Regionalliga West: Bei den Sportfreunden Lotte schrillen die Alarmglocken
Ultimatum an Trainerin und Team

Lotte -

Bei den Sportfreunden Lotte schrillen zwei Saisonspiele vor dem Ende der Hinrunde die Alarmglocken. Nicht nur die sportliche Lage sorgt beim Tabellen-19. der Regionalliga West für Krisenstimmung, sondern auch ein Ultimatum, das der Vereinsvorsitzende Sven Westerhus Trainerin Imke Wübbenhorst und der Mannschaft gestellt hat.

Sonntag, 06.12.2020, 20:12 Uhr aktualisiert: 07.12.2020, 17:48 Uhr
Auch beim Gastspiel in Wegberg waren die Reihen der Sportfreunde geschlossen. Dennoch gab es am Ende eine 0:2-Niederlage. Jetzt muss die Mannschaft die letzten beiden Spiele der Hinrunde gewinnen, um die Bedingungen eines Ultimatums, das der Vereinsvorsitzende am Freitagabend stellte, zu erfüllen.
Auch beim Gastspiel in Wegberg waren die Reihen der Sportfreunde geschlossen. Dennoch gab es am Ende eine 0:2-Niederlage. Jetzt muss die Mannschaft die letzten beiden Spiele der Hinrunde gewinnen, um die Bedingungen eines Ultimatums, das der Vereinsvorsitzende am Freitagabend stellte, zu erfüllen. Foto: Frank Diederich

Vorweihnachtliche Besinnlichkeit? Stimmungsvolle Klingeltöne? Von wegen! Bei den Sportfreunden Lotte läuten im Advent allenfalls die Alarmglocken. Mit dem 0:2 beim FC Wegberg-Beeck kassierte der heimische Fußball-Regionalligist am Freitagabend die neunte Niederlage im neunten Auswärtsspiel der laufenden Saison. Die Dynamik der sportlichen Krise könnte sich in den Tagen bis zum Jahreswechsel verschärfen, denn nach einer unmissverständlichen Stellungnahme des Vereinsvorsitzenden Sven Westerhus steigt der Druck auf Trainerin und Mannschaft.

„Wir erwarten mindestens fünf Punkte aus den letzten drei Spielen. Es muss sich zeigen, dass die Mannschaft einen Schritt nach vorne macht. Fußball ist ein Ergebnissport, an dem sich alle messen müssen. Irgendwann greifen sonst die Mechanismen des Fußballs. Da hat man keine Wahl“, teilte Westerhus auf der Homepage der Sportfreunde am Freitagabend vor dem Spiel in Wegberg-Beeck mit. Die Forderung des Vereinschefs ist nichts anderes als ein Ultimatum – an die Mannschaft und vor allem an Trainerin Imke Wübbenhorst .

Wenn in Zeiten sportlicher Krisen von „Mechanismen des Fußballs, die greifen“, die Rede ist, dann signalisiert das den allerletzten Warnschuss, bevor personelle Konsequenzen gezogen werden. Imke Wübbenhorst war überrascht, als sie mit der Forderung des Vereinsvorsitzenden konfrontiert wurde. „Ich wusste das nicht. Mit mir hat keiner gesprochen. Über das Ultimatum habe ich erst von der Presse erfahren“, sagte die Trainerin am Sonntag. Vorsitzender Sven Westerhus war am Sonntag für eine weitere Stellungnahme nicht zu erreichen.

Da das Spiel in Wegberg am Freitagabend verloren wurde, bleiben den Sportfreunden somit nur noch zwei Spiele, um die geforderten fünf Punkte zu holen. Am Samstag gastiert Spitzenreiter RW Essen in Lotte, ehe mit dem Auswärtsspiel beim SC Wiedenbrück die Hinrunde endet. Die Sportfreunde müssten schon beide Spiele gewinnen, um die Bedingungen des Ultimatums zu erfüllen. Das ist fast illusorisch – zumindest eine Herkulesaufgabe.

Dennoch gibt sich Wübbenhorst kämpferisch: „Ich glaube an die Mannschaft. Gerade in den Heimspielen haben wir gezeigt, dass wir auch für die Top-Teams der Liga richtig eklig sein können, und das werden wir auch gegen Essen zeigen.“

Westerhus überraschte zudem mit seiner Einschätzung bezüglich der Leistungsstärke der Mannschaft. „Ich glaube, dass die Jungs konkurrenzfähig sind und genug Qualität haben, in der Liga zu bestehen. Sie bringen es im Moment nur nicht auf den Platz. Unsere Erwartungshaltung ist grundsätzlich eine andere. Ein gesicherter Mittelfeldplatz muss drin sein“, wird der SF-Vorsitzende auf der Vereinshomepage zitiert.

Überraschend ist das Statement deshalb, weil sich dieses Potenzial bei all jenen Beobachtern, die die Spiele der jungen, neu formierten Mannschaft regelmäßig verfolgen, bislang nur phasenweise entfalten konnte. Denn schon in der Vorbereitung zeichnete sich ab, dass es eine schwierige Saison für die Sportfreunde werden würde. Diese Einschätzung bestätigte sich im Prinzip bereits zu Saisonbeginn. Und bei realistischer Betrachtungsweise wird man zu dem Ergebnis kommen müssen, dass es schwer werden wird, den Klassenerhalt zu bewerkstelligen – so oder so.

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