Lüdinghausen
Stammplatz im Talentschuppen

Samstag, 04.10.2008, 12:10 Uhr

Senden. Beim VfL Senden war er in der vergangenen Saison gesetzt. Er trug das Trikot mit der Nummer 10, die Kapitänsbinde und gerne auch Verantwortung. Meist im offensiven Mittelfeld direkt hinter den Spitzen eingesetzt, gehörte Kamilos Jeyenthira bei den Blau-Weißen nicht selten zu den besten Spielern. Bei seinem neuen Verein war das anders. Da musste sich der Sendener seinen Platz in der Stammelf und in der internen Hierarchie erst noch erkämpfen.

Er scheint dabei eine gute Figur zu machen. Mittlerweile steht Jeyenthira in der zweiten Mannschaft des SC Preußen Münster in der Startformation. Am ersten Spieltag saß er beim Fußball-Landesligisten auf der Bank. „Im zweiten Spiel wurde ich eingewechselt, als es 0:0 stand. Am Ende haben wir 4:2 gewonnen, und seitdem ging es bergauf für mich“, erinnert sich der 21-Jährige. Inzwischen wird er von Trainer Cihan Tasdelen regelmäßig von Anfang an im rechten Mittelfeld eingesetzt.

„Ich hätte mir das so schnell nicht zugetraut“, gesteht Jeyenthira. Die Konkurrenz in der neu formierten Reserve des Oberliga-Meisters und Regionalliga-Aufsteigers ist groß. „Viele Spieler sind aus höheren Ligen gekommen, viele aus der Junioren-Bundesliga“, sagt er. „Wir haben eine ganz junge Truppe mit vielen talentierten Spielern. Es ist sehr interessant hier.“

Leicht war die Umstellung aber nicht. Hat Jeyenthira beim VfL zwei Mal pro Woche trainiert, stehen bei den Preußen drei bis vier Einheiten auf dem Programm. Deutlich intensiver ist das Taktiktraining. „Ich merke jetzt schon, wie viel ich da in den ersten Monaten gelernt habe“, betont er. Gemeinsame Übungsabende mit dem Regionalliga-Kader gibt es übrigens nicht.

Sportlich läuft es bei der Preußen-Reserve aber noch nicht rund. Die zweite Garnitur der Adlerträger liegt nur auf Platz zehn. „Meistens spielen wir ganz gut, aber die Ergebnisse stimmen nicht“, sieht Jeyenthira sich mit seiner neuen Truppe unter Wert verkauft. Das soll nicht so bleiben: „Schön wäre es, wenn wir eine kleine Serie starten würden und oben angreifen könnten.“ Persönlich hat er sich zum Ziel gesetzt, seinen Stammplatz zu halten.

Priorität genießt der Beruf. Nachdem der Sendener in einem Lüdinghauser Autohaus die Lehre zum Automobilkaufmann abgeschlossen hat, macht er jetzt eine neue Ausbildung zum Bürokaufmann bei einer Zeitarbeitsfirma in Münster. Gemeinsam mit seiner Freundin Lea Hildebrand, die beim Volleyball-Bundesligisten USC Münster spielt, zieht er in Kürze in die Domstadt.

Berufliche Gründe waren aber nicht ausschlaggebend, dass Jeyenthira vom VfL zu den Preußen gewechselt ist. Vor allem wollte er sich sportlich weiterentwickeln. Er hatte seinen Abgang frühzeitig angekündigt – lange, bevor der Abstieg der Sendener aus der Bezirksliga feststand. Eigentlich wollte er schon ein Jahr früher weggehen, hatte sich dann aber noch überreden lassen – „wegen der familiären Atmosphäre und weil ich immer mit viel Spaß zum Sportplatz gegangen bin“, erklärt Jeyenthira.

Er hat immer beim VfL gekickt, außer in einer Saison in der B-Jugend. Da spielte er bei Preußen Münster, ist aus schulischen Gründen und nach einer Verletzung aber nach einem Jahr zurückgekehrt. Den Kontakt will er nicht abreißen lassen. „Wenn ich Zeit habe“, betont Kamilos Jeyenthira, „dann komme ich immer wieder gerne nach Senden zurück.“

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