2. Liga – Osnabrück erkämpft 2:2-Remis gegen Jahn Regensburg nach 0:2-Rückstand
Tolle Moral des VfL belohnt

Osnabrück -

Mit dieser Wendung hatten wohl nur die Wenigsten noch gerechnet. Der VfL Osnabrück sah sich im Punktspiel der 2. Liga am Freitagabend gegen den SSV Jahn Regensburg bereits einem 0:2-Rückstand ausgesetzt, kam aber in der zweiten Halbzeit spektakulär zurück. Maßgeblichen Anteil hatte daran ein Spieler.

Freitag, 29.05.2020, 20:52 Uhr
Schwach geschossen: Regensburgs Keeper Alexander Meyer hatte wenig Mühe, den Strafstoß von Assan Ceesay (2. von li.) zu parieren.
Schwach geschossen: Regensburgs Keeper Alexander Meyer hatte wenig Mühe, den Strafstoß von Assan Ceesay (2. von li.) zu parieren. Foto: dpa

Lange sah der VfL Osnabrück wie der sichere Verlierer aus, doch dann holte die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune gegen Jahn Regensburg nach einem 0:2-Pausenrückstand durch zwei Treffer von Torjäger Marcos Alvarez noch ein 2:2. Das ist ein kostbarer Punkt im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Nach der Corona-Pause holte VfL in vier Spielen fünf Punkte.

Zwar leistete der VfL in Person von Kevin Wolze bei beiden Toren Assistenz, doch über weite Strecken waren die Gäste die beherrschende Mannschaft. Zu allem Überfluss vergab Assan Ceesay einen an Felix Agu verschuldeten Foulelfmeter (43.), außerdem schied Uli Taffersthofer kurz vor der Pause mit einer blutenden Gesichtsverletzung aus.

Doch wie aus dem Nichts kam der VfL durch zwei herrlich herausgespielte Treffer innerhalb von drei Minuten zum Ausgleich – und beide Tore erzielte der wie schon in Fürth nicht für die Startelf berücksichtigte Marcos Alvarez. Und wenn der eingewechselte Sebastian Klaas, der dem Spiel die Wende gab, kurz vor Schluss mit einem schönen Schrägschuss das Tor nicht knapp verfehlt, sondern getroffen hätte, wäre es sogar ein Wendesieg wie aus dem Bilderbuch gewesen.

Nach seinem guten Auftritt in Fürth stand also auch Kevin Wolze erneut von Beginn an auf dem Platz. Doch der Ex-Duisburger wurde seiner Rolle als Unglücksvogel erneut gerecht: Nach einer Rechtsflanke von Saller hätte er leicht klären können, doch er traf den Ball nicht, so dass Stolze zur Regensburger Führung traf (8.).

Der VfL zeigte sich nicht sonderlich beeindruckt und ergriff die Initative. Die größte Chance hatte Assan Ceesay bei einem Kopfball, im Anschluss ergab sich für Etienne Amenyido eine Nachschussmöglichkeit, doch er stand im Abseits (27.).

Kurz danach reckte Wolze den angewinkelten Arm bei einem Freistoß von Okoroji raus; Schiedsrichter Winter gab den fälligen Elfmeter nach Intervention aus Köln, nachdem er sich die Videoaufnahmen angesehen hatte. Max Besuschkow, der vorher mit einem Distanzschuss des VfL-Tor verfehlt hatte, verlud Philipp Kühn und schon den Ball ins rechte Eck – nach 37 Minuten lag der VfL 0:2 hinten.

Die Chance zum Anschlusstreffer kam schnell, doch der VfL setzte sein Pleiten-Pech-und-Pannen-Festival fort: Assan Ceesay, der in beim 2:4 gegen Hannover 96 noch mit einer Prise Glück mit einem eher schwachen Schuss noch vom Elfmeterpunkt getroffen hatte, scheiterte diesmal an Torwart Meyer; Amenyido setzte den Nachschuss aus guter Position deutlich über das Tor (42.). Rausgeholt hatte den Elfmeter Felix Agu, der von Tim Knipping umgesenst worden war.

Mit Henning für Taffertshofer sowie mit Marcos Alvarez für Wolze ging der VfL die zweite Halbzeit an, doch mehr Durchschlagskraft gab das den Offensivaktionen nicht. Weder mit langen Flugbällen auf den völlig abgemeldeten Ceesay noch mit Kombinationen kam der VfL auch nur in die Nähe des Jahn-Tores.

Nichts sah also nach einer guten Stunde nach einer Wende aus, doch dann kamen Sebastian Klaas und Bashkim Ajdini ins Spiel und brachten frischen Wind. Und damit entfaltete sich auch der Torinstinkt von Alvarez: Erst traf er mit einem Flachschuss ins lange Eck nach einem wunderbaren Pass von Klaas (67.), dann verwertete er ganuso kaltblütig eine Linksflanke von Ceesay; eingeleitet hatte Agu den Angriff durch eine energische Balleroberung und einen guten Pass in den Lauf von Ceesay (70.)

Innerhalb von drei Minuten hatte der VfL aus einem 0:2-Rückstand ein 2:2 gemacht – und darauf hatte nicht viel hingedeutet. Alvarez gab nach seinen Saisontoren 12 und 13 eine eindeutige Antwort an die Kritiker, die ihm nicht nur mangelnde Fitness, sondern auch – wie Sky-Reporter Jörg Dahlmann – Übergewicht vorgeworfen hatten: Der VfL-Stürmer strich sich beim Torjubel mit beiden Händen über den Bauch – eine eindeutige Geste. – VfL Osnabrück: Kühn – Heyer, Gugganig, Trapp – Agu, Taffertshofer (46. Alvarez), Blacha (65. Ajdini), Wolze (46. Henning) – Amenyido (65. Klaas), Ceesay, Ouahim. – Schiedsrichter: Nicolas Winter (Hagenbach). – Tore: 0:1 Stolze (8.), 0:2 Besuschkow (36./Handelfmeter), 1:2 Alvarez (67.) 2:2 Alvarez (72.). – Bes. Vorkommnis: Ceesay verschießt Foulelfmeter (41.).

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