Badminton-Länderspiel
Wieselflinke Chinesin ringt nach Luft

Lüdinghausen -

Im zweiten Satz brachte Karin Schnaase von Union Lüdinghausen die Chinesin Chen Xiao Jia gehörig ins Schwitzen, trotzdem verlor die Deutsche in zwei Sätzen. Deutschland unterlag im Länderspiel mit 0:5.

Sonntag, 14.10.2012, 21:10 Uhr

Badminton-Länderspiel : Wieselflinke Chinesin ringt nach Luft
Die Vorfreude auf das Länderspiel ist Karin Schnaase (strahlend in der Mitte) anzusehen. Foto: mkle

Etwas unentschlossen wiegt Bundestrainer Xuyan Wang den Kopf hin und her. „Das war wirklich gut“, geht ihm über die Lippen. Eine Viertelstunde ist das Dameneinzel zwischen Karin Schnaase und der Chinesin Chen Xiao Jia gerade vorbei. Ausgepumpt sitzt die Lüdinghauserin noch auf der deutschen Mannschaftsbank und lässt sich das Match gegen ihre erst 19-jährige Kontrahentin durch den Kopf gehen. „Im zweiten Satz war ich dran“, meint Schnaase.

Doch das Ergebnis spricht Bände. 11:21 und 16:21 lautet nach 36 gespielten Minuten das letztlich klare Resultat gegen die Lüdinghauserin – wie auch das gesamte Länderspiel am Freitagabend in der Wuppertaler Uni-Halle eine klare Sache war. 0:5 lautete das Endergebnis.

Ein Rückblick: Um kurz vor sieben füllt sich die schöne Rundsporthalle mit fast 2000 Zuschauern bis auf wenige Plätze. „Eine tolle Halle mit einer super Atmosphäre“, freut sich Schnaase auf ihr besonderes Länderspiel gegen die Badminton-Großmacht China , weswegen sie sogar auf die Teilnahme an den gleichzeitig laufenden „Dutch Open“ verzichtet hatte. Zwar hat das Team aus dem Reich der Mitte gnadenvoll nur die zweite Garde mitgebracht. Doch auch die ist gegen die Deutschen haushoch favorisiert.

So steht beispielsweise die junge Kontrahentin von Schnaase rund 30 Plätze vor der Spielerin des SC Union Lüdinghausen in der Weltrangliste und hat im letzten Jahr mit den „Indonesian Open“ schon ihr erstes großes Grand-Prix-Turnier gewonnen. Am Tag zuvor hatte sie allerdings beim chinesischen 4:1-Sieg in Dessau den deutschen Ehrenpunkt im Einzel gegen Ex-Unionistin Juliane Schenk zulassen müssen.

„Aufgeregt bin ich eigentlich nicht“, meint Schnaase noch kurz vor ihrem Einzel, mit dem das Länderspiel eröffnet wird. Vielleicht trägt dann die überlange Eröffnungszeremonie mit einer unangemessen aufgeregten Moderation dazu bei, dass die 27-Jährige auf dem Feld reichlich nervös wirkt. Unter Beobachtung und Anfeuerung von rund zwei Dutzend Lüdinghauser Fans liegt sie schnell mit 2:9 hinten, kämpft sich auf 9:11 heran, um dann im zweiten Teil des ersten Satzes fast unterzugehen. 11:21 lautet das Ergebnis von Durchgang eins, in dem Schnaase gegen die wieselflinke Chinesin kaum ein Bein an die Erde bekommt.

Das ändert sich schlagartig im zweiten Satz. Lange und spektakuläre Ballwechsel werden von den Zuschauern begeistert gefeiert. Die Chinesin muss – fast ein Wunder – immer wieder kleine Auszeiten nehmen, um zu Luft zu kommen. 15:13 führt die Lüdinghauserin schließlich und hat den Satzgewinn schon vor Augen. Doch da unterlaufen ihr einige einfache Fehler, und Chen Xiao Jia dreht noch einmal kräftig auf. Mit 16:21 geht am Ende auch der zweite Satz weg – und damit ist ihr Länderspiel gegen China schon Geschichte.

Dennoch: „Solche Spiele bringen Karin extrem weiter“, meint Bruder Christoph Schnaase, der auf der Tribüne nebst der gesamten Familie mitfiebert und seine Schwester bisweilen coacht. „Die Asiatinnen spielen einfach ganz anders – und jedes Spiel bringt da mehr Erfahrung.“ Dem pflichtet Karin Schnaase bei: „Dieses Länderspiel hat einfach Spaß gemacht, auch wenn ich gerne mindestens einen Satz gewonnen hätte.“

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