Judo: Kuriose Ehrung in Paris
Pokal für das meiste Blut

Seppenrade -

In seiner ganzen Karriere hat Philipp Meer damit zu kämpfen, dass er auf der Matte häufig blutet. In Paris wurde der Judoka aus Seppenrade dafür sogar belohnt. Nach einem Turnier bekam er einen Hämoglobin-Preis.

Samstag, 14.02.2015, 12:02 Uhr

Philipp Meer hat einen Preis im Judo gewonnen, den die meisten Olympiasieger und Weltmeister in dieser Kampfsportart nie bekommen werden. Auf den sie allerdings, das muss man fairerweise dazusagen, auch nicht scharf sein dürften. Meer wusste nicht einmal, dass es eine solche Auszeichnung gibt – bis er den kleinen Stehpokal jetzt in Paris in den Händen hielt. Der Seppenrader wurde nach einem Universitäts-Turnier mit dem „Hémoglobine“-Preis geehrt – weil er der Teilnehmer war, der auf der Matte am meisten geblutet hat.

Davon hatte ich noch nie gehört.

Philipp Meer

Der 22-Jährige, der in Münster wohnt und seit dieser Saison in der Regionalliga für die Judogemeinschaft Münster („Münster Monsters“) kämpft, war mit der Uni-Mannschaft zu einem international besetzten Turnier in die französische Hauptstadt gereist. Bei dem mit Sportlern aus England, Spanien, Frankreich und Deutschland besetzten Wettkampf am École polytechnique belegte das Team des Hochschulsports aus Münster in der Endabrechnung den zweiten Platz. Bei der Siegerehrung hörte Meer plötzlich seinen Namen, wusste da aber noch nicht warum. „Mein Französisch ist nicht mehr so gut, dass ich das sofort verstehen konnte“, erzählt der Lehramts-Student mit den Fächern Englisch und Politik. Dann wurde die Zeremonie auf Englisch fortgesetzt, und Meer nahm den Hämoglobin-Preis entgegen – erfreut und überrascht.

„Davon hatte ich noch nie gehört“, erklärt der Judoka aus der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm. „Nach einem anstrengenden Wettkampf solch einen Preis zu bekommen, ist schon witzig.“ Bei einem Kampf im „ Golden Score “ ohne zeitliche Begrenzung zog sich Meer blutige Wunden unter anderem an der Nase und Lippe zu. Drei Mal kümmerte sich ein Sanitäter um den Deutschen, bis er gewonnen hatte. Den Ersthelfer traf Meer später wieder. „Am Ende des Turniers hatte ich mich noch bei ihm für die nette Wundversorgung bedankt, da hatte er nur gelacht und mir auf die Schulter geklopft.“

Ich habe mir empfindliche Stellen mal beim HNO-Arzt veröden lassen, es passiert aber immer wieder.

Philipp Meer

Mit Blutungen im Training und im Wettkampf hatte der Seppenrader schon immer Probleme. „Ich habe mir empfindliche Stellen mal beim HNO-Arzt veröden lassen, es passiert aber immer wieder“, sagt Meer. Jetzt wurde er für diesen nervigen Karriere-Begleiter in Frankreich sogar belohnt.

Eine Art Entschädigung? „Gewissermaßen schon, es war halt lustig“, meint Philipp Meer. „Ich werde sonst auch schon mal von anderen aufgezogen, wenn meine Jacke wieder einmal blutig ist. Die Ehrung in Paris war jetzt eine Würdigung dessen, wofür man sonst nicht gewürdigt wird.“

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