Torhüter Nils Leifhelm spielt in den USA
Vielflieger aus Rhode Island

Lüdinghausen/Senden -

Er hat in der Jugend beim VfL Senden und bei Union Lüdinghausen gespielt – und beim FC Schalke 04, mit dessen U 19 er Deutscher Meister wurde. Jetzt hechtet Torhüter Nils Leifhelm in den USA durch die höchste College-Liga. Mit Erfolg: Der 21-Jährige wurde zum besten Newcomer gekürt.

Dienstag, 30.06.2015, 18:11 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 27.06.2015, 10:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 30.06.2015, 18:11 Uhr
Der kleinste US-Bundesstaat Rhode Island ist zur neuen Wahlheimat von Nils Leifhelm geworden. Der Keeper spielte in der Jugend beim VfL Senden und bei Union Lüdinghausen.
Der kleinste US-Bundesstaat Rhode Island ist zur neuen Wahlheimat von Nils Leifhelm geworden. Der Keeper spielte in der Jugend beim VfL Senden und bei Union Lüdinghausen. Foto: Michael Scott

Natürlich stimmt nicht immer, was Schwarz auf Weiß geschrieben steht – insbesondere auch nicht im Internet. So ist über Nils Leifhelm im Online-Portal transfermarkt.de zu lesen, dass der Fußball-Torhüter angeblich „pausiert“. Stimmt aber nicht. Der gebürtige Münsteraner, der zwischen 2000 und 2007 in der Jugend beim VfL Senden und Union Lüdinghausen zwischen den Pfosten stand, hat nur seinen Lebensmittelpunkt einige tausende Kilometer Richtung Westen verlegt – und ist sehr wohl aktiv.

Der kleinste US-Bundesstaat Rhode Island ist zur neuen Wahlheimat des 21-Jährigen geworden. Dort kann er sein Studium des „Global Buisiness“ und den Leistungssport miteinander in Einklang bringen. „Es war auf jeden Fall der richtige Schritt für meine weitere Entwicklung, weil ich sportlich für mich nicht mehr die große Chance auf den Sprung in den deutschen Profifußball gesehen habe“, sagt Leifhelm.

Nach den Stationen Rot-Weiß Ahlen und Preußen Münster, mit denen der Nachwuchskeeper in den höchsten Jugendklassen spielte, wurde er ab 2010 für drei Saisons ein Königsblauer. Zwischenzeitlich war Leifhelm dem Bundesliga-Geschäft sehr nah: Als Keeper der Reserve des Erstligisten FC Schalke 04 gehörte er bis 2014 dem erfolgreichen Unterbau der Gelsenkirchener an, aus dem neben Manuel Neuer auch die aktuellen S04-Keeper Ralf Fährmann und Timon Wellenreuther hervorgingen.

Schalke 04 kann übrigens doch Deutscher Meister werden – jedenfalls schaffte der Torhüter mit den starken Reflexen aus dem Münsterland 2012 dieses Kunststück mit der U 19. Auch wenn ihm in seiner Zeit bei der Zweitvertretung des S 04 der Sprung in den Bundesliga-Kader nicht gelang, blickt Leifhelm zufrieden und auch stolz auf seine Gelsenkirchener Zeit zurück. „Lothar Matuschak ist einer der besten Torhüter-Trainer, deshalb bin ich dankbar, durch seine Schule gegangen zu sein.“

Sein Können demonstriert Leifhelm in den USA nun in der höchsten College-Liga. Der Wechsel des Vereins und des Lebensmittelpunktes folgte nach einer „spontanen“ Eingebung und „weil ich nicht in die dritte oder vierte deutsche Liga wechseln wollte“, sagt Leifhelm. Über die Internet-Plattform einer münsterischen Agentur zur Vermittlung von Sport-Stipendien, auf der Videos und Fotos des 1,90 Meter großen Keepers präsentiert wurden, wurden mehrere US-Trainer auf ihn aufmerksam. Der Coach der „University of Rhode Island“ schlug zu . . .

Dank des speziellen Stipendiums für junge Sportler konnte Leifhelm daraufhin seinen USA-Wunsch verwirklichen. In seiner Premierensaison war der 21-Jährige nicht nur mit seinem Team sehr erfolgreich – Leifhelm entpuppte sich als sportlicher Volltreffer für seine Universitätsmannschaft. Er wurde zum besten Newcomer in der Liga und zum besten Newcomer-Torwarts der USA gekürt.

Der Wechsel war für ihn vor allem als Leistungssportler auch mit Umstellungen verbunden. So musste Leifhelm sich an einen anderen Spiel- und Trainingsrhythmus gewöhnen. Übungseinheiten stehen phasenweise fünf bis sechs Mal in der Woche morgens ab 6.30 Uhr auf dem Plan. Während der Saison kommt es vor, dass innerhalb von zwei Wochen vier Auswärtspartien ausgetragen werden müssen. Daher ist Leifhelm aufgrund der Entfernungen zum „Vielflieger“ geworden – nicht nur als Torwart, sondern auch per Flugzeug.

„Die Saisonvorbereitung ist sehr intensiv. Da der Spielplan in der Saison eng gesteckt ist, wird dann nicht mehr viel trainiert. Grundsätzlich bin ich positiv überrascht, wie professionell der Fußball hier organisiert und durchgeführt wird“, erzählt Leifhelm. Er lobt zudem die mannschaftliche Geschlossenheit und den Teamgeist. „Der Druck ist zwar nicht so groß wie auf Schalke, dennoch ist der sportliche Konkurrenzgedanke natürlich ebenso vorhanden.“

Zurzeit wohnt der Jung-Student auf dem Campus, demnächst bezieht er mit fünf Mitspielern ein Haus. „Der Strand ist nur 15 Minuten entfernt“, schwärmt Leifhelm. Geplant hat er seinen USA-Aufenthalt zunächst für vier Jahre, in denen er den Bachelor-Abschluss machen will. „Nach dem Studium wäre ich nicht abgeneigt, wieder in Deutschland Fußball zu spielen. Ebenso könnte ich mir vorstellen, dass ein Engagement in der amerikanischen Profiliga eine Alternative für mich sein könnte.“

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