Sportfreunde freuen sich über den ersten Dreier der Saison
Lotte zeigt perfekte Reaktion

Lotte -

Die 0:6-Pleite aus dem Spiel in Düsseldorf haben die Sportfreunde offenbar gut weggesteckt. Das Team von Trainerin Imke Wübbenhorst zeigte mit dem 1:0-Erfolg über Fortuna Köln eine fast perfekte Reaktion.

Sonntag, 04.10.2020, 16:12 Uhr
Die Sportfreunde bejubeln den Führungstreffer, der letztlich drei Punkte bedeutete, gemeinsam mit Trainerin Imke Wübbenhorst.
Die Sportfreunde bejubeln den Führungstreffer, der letztlich drei Punkte bedeutete, gemeinsam mit Trainerin Imke Wübbenhorst. Foto: Mrugalla

Eine klare Steigerung war vom Fußball-Regionalligisten Sportfreunde Lotte nach der desolaten Vorstellung beim 0:6 als Gast der Reserve von Fortuna Düsseldorf zu erwarten. Dass die starke Trotzreaktion des Teams sogar zum nicht unverdienten 1:0 (0:0)-Heimsieg über den Titelanwärter Fortuna Köln führte, war dann aber doch eine positive Überraschung.

Offensivspieler Leon Demaj sprach nach dem ersten Sieg im sechsten Saisonspiel von einem „erlösenden Gefühl – wie eine Befreiung“. Auch Justin Plautz als Torschütze des Tages fand, dass sich der Überraschungserfolg „einfach geil“ anfühlt.

SFL-Trainerin Imke Wübbenhorst hatte den Linksverteidiger erstmals als offensiven Außen aufgestellt. Ihr Plan, so mehr Geradlinigkeit und Tempo ins oftmals verschnörkelte Lotter Offensivspiel zu bekommen, ging voll auf. „Justin ist oft mit seiner Schnelligkeit durchgekommen“, lobte Wübbenhorst.

„In der Jugend von Werder Bremen hatte ich ein paar Mal die offensive Flügelposition gespielt. Das ist aber schon ein paar Tage her“, sagte Plautz, der sich freute, „dass es so gut funktioniert hat – perfekt“. Nach einer Stunde traf der 21-Jährige auf Vorlage von Nino Lacagnina von der Strafraumgrenze fulminant in den rechten Knick. „Als ich sah, dass Nino über außen durchkommt und unsere Stürmer im Strafraum bewacht sind, habe ich mich ein wenig nach hinten abgesetzt. Ich habe die Flanke einfach auf gut Glück genommen – und voll getroffen“, so Plautz.

Der Huder kann sich vorstellen, die offensivere Rolle künftig häufiger zu bekleiden. „Es ist nicht wichtig, wo ich spiele – sondern allein, dass ich der Mannschaft helfen kann.

In die Karten spielte den Sportfreunden beim ersten „Zu null“ der Platzverweis, den der nach einem Lotter Befreiungsschlag herausgeeilte Fortunen-Keeper Kevin Rauhut nach einem harten Foul an Leon Demaj kassierte (21.). „Die Rote Karte war das, was wir eigentlich unbedingt vermeiden wollten. Das hatten wir extra vorher besprochen“, sagte Trainer Alexander Ende später.

Bis dahin stellte die Fortuna die überlegene Elf. Die anfangs noch verunsicherten Lotter beanspruchten vor allem in den ersten zehn Minuten das Glück des Tüchtigen. Doch bereits vor dem Platzverweis hatte die Elf beherzigt, was ihr Kapitän Timo Brauer nach zehn Minuten des chancenarmen Duells lauthals gefordert hatte: „Wir müssen in die Zweikämpfe gehen, Männer!“

Brauer selbst hatte nach 81 Spielminuten die Entscheidung verpasst, als er den nach Foul von Jan-Luca Rumpf fälligen Strafstoß an die Latte schoss. So geriet Lotte doch noch mehrfach in Bedrängnis – besonders beim Kopfball von Julian Günther-Schmidt an die Latte und den Nachschuss von Hamza Salman in der Nachspielzeit.

Am wenigsten freute sich sicherlich Emre Aydinel über den Sieg. Der Debütant hob den Ball 22 Sekunden nach seiner Einwechslung (71.) aus 15 Metern über das gegnerische Tor, fasste sich nach seiner ersten Ballberührung an den linken Oberschenkel – und musste mit Verdacht auf einen Muskelbündelriss den Platz schon wieder verlassen.

„Das ist herbe für den Jungen, der unser Spiel variabler machen sollte. Solche Dinge können uns am Schluss noch richtig weh tun“, ärgerte sich Wübbenhorst, die den Sieg als „einfach wichtig für uns“ bezeichnete. „Jeder Gegner in der Liga ist schlagbar. Das musste in den Köpfen meiner Spieler rein.“

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