Abwärtstrend an Mannschaftsmeldungen
Sorge um Zukunft des Mädchenfußballs

Mittwoch, 07.10.2020, 16:52 Uhr
Die U13-Kreisauswahlmädchen haben wieder das Training aufgenommen. Sie sollen sich auch in anstehenden Testspielen weiterentwickeln.
Die U13-Kreisauswahlmädchen haben wieder das Training aufgenommen. Sie sollen sich auch in anstehenden Testspielen weiterentwickeln. Foto: ww

Das „Nordbahn-Stadion“ in Uffeln ist die Heimat der Mädchenauswahlteams. Dort trainieren sie gemeinsam in der Regel alle vierzehn Tage montags gemeinsam ab 17.30 Uhr. Für die Auswahltrainerinnen Kerstin Oelgemöller (U15) und Birgit Reher (U13) geht es in erster Linie um eine gute Weiterentwicklung der jungen Nachwuchskickerinnen. Sie wollen auch an die Erfolge der vergangenen Jahre bei der Westfalenmeisterschaft anknüpfen. Den letzten Triumph feierten die U13-Mädchen mit dem Hallenwestfalenmeistertitel im Januar in Beckum.

Eine Hallenmeisterschaft wird in dieser Saison wegen der Corona-Pandemie nicht ausgetragen. Auf dem grünen Rasen sicherten sich die U15-Mädchen zuletzt bei der Westfalenmeisterschaft in Lohauserholz zwei Mal die Silbermedaille. Cheftrainerin Kerstin Oelgemöller und Co-Trainerin Emma Harrison sehen das neuformierte U15-Team auf einem guten Weg. In den Testspielen gegen die B2-Mädchen der DJK Arminia Ibbenbüren und gegen die männliche C3 von Westfalia Hopsten konnte Kerstin Oelgemöller schon viele positive Eindrücke gewinnen. Die TE-Mädchen waren in beiden Partien spielerisch überlegen und zeigten gute Ansätze. „Wir haben eine junge Mannschaft und brachen ein wenig Geduld. Ich bin aufgrund der Qualitäten ganz optimistisch“, sagt Kerstin Oelgemöller. Am 12.Oktober treffen die TE-Mädels in Uffeln auf die B-Mädchen von Teuto Riesenbeck(Bezirksliga) und am 26.Oktober in Ochtrup auf die Auswahl des Fußballkreises Steinfurt.

Die U13-Mädchen sind schon vor Jahresfrist gesichtet worden und seitdem im Aufbautraining. „Im letzten Testspiel gegen Münster/Warendorf mussten wir Lehrgeld zahlen und haben noch viel Arbeit vor uns.Wir werden noch viele Testspiele machen, sodass die Mädels mehr Spielpraxis bekommen und sich einspielen können“, sagt U13-Auswahltrainerin Birgit Reher aus Lienen. Bei der Sichtung der U11 Mädchen im September in Dörenthe sei die Beteiligung mit nur neun Mädels sehr dürftig gewesen. Drei Spielerinnen würden eventuell in den Kader der U13 stoßen.

Die schlechte Beteiligung der U11-Mädchen hat sicherlich auch Gründe. Die Auswahltrainerinnen machen sich aufgrund der rückläufigen Mannschaftsmeldungen in den letzten Jahren große Sorgen um den Mädchenfußball. Sie wissen wovon sie sprechen. Schließlich ist das Teilnehmerfeld in den letzten drei Spieljahren im TE-Kreis in den vier Altersklassen um 15 Mannschaft zusammengeschrumpft.

Vor drei Jahren gingen noch 41 Mädchenteams auf Torejagd, in dieser Saison sind es nur noch 26 Mannschaft. Ein Indiz für die Probleme im Mädchenfußball ist, das sich die Fußballkreise Tecklenburg, Steinfurt und Ahaus/Coesfeld mit den B-Mädchen in einer Fusionsrunde zusammengeschlossen haben. Für ein Rekordtief sorgen die B-Mädchen mit nur noch drei Teams auf Kreisebene.

Immerhin kann der TE-Kreis mit Arminia Ibbenbüren (Bundesliga), TuS Recke (Westfalenliga), Teuto Riesenbeck und Arminia Ibbenbüren 2 (beide Bezirksliga) vier überkreisliche Mannschaft stellen. Westfalia Hopsten musste die B-Mädchen aus personellen Gründen vom Spielbetrieb abmelden und damit aus der Bezirksliga zurückziehen. Wenn der Abwärtstrend der Mannschaftsmeldungen weiter anhält, ist auch das Kontingent auf Verbandsebene langfristig gefährdet.

Vor zehn Jahren nahmen noch 12 B-Mädchenteams am Spielbetrieb teil. Besonders bereiten die rückläufigen Mannschaftsmeldungen in den unteren Altersklassen große Sorgen. Westfalia Hopsten ist ein Beispiel für den Abwärtstrend. Während die Hopstener vor fünf Jahren noch vier spielstarke Mädchenteams stellen konnten und in den Folgejahren alle möglichen Titel abräumten, haben sie in der aktuellen Saison nur noch zwei dezimierte Mannschaften.

Westfalias C-Mädchen spielen in Niedersachsen. Auswahltrainerin Kerstin Oelgemöller hat seit Saisonbeginn die E-Mädchen von Westfalia Hopsten übernommen und ist auf der Suche nach neuen Spielerinnen. „Ich habe nur acht Spielerinnen und sind im Neuaufbau. Wir wollen in einem Kindergartenturnier neue Spielerinnen gewinnen“, sagt Oelgemöller. Das B-Mädchenteam des TuS Recke (Westfalenliga) setzt sich aus den Vereinen TuS Recke, GW Steinbeck und Westfalia Hopsten zusammen. Auch das ist ein Indiz für die Probleme im Mädchenfußball.

Aber auch der SC Preußen Lengerich erlebt nach dem Boom in den letzten Jahren aktuell in den unteren Altersklassen einen großen Aderlass. Die Vereine sind nun an der Basis gefordert, neue Konzepte zu entwickeln und an den Schulen zu werben. Viele Vereine in anderen Bundesländern kooperieren mit den Schulen in einer anderen Form und weisen mit dem Grundschul-Cup erste Erfolge auf. Aber auch die DJK Arminia Ibbenbüren hat in den letzten Jahren gute Konzepte entwickelt und ist mit sieben Mädchenteams führend.

Die Mannschaftsmeldungen der Vereine auf einen Blick: Arminia Ibbenbüren (7 Teams), TuS Recke (4), Teuto Riesenbeck (3), Preußen Lengerich (3), Falke Saerbeck (3), Eintracht Mettingen (2),Westfalia Hopsten (2), Stella Bevergern (1) und Ibbenbürener SV (1). Die Altersklassen setzen sich wie folgt zusammen: B-Mädchen (7 Teams), C-Mädchen (9), D-Mädchen(5) und E-Mädchen (5).

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