Regionalliga: Steinmann jetzt offiziell Chefcoach in Lotte / Emir Terzi im Probetraining
Neustart bei den Sportfreunden

Lotte -

Die durchwachsene Hinrunde ist kein Thema mehr – bei den Sportfreunden Lotte richtet sich der Blick auf die Rückrunde, die für den heimischen Regionalligisten mit dem Auswärtsspiel beim Bonner SC beginnt. Erstmals sitzt Andy Steinmann als Cheftrainer auf der Bank.

Mittwoch, 13.01.2021, 18:48 Uhr aktualisiert: 15.01.2021, 17:28 Uhr
Lottes Neuzugang Jesse Tugbenyo will seinen Teil dazu beitragen, damit die SF Lotte den Klassenerhalt schaffen.
Lottes Neuzugang Jesse Tugbenyo will seinen Teil dazu beitragen, damit die SF Lotte den Klassenerhalt schaffen. Foto: Rolf Grundke

Eine Winterpause gab es nicht bei den Sportfreunden Lotte. Und doch fühlt es sich wenige Tage vor dem Auftakt der Rückrunde wie ein Neuanfang an beim heimischen Fußball-Regionalligisten. So gab der Club am Mittwochnachmittag bekannt, dass Andy Steinmann nach Unterzeichnung eines Vertrages nun offiziell Cheftrainer der Sportfreunde sei. Zudem wurde im Rahmen einer virtuellen Pressekonferenz Neuzugang Jesse Tugbenyo vorgestellt. Und schließlich stellte Steinmann auch noch in Aussicht, dass der Kader in den Tagen bis zum Ende der Transferperiode am 31. Januar Zuwachs erhalten könnte. Ein potenzieller Kandidat ist der ehemalige Dortmunder Emir Terzi, der seit einigen Tagen ein Probetraining absolviert.

„Ich bin froh, dass der Verein mir das Vertrauen gibt, hier etwas aufzubauen und mit mir die sportlichen Ziele zu erreichen“, sagte Steinmann. Der 35-Jährige zeigte sich bei seiner Präsentation fest entschlossen, diese Chance zu nutzen. Wie er mitteilte, habe er einen Vertrag mit einer Gültigkeitsdauer bis zum Ende der Saison unterzeichnet. Die Laufzeit würde sich bis 30. Juni 2022 verlängern, sollten die Sportfreunde den Klassenerhalt bewerkstelligen. „Und da wir alle davon ausgehen, dass wir das schaffen“, betonte Steinmann, „gilt der Vertrag denn auch für das kommende Jahr in der Regionalliga.“

Einer, der seinen Teil dazu beitragen soll, ist Jesse Tugbenyo. „Ich hoffe, dass ich auf meine Spiele komme, damit ich dem Team helfen kann“, gab der 19-Jährige zu verstehen. Im Testspiel gegen den SC Wiedenbrück verzeichnete Tugbenyo seinen ersten Kurzeinsatz für Lotte. Die 1:2-Niederlage änderte nichts an seiner grundsätzlichen Einschätzung, „dass die Sportfreunde in die Regionalliga gehören und dass die Mannschaft auch die Qualität hat, in dieser Liga zu spielen.“

Er selbst sieht seine Stammposition in der Innenverteidigung, doch könne er auch „auf der Sechs oder der Acht spielen“, wie er sagte. Das halbe Jahr wolle er nutzen, um Spielpraxis zu gewinnen, um dadurch näher an den Zweitliga-Kader des SC Paderborn heranzurücken, von dem Tugbenyo für ein halbes Jahr von den Sportfreunde ausgeliehen wurde.

Für ihn ist Lotte insofern ein Neustart, weil er in Paderborn zuletzt wenig Spielanteile besaß. Vor gut einem Jahr hatte er sich während eines Spiels drei Halswirbel gebrochen – eine schlimme Verletzung, die ihn zurückgeworfen habe, wie er zu verstehen gab. „Inzwischen bin ich aber so fit, dass ich der Mannschaft weiterhelfen kann.“ Ein Eindruck, den Steinmann nur bestätigen kann: „Emir hat die letzte Zeit mit Paderborn zwei Klassen höher trainiert – das merkt man auch.“

Allem Anschein nach wird es nicht bei diesem einzigen Neuzugang in der Winterpause bleiben. Denn wie Steinmann informierte, befinde sich Emir Terzi bei den Sportfreunden im Training. Der 19-Jährige feierte als Jugendspieler große Erfolge und wurde als rechter Außenverteidiger zwei Mal deutscher Junioren-Meister mit Borussia Dortmund. Derzeit ist der gebürtige Krefelder vereinslos. „Er hat gesagt, dass er sich das gut hier bei uns vorstellen kann“, erläuterte Steinmann und stellte eine rasche Entscheidung hinsichtlich einer möglichen Verpflichtung in Aussicht. Terzi soll in erster Linie die Lücke schließen, die Huseyin Bulut mit seinem Wechsel zu Rot-Weiß Oberhausen hinterlassen hat.

Lottes neuer Coach würde gerne noch einen kreativen Spieler holen wollen, „einer, der alle Positionen im Mittelfeld spielen könnte“, wie er zu verstehen gab. Oliver Kreienbrink ließ anklingen, dass der Verein bereit sei, finanziell ein gewisses Risiko einzugehen. „Buluts Wechsel tut uns ein bisschen weh“, räumt Lottes Vorstandsmitglied ein, „aber trotzdem steckt genug Potenzial in unserer Mannschaft. Und wenn wir die punktuell verstärken, sind wir überzeugt, dass das in der Rückrunde funktionieren wird.“

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