Fortsetzung der Regionalliga-Saison völlig ungewiss
Regionalliga West: Aufstieg durch die Hintertür?

Lotte -

In der Bundesliga und der 2. Liga rollt am Wochenende wieder der Ball. Doch wie geht es in der Regionalliga West, der sportlichen Heimat der Sportfreunde Lotte, weiter? Mehrere Optionen stehen im Raum.

Mittwoch, 13.05.2020, 17:38 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 19:14 Uhr
Wie es für die Sportfreunde Lotte mit Trainerin Imke Wübbenhorst in der Regionalliga weitergeht, steht aktuell noch in den Sternen.
Wie es für die Sportfreunde Lotte mit Trainerin Imke Wübbenhorst in der Regionalliga weitergeht, steht aktuell noch in den Sternen. Foto: Manfred Mrugalla

In der 1. und 2. Bundesliga geht es am kommenden Wochenende weiter. Die 3. Liga re-startet am 26. Mai, sofern die Politik mitspielt. Die Saison der Ober- bis zu den Kreisligen soll abgebrochen werden. Und was ist mit der Regionalliga? Hier halten sich die Verbände bedeckt. Niemand weiß so recht, wie es weitergeht. Dabei hatte sich die Mehrheit der Vereine, zumindest in der West-Staffel, bei einer Meinungsumfrage gegen eine Saisonfortsetzung ausgesprochen. Für den 25. Mai hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einen außerordentlichen Bundestag anberaumt. Spätestens dann soll mitgeteilt werden, wie es in der vierten Liga weitergeht.

Inwieweit der Neustart der 3. Liga ein Fingerzeig auch für die Regionalliga ist, muss abgewartet werden. Die meisten Vereine, darunter auch die Sportfreunde Lotte , gehen von einem Saisonabbruch aus. Wie aber geht es dann weiter? Eigentlich müsste der West-Meister in zwei Relegationsspielen einen Aufsteiger gegen den Titelträger der Ost-Staffel absolvieren. Ob es Entscheidungsspiele geben wird, steht aber noch nicht fest. Eventuell kommt es zu einem Direkt-Aufstieg. Spitzenreiter SV Rödinghausen verzichtet auf den Sprung in Liga 3. Da wäre der Weg frei für den Zweiten SC Verl .

Doch in Ostwestfalen ist man ratlos. „Wir wissen von nichts. Der Verband hat mit uns noch nicht gesprochen. Wir müssen uns gedulden“, sagte SC-Präsident Raimund Bertels gegenüber Reviersport. „Wir haben mit Spielern gesprochen, die uns nur für die 3. Liga zugesagt haben. Das ist keine schöne Situation. Wir müssen zweigleisig planen.“

Auf den Aufstieg durch die Hintertür hoffen auch noch der Dritte RW Essen und der Vierte RW Oberhausen. Die Essener sind der Zuschauermagnet der vierten Liga, locken im Schnitt fast 11 000 Zuschauer zu ihren Heimspielen. Bei einer Fortsetzung der Saison mit Geisterspielen fühlen sie sich entsprechend als der am heftigsten betroffene Verein. Spiele ohne Zuschauer lehnt der Verein entsprechend ab. Allerdings strebt er, um den Aufstieg eben doch noch sportlich zu ermitteln, eine Art Aufstiegsrunde an, – ohne Zuschauer. So planen RWE und RW Oberhausen zunächst ein Duell gegeneinander. Der Sieger könnte dann gegen den SC Verl um den endgültigen Aufstieg in die 3. Liga spielen.

Ein Szenario, das aus Sicht der rot-weißen Clubs nachvollziehbar ist, warum aber sollten der Verband und vor allem SC Verl mitspielen? Eine weitere theoretische Aufstiegschance für RW Essen könnte sich durch ein Ansinnen des Saarländischen Fußball-Verbandes ergeben. Der will beim Bundestag am 25. Mai einen Antrag auf Einführung einer zweigleisigen 3. Liga mit je 18 Vereinen stellen. Dann käme es auch zu einem vermehrten Aufstieg der Regionalligen.

Dieser Idee standen viele Drittligisten zunächst skeptisch gegenüber – solange davon auszugehen war, dass die 3. Liga die Saison nicht fortführen würde und es keine Absteiger gebe. Das sieht nun anders aus. Daher könnte es aus reinem Eigeninteresse zu einem Umdenken kommen. Bevor dem einen oder anderen Club der Absturz in die Viertklassigkeit droht, könnte eine Zukunft in einer zweigleisigen 3. Liga plötzlich nicht mehr so schlimm erscheinen.

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