Lüdinghausen
Schrauben für die Überraschung

Herbern - Ölverschmierte Hände, Tunnelblick, Schweiß: Das Chaos Racing Team arbeitete in den letzten Tagen fieberhaft an ihrem Suzuki Swift. Am heutigen Samstag und am Sonntag steht in Herbern der Autocross Grand Prix 2009 an...

Freitag, 18.09.2009, 22:09 Uhr

Herbern - Ölverschmierte Hände, Tunnelblick, Schweiß: Das Chaos Racing Team arbeitete in den letzten Tagen fieberhaft an ihrem Suzuki Swift . Am heutigen Samstag und am Sonntag steht in Herbern der Autocross Grand Prix 2009 an, und das heimische Team musste noch den Motor wechseln, Getriebe anschließen, Elektronik verkabeln und vieles mehr.

Für die fünf Motorsportfans ist das kein Problem. Sie haben Erfahrung, kennen die Handgriffe und geben alles, um sich im wichtigsten Rennen der Saison gut zu präsentieren. Der Fahrer ist diesmal Sebastian Willmer (21) - die anderen Piloten Bruder Daniel Willmer (19) sowie Bert Saballa (32) feuern ihn an, ebenso wie die Schrauber Vater Engelbert Willmer und Dominik Jagielski.

Das Team hat momentan einen Wagen für drei Fahrer, die sich abwechseln. Am vergangenen Wochenende war Sebastian Willmer mit dem Spielmannszug unterwegs, Daniel Willmer auf einem Geburtstag und Bert Saballa ist gefahren. In Herbern darf jetzt der 21-Jährige ran und hat als offizielles Ziel „heil ankommen“ ausgegeben - insgeheim hofft das Team aber auf eine Überraschung.

Ihr Auto ist schon ziemlich lädiert und wird wohl die letzte Saison im Einsatz sein - für das Herbern-Rennen haben sie sich deshalb extra den baugleichen Suzuki von Stefan Hölscher geliehen, der zwar eigentlich auch zum Team gehört, in diesem Jahr aber eine Pause macht. Der Motor für den optimalen Antrieb musste vom älteren ins neuere Modell gesetzt werden. Sie wurden rechtzeitig fertig. „Wenn man weiß, wo die Schrauben sitzen, dauert es nicht so lange“, sagt Sebastian Willmer. Wie viel PS jetzt unter der Haube stecken, kann er nicht genau sagen: „Ich denke zwischen 130 und 140.“ Serienmäßig sind es 101. Durch geschicktes Tuning wurde die Leistung verbessert: größere Kolben, neuer Kopf und ein Vergaser statt Einspritzer. Fünf Gänge hat der Suzuki, im Rennen werden aber nur drei genutzt. Der Drehzahlmesser zeigt bis zu 8500 Umdrehungen pro Minute.

Anschließend musste die Elektronik angeschlossen werden: Stromversorgung, Bremslicht, Staublicht und Anlasser. Das Staublicht ist eine helle rote Lampe am Heck, damit bei schlechter Sicht schlimme Unfälle vermieden werden. Vor zwei Jahren rettete sich Sebastian Willmer aus seinem damaligen Spezialcrosser: Sein Motor hatte ein Loch und fing Feuer. „Zum Glück war er hinten im Feld und wurde beim Rausspringen von anderen Autos nicht verletzt“, sagt sein Vater. Jetzt soll alles gut gehen und mit einem Erfolg enden - dafür legt das Team auch gerne Nachtschichten ein.

» Der Zeitplan: Am heutigen Samstag beginnt um 12.30 Uhr in Arup das erste freie Training. 14.30 Uhr: Langstreckenrennen DRCV; 16 Uhr: Großer Preis von Herbern; 20 Uhr: Siegerehrung. Am Sonntag starten um 10.15 Uhr die Wertungsläufe DRCV und NWDAV; 18 Uhr: Tagesendläufe; 19 Uhr: Siegerehrung.

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