Lüdinghausen
Trotz Handicap auf Medaillenjagd

Donnerstag, 04.12.2008, 09:12 Uhr

-chrb- Lüdinghausen . Auf Medaillenjagd geht die Lüdinghauserin Maleen Bomholt in Boise, der Hauptstadt des US-amerikanischen Bundesstaates Idaho. Sie ist eine von rund 3000 Athleten aus 85 Nationen, die vom 7. bis 13. Februar 2009 um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Oder vielmehr „fahren“, denn Bomholt tritt beim Ski Alpin an – in den Disziplinen Super G, Slalom und Riesenslalom.

Dass sie auf Skiern so schnell ist, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Denn die 18-Jährige leidet unter einer geistigen Behinderung – der Wettbewerb, an dem sie teilnimmt, sind die Welt-Winterspiele der Special Olympics . Analog zu den Paralympics für körperlich Behinderte sind die Special Olympics die sportliche Plattform für Menschen mit einem geistigen Handicap.

Vor acht Jahren kam Bomholt, die auf die Maximilian-Kolbe-Schule in Nordkirchen geht, zum ersten Mal mit dem „weißen Sport“ in Berührung – bei der jährlichen Ski-Freizeit der Nordkirchener Schule im bayerischen Mittenwald. Dort begann sie mit Skilanglauf, bevor es zwei Jahre später für sie nur noch bergab ging – im wörtlichen Sinne, denn sie stieg auf Alpinsport um. Jahr für Jahr nimmt die heute 18-Jährige seitdem an der vom Lüdinghauser Aloys Schnittker – an der Maximilian-Kolbe-Schule als Lehrer tätig – organisierten Ski-Freizeit in Mittenwald teil.

Zweimal trat Bomholt bereits bei den National Special Olympics an, dem Vorentscheid zu den weltweiten Spielen. Bei ihrer zweiten Teilnahme im bayerischen Oberjoch erfuhr sie sich Gold im Riesenslalom und Gold im Slalom. Im Super G wurde sie wegen eines Frühstarts aus der Konkurrenz genommen. Dennoch darf sie in Boise/Idaho nach den Regeln der Special Olympics in allen drei Disziplinen antreten.

Dort wird die Lüdinghauserin nicht die einzige Absolventin der Maximilian-Kolbe-Schule sein, die um Medaillen kämpft. Ebenfalls für die Weltwinterspiele qualifiziert haben sich die Olfenerin Sarah Hülk und der Dülmener Robert Eggemann. Dieser wird ebenfalls in alpinen Disziplinen antreten, während sich Hülk auf die Skilanglauf-Wettbewerbe über ein und zwei Kilometer sowie in der Staffel spezialisiert hat.

„Die drei haben sich als besondere Talente herausgestellt“, sagt Lehrer Schnittker stolz. Nur einmal jährlich trainiert das Trio auf den Brettern – während der Ski-Freizeit in Mittenwald. Ansonsten halten sie sich mit Schwimmen oder Fahrradfahren fit. Sarah Hülk stürmt darüber hinaus für eine Fußball-Schülermannschaft.

In diesem Jahr soll es jedoch eine Ausnahme von der sonstigen Ski-Abstinenz geben. Aloys Schnittker will vor den Special Olympics noch „mindestens eine Trainingsfahrt“ ins sauerländische Bödefeld unternehmen.

Mit Beginn der Welt-Winterspiele muss der Lüdinghauser seine Betreuung jedoch in andere Hände legen. Da er von den Sportfunktionären nur als Ersatzcoach nominiert wurde, fliegt er nicht mit seinen Schützlingen in die USA, sondern hält sich auf Abruf bereit, für den Fall, dass einer der anderen Trainer ausfällt.

Für Maleen Bomholt wird die Teilnahme an den Wettbewerben in Idaho der erste USA-Aufenthalt sein. Finanziert werden die Reisen der drei Maximilian-Kolbe-Schüler nicht nur von den Schulen und den Eltern, sondern auch von der privaten Wirtschaft. So hat sich die Sparkasse Westmünsterland als Mit-Sponsor zur Verfügung gestellt.

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