlitz bei seiner Direktabnahme nicht genügend Druck auf den Ball – kein Problem für Torwart Niclas Heimann (16.).

Ab der 18. Minute agierte der Spitzenreiter in Unterzahl. Linksverteidiger Angelo Langer sah nach einem erneut starken langen Ball von Lisnic im Laufduell mit Lindner nach einem vermeintlichen Rempler kurz vor dem Strafraum als letzter Mann Rot.  „Angelo hat mir gesagt, dass er Jaro nicht berührt hat. Ich glaube ihm“, sagte Atalan. Auch SVR-Trainer Enrico Maaßen sprach von einem ungerechtfertigtem Platzverweis. Den fälligen Freistoß setzte Alexander Langlitz deutlich über das Tor.

Rödinghausen musste sich zu zehnt erstmal fangen. Nico Knystock, ausgebildet vom VfL Osnabrück und später Borussia Dortmund, kam für Kunze ins Spiel und übernahm die linke Defensivseite. Die von knapp 150 mitgereisten Fans lautstark unterstützten Sportfreunde übernahmen weiter das Kommando – wenn auch bis zur Pause viel kontrollierter und nicht mehr ganz so vehement wie noch gegen elf Widersacher. Der im Aufbauspiel auffällig sichere Gianluca Przondziono setzte einen strammen 25-Meter-Schuss knapp über die Latte (25.).

Zur zweiten Hälfte brachte Atalan Stürmer Freiberger für den unauffälligen Routinier Timo Brauer. Tabellenführer Rödinghausen traute sich nun mehr in die Offensive und setzte Nadelstiche. „Wir haben zu elft gegen Zehn keine Lösung gefunden“, ärgerte sich Przondziono. Der Osnabrücker Daniel Flottmann hätte fast für die SVR-Führung gesorgt. Seinen Kopfball aus acht Metern entschärfte Besfort Kolgeci auf der Linie (63.). Freiberger hatte nach seiner raschen Gelben Karte einen kurzen Auftritt. Er verletzte sich beim Zweikampf mit Flottmann am rechten Knie. „Ich hatte schon Angst, dass es erneut ein Kreuzbandriss ist. Doch das ist zum Glück nicht der Fall“, sagte der Torjäger. Für ihn kam Erhan Yilmaz. Bei Rödinghausen ging Lars Lokotsch für Björn Schlottke. Der Spitzenreiter stellte die nun aktivere Elf. Lotte fand in Überzahl nur noch schwerlich in sein Offensivspiel.

Das 1:0 für den Gastgeber war gar nicht mal so unverdient. Linus Meyer kam nach einem langen Ball von Felix Backszat im Strafraum unbedrängt zum Abschluss und traf sicher (73.). SFL-Keeper Jhonny Peitzmeier, der in dieser Saison viele starke Leistungen abgeliefert hat, sah bei dem Treffer nicht gut aus. „Ich wollte rauskommen, sehe, dass der Ball zu kurz kommt, gehe zurück und bin dann im toten Raum. Das Ding nehme ich auf meine Kappe“, sagte der Schlussmann. Lindner vergab in der 83. Spielminute die einzige echte Torchance der Sportfreunde in der zweiten Hälfte. Dem zweiten Treffer war der SVR durch Patrick Kurzen (90.).

„Das war eine herausragende Leistung von uns. Und das nach den drei Nackenschlägen kurz nacheinander mit den Verletzungen von Buckmaier, Wolff und ganz kurzfristig auch Dacaj. Dieser Sieg ist nicht hoch genug zu bewerten“, schwärmte Maaßen. „Die Jungs bekommen zwei Tage frei, das haben sie sich verdient.“

„Wir müssen in dieser Konstellation viel aktiver sein“, ärgerte sich indes Atalan. „Und wir brauchen viel mehr Willen, solch ein Spiel gewinnen zu wollen.“

Statistik:

SV Rödinghausen:Heimann – Traoré, von Piechowski, Flottmann, Langer – Pfanne, Backszat – Meyer (89. Kurzen), Kunze (25. Knystock), Lokotsch (63. Schlottke) – Engelmann (84. Serra).

SF Lotte:Peitzmeier – Langlitz, Lisnic, Kolgeci, Gmeiner – Przondziono, Wendel, Brauer (46. Freiberger/63, Yilmaz) – Lindner, Demaj (69. Jagupov), Sobotta (77. Engel).

Tore:1:0 Meyer (73.) –Gelbe Karten:Pfanne (57.), Traoré (85.), Meyer (87.)/Freiberger (53.), Gmeiner (70.), Trainer Atalan (80.) –Rot:Langer (18., Notbremse gegen Lindner) –Zuschauer: 1054 (darunter knapp 150 aus Lotte) –Schiedsrichter: Felix Weller (Neunkirchen).

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