Fußball: Kreis Ahaus/Coesfeld
Tolle Idee: Schiedsrichter und Fußballtrainer tauschen sich aus

Lüdinghausen/Seppenrade -

Schiedsrichter und Trainer setzen sich zusammen und besprechen den Umgang miteinander. Eine tolle Idee! Die Referees und Coaches aus dem Fußballkreis Ahaus/Coesfeld haben das getan – mit überraschenden Erkenntnissen für beide Seiten.

Dienstag, 19.07.2016, 19:07 Uhr

Christoph Hanck ist Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld und kann auch aus eigener Erfahrung vom „Mitein­ander“ von Schiedsrichtern und Trainern während eines Spiels berichten.
Christoph Hanck ist Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses im Fußballkreis Ahaus/Coesfeld und kann auch aus eigener Erfahrung vom „Mitein­ander“ von Schiedsrichtern und Trainern während eines Spiels berichten. Foto: sh

Ein positives Fazit haben die Teilnehmer der ersten Trainer-Schiedsrichter-Tagung des Fußballkreises Ahaus / Coesfeld im Legdener Landhotel Hermannshöhe gezogen. So wurde der Wunsch nach einer Wiederholung laut. Dann sollen nach Möglichkeit auch Videoszenen gemeinsam analysiert werden, um eine einheitliche Linie der Regelinterpretationen zu gewährleisten.

„Wir wollten gegenseitig Verständnis aufbauen“, sagte Christoph Hanck . Der Vorsitzende des veranstaltenden Kreisschiedsrichterausschusses hob hervor, dass das Verhältnis zwischen Schiedsrichtern und Trainern zwar nicht schlecht sei, „aber es geht halt sicher noch besser“. Eingeladen waren Trainer der ersten Mannschaften sowie der Reserve-Teams, die mindestens in der Kreisliga A spielen. Knapp die Hälfte der Vereine hatte Vertreter geschickt.

Trainer wünschen einheitliche Linie

„Ich war skeptisch, ob ich kommen sollte, habe hier aber viel Interessantes über die Perspektive der Schiedsrichter gelernt“, sagte ein Übungsleiter anschließend. Die Trainer wünschten sich eine einheitliche Linie der Schiedsrichter. Das fängt schon bei Kleinigkeiten wie dem Dulden der Farbe der Unterziehhemden oder dem Zeitpunkt der Passkontrolle an. „Es ist schwierig, wenn ein Schiedsrichter kurzfristig Pässe sehen will und dann plötzlich die Spielvorbereitung beeinflusst wird“, erklärte ein Trainer.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass vor allem junge Schiedsrichter, die in ihrer Persönlichkeit noch nicht gefestigt sind, als Einzelkämpfer in der Kreisliga besonders unter Druck stehen und sich daher Fehler sowohl bei Entscheidungen als auch beim Auftreten ergeben können.

Philipp Hüwe, Regionalliga-Schiedsrichter und Drittliga-Assistent von Eintracht Coesfeld: „Genauso wie Spieler und Trainer Verhaltensweisen aus dem Profifußball übernehmen, tun das junge Schiedsrichter auch gelegentlich.“ Dieses Verhalten aller Beteiligten sei auf Kreisebene sicherlich nicht hilfreich, so Hüwe.

Nicht jeder Spruch ist böse gemeint

Beide Seiten warben für ein gegenseitiges Verständnis. Nicht jeder Spruch sei böse gemeint, so die Trainer. Die Schiedsrichter baten um Verständnis dafür, dass sie bei verbalen Attacken häufig einschreiten müssten, da sie auch die Außenwirkung berücksichtigen müssen. Greift der Schiedsrichter nicht frühzeitig durch, heizt sich die Stimmung oftmals auf.

Einig waren sich alle, dass eine gute Kommunikation zwischen den Beteiligten zu einem besseren Miteinander führe. Das fängt schon mit der rechtzeitigen Anreise des Schiedsrichters und dem dann möglichen Austausch an. Auch konstruktive Gespräche in der Halbzeit und nach dem Spiel sollten möglich sein, so einige Teilnehmer.

Schiedsrichter muss das Spiel managen

Philipp Hüwe betonte, dass auch die Schiedsrichter unter Beobachtung stünden. Auch dort geht es um Prüfungen, Aufstiege und Förderungen. Hüwe sagte, dass die Beobachter sehr viel Wert auf die Persönlichkeit und die Spielleitung des Schiedsrichters legten. Heute sei ein Spielleiter gefragt, der das Spiel manage. Viele Karten seien da nichts, was sich der Beobachter vom Schiedsrichter wünsche. Deshalb dürfe der Schiedsrichter – da wo die Regeln einen Spielraum lassen – Fingerspitzengefühl zeigen. Hier wünschten sich die Trainer eine Vergleichbarkeit. Christoph Hanck: „Auch unter Beobachtern gibt es verschiedene Stile und Präferenzen, aber der Kreisschiedsrichterausschuss schult ebenso Beobachter zwecks einheitlicher Linie.“

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