Badminton-Bundesliga
Der Rückhalt aus der Ukraine

Lüdinghausen -

Seit Jahren kann Union Lüdinghausen auf Vladislav Druzhchenko zurückgreifen, wenn es personell einmal eng wird. So wie am heutigen Mittwoch beim Aufsteiger BV Mülheim: Der routinierte Ukrainer ist unverzichtbar, weil Ruud Bosch und Endra Kurniawan verletzt ausfallen.

Mittwoch, 03.10.2012, 13:10 Uhr

Badminton-Bundesliga : Der Rückhalt aus der Ukraine
Kaffee ist das Lieblingsgetränk von Foto: mkle

Morgens Kaffee, mittags Kaffee und auch abends Kaffee: Wenn Vladislav Druzhchenko bei den Schnaases zu Gast ist, dann läuft die Kaffeemaschine heiß. Der 39jährige Ukrainer genießt es, in Lüdinghausen zu sein – nicht nur mit einer Tasse Kaffee in der Hand. „Es ist einfach schön hier, alle sind sehr nett und ich kann in Ruhe ausschlafen“, sagt der Badminton-Profi aus Dnjpropetrowsk, der Millionenstadt im Herzen der Ukraine .

Seit drei Jahren spielt Vladislav Druzhchenko im Herbst seiner Karriere für den Bundesligisten Union Lüdinghausen und steht immer dann bereit, wenn im Team Not am Mann herrscht. Und das ist zurzeit wieder der Fall, weil Ruud Bosch und Endra Kurniawan verletzungsbedingt ausfallen. „Er ist für uns unverzichtbar“, sagt Teammanager Michael Schnaase. Denn der Allrounder mit seiner riesigen Erfahrung kann in allen drei Disziplinen (Herreneinzel, Doppel und Mixed) eingesetzt werden.

Druzhchenko hat eine große Karriere hinter sich. Er nahm unter anderem an drei Olympischen Spielen teil, wurde zwei Mal internationaler Meister und seine nationalen Titel kann er schon nicht mehr zählen. Und da er im hohen Badmintonalter immer noch topfit ist, wurde er sogar Weltmeister in seiner Altersklasse. Kein Wunder, dass er derzeit der älteste Spieler in der Bundesliga ist.

Ohne Zweifel genießt es der Ukrainer, in Lüdinghausen gehegt und gepflegt zu werden. Im Hause Schnaase, wo viele der Spieler bei Heimspielen übernachten, ist er ein gern gesehener Gast. Und in der Halle feiert ihn das Publikum, wie am Sonntag bei seinem Erfolg gegen den Gifhorner Sebastian Schöttler. Obwohl das Team 5:0 führte, harrten alle Zuschauer aus und ließen ihn nach seinem umkämpften Sieg hochleben. „Ein tolles Gefühl“, freut sich Vladislav Druzhchenko.

Dabei honorieren die Besucher nicht nur seine tolle Leistung auf dem Feld, sondern auch die Strapazen, die er auf sich nimmt, um nach Lüdinghausen zu kommen. Mit Zug und Flugzeug ist er meist 24 Stunden unterwegs, um dann für Union 08 mit großem Einsatz dem Ball hinterherzujagen.

In der Heimat hat er sich ebenfalls ausschließlich dem Badmintonsport verschrieben. Er ist Coach seines Heimatvereins Meteor Dnjpropetrowsk und gleichzeitig Co-Trainer der ukrainischen Junioren-Nationalmannschaft. Kein Wunder ist es, dass auch der ältere seiner beiden Söhne bereits in seine Fußstapfen tritt. Der 15-Jährige ist der Beste seines Jahrgangs in der Ukraine. Und natürlich kommt es auch beim Training dann des öfteren zu „Vater-Sohn-Konflikten“, wie Vladislav Druzhchenko lächelnd erzählt.

Am heutigen Mittwoch kommt es wieder einmal (auch) auf den Ukrainer an. Denn im Spitzenspiel beim BV Mülheim hofft Teamchef Michael Schnaase vor allen Dingen auf einen Sieg im zweiten Einzel. Dort trifft Vladislav Druzhchenko wieder einmal auf einen viel jüngeren Konkurrenten, gegen den er sich behaupten will. Und auch im Doppel sieht er sich an der Seite von Josche Zurwonne nicht chancenlos.

Insgesamt wäre er genau wie der Teamchef mit einem Remis im Ruhrgebiet mehr als zufrieden. Denn das würde die sehr gute Ausgangsposition im Kampf um die drei Play-Off-Plätze nicht verschlechtern.

Besonders freuen sich die Beiden, dass sich viele Lüdinghauser Zuschauer am „Tag der Deutschen Einheit“ mit auf den Weg nach Mülheim machen wollen. „Dann macht es doppelt Spaß“, betont Druzhchenko, der nach Spielende wieder in seine ukrainische Heimat reisen wird.

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