Fußball: Wie hart trifft die Corona-Krise den Amateurfußball?
Soziale Aspekte rücken in den Vordergrund

Kreis Tecklenburg -

Die Corona-Pandemie sorgt dafür, dass der Spielbetrieb in den Fußball-Amateurligen bis auf Weiteres ruht. Im Gegensatz zu den Profis sind es keine finanzielle Ängste, die die Vereine belasten. Das heißt aber nicht, dass die Clubs sorgenfrei sind in Zeiten, in denen auf den Plätzen Stillstand herrscht.

Mittwoch, 01.04.2020, 17:40 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 17:56 Uhr

Verriegelte Eingangspforten, kein Mensch weit und breit – still und starr ruht der Fußball auf den Sportplätzen im Tecklenburger Land. Und ein Ende der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Zwangspause ist nicht absehbar, nachdem der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen den Spiel- und Trainingsbetrieb über den 19. April hinaus bis auf Weiteres ausgesetzt hat. Wie hart trifft die Krise die Fußballclubs in der Region?

In einer Umfrage wird rasch deutlich, dass es keine finanzielle Sorgen sind, die die Vereine zurzeit umtreiben. „Wir spielen ja nicht, um Gewinne zu erzielen“, betont Helmut Hettwer . Der Vorsitzende von SW Lienen, der auch dem Fußballkreis Tecklenburg vorsteht, verrät damit kein Geheimnis. In der Kreisliga A geht es im Gegensatz zu den Profis nicht ums liebe Geld, wenn der Ball rollt. Idealismus steht an erster Stelle. Das gilt wohl für alle Clubs der A-Liga.

Soziale Aspekte rücken umso mehr in den Vordergrund. „Es sind ja nicht nur Fußballer, sondern die Mitglieder sämtlicher Abteilungen, die plötzlich keinen Sport mehr treiben können“, erläutert Hettwer und verweist damit auf die Besonderheit eines Mehrspartenvereins wie SW Lienen.

Ähnlich wie der Lienener sehen es die Kollegen in der Nachbarschaft. Sicherlich freut es die Finanzchefs der Clubs, dass sonntags während der Heimspiele die Kasse klingelt, wenn Bratwürstchen und das eine oder andere Kaltgetränk über den Tresen gehen. „Sicherlich fehlen diese Einnahmen, aber das ist zu verkraften. Am meisten fehlt uns jedoch, dass wir derzeit kein Fußball spielen können“, macht Tim Lutterbei , 2. Vorsitzender des VfL Ladbergen, deutlich, wo seinem Verein am ehesten der Schuh drückt.

Das empfindet auch Uwe Meyer vom SC Preußen Lengerich so. Vor allem der Nachwuchs leide in besonderem Maße. „Die Kinder können nicht in die Schule, sich nicht mit Kumpels treffen und keinen Sport mehr treiben – für den Jugendfußball ist es eine Katastrophe, dass der Spielbetrieb ruht“, sagt der Sportvorstand des SCP.

Lutterbei lässt anklingen, dass die derzeit missliche Situation die Planung für die kommende Saison nicht gerade erleichtere. Auch deshalb nicht, weil keiner so recht weiß, wie es weitergeht und ob die abstiegsbedrohten Ladberger in der nächsten Saison noch in der Kreisliga A oder B spielen werden. „Wir hätten uns gerne das eine oder andere Jugendspiel angesehen. Aber das ist in diesen Wochen ja nicht möglich“, lässt Lutterbei, der beim VfL auch als Sportlicher Leiter fungiert, anklingen.

In dieser Hinsicht hat sein Lengericher Kollege etwas mehr Planungssicherheit, nachdem schon zahlreiche Zugänge für 2020/21 verkündet wurden. „Wir sind froh, dass wir frühzeitig Nägel mit Köpfen gemacht haben“, sagt Meyer. „Ich denke, dass es in der augenblicklichen Situation schwer wäre, Zusagen zu bekommen.“ Grundsätzlich wird sich in den kommenden Wochen nichts ändern. Mehr denn je ist Geduld gefragt.

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