Reiten: Damon’s Satelite
Das Erfolgspferd von Jil Becks ist sensibel und sehr eifersüchtig

Ottmarsbocholt -

Bei Jil-Marielle Becks und ihrem Erfolgspferd Damon’s Satelite war es Liebe auf den ersten Blick, sagt die 19-Jährige. Sie haben in diesem Jahr fast alles gewonnen, was geht. Becks hat im nächsten Jahr viel vor, und das nicht nur mit dem achtjährigen Wallach, sondern auch mit seiner Schwester.

Montag, 26.12.2016, 06:12 Uhr

Für das Reiten opfert Jil-Marielle Becks ihre komplette Freizeit. Mit Damon’s Satelite hat sie in diesem Jahr fast alles gewonnen.
Für das Reiten opfert Jil-Marielle Becks ihre komplette Freizeit. Mit Damon’s Satelite hat sie in diesem Jahr fast alles gewonnen. Foto: Aumüller

Jil-Marielle Becks studiert in Dortmund Journalismus und Moderation. Nicht nebenbei, sondern in aller Ernsthaftigkeit. Und sie reitet. Nicht nebenbei, sondern mit großen Erfolgen. Die Dressurreiterin vom RV Lüdinghausen gewann in diesem Jahr in der Altersklasse der Jungen Reiten mit der deutschen Mannschaft die Europameisterschaft in Spanien , in Riesenbeck die Deutsche Jugendmeisterschaft und bei hochkarätigen internationalen Turnieren in Hagen und Wiesbaden. Die Erfolgsliste ließe sich beliebig fortsetzen. Training, Turniere, Studium – wie funktioniert das? „Im Schnitt geht der halbe Tag für die Uni drauf und die andere Hälfte für das Reiten. Dafür opfere ich meine komplette Freizeit“, erklärt die 19-Jährige. Für einen Freund ist da momentan keine Zeit, für Freundinnen nur bei guter Planung.

Journalismus habe sie schon immer interessiert, so Becks. Sie kann sich in dieser Branche mal einen Job als Pferdesport-Expertin vorstellen. Das ist aber noch weit weg, die Pläne nach dem Studium sehen anders aus. „Dann möchte ich mich gerne erst einmal ganz auf das Reiten konzentrieren“, sagt die Ottmarsbocholterin, die bei ihren Eltern auf dem Hof lebt. Sie führen die „Hengsthaltung Becks“.

Satelite gehört zur Familie, er ist ein Teil von mir

Jil-Marielle Becks

Dass die Tochter das Zeug zu einer großen Reitsportlerin hat, beweist sie mit Damon’s Satelite. Mit dem achtjährigen Sohn aus der Becks-Züchtung von Weltmeisterhengst Damon Hill (Mutter von Rubin-Royal) feierte sie die Erfolge am Fließband. Den Wallach, der früher beim Bundeschampionat und bei der Weltmeisterschaft der Jungen Pferde von Helen Langehanenberg geritten wurde, stellt Becks auf Turnieren vor, seitdem er fünf ist. „Satelite hat immer hier gestanden, er hat den Stall nie verlassen. Jil und Satelite haben immer zusammengehangen“, erzählt Mutter Melanie Becks. „Es war Liebe auf den ersten Blick. Er gehört zur Familie, er ist ein Teil von mir“, sagt Jil Becks . „Wir haben alle Höhen und Tiefen einer Ausbildung zusammen erlebt.“ Damon’s Satelite sei „unheimlich willensstark“, habe „eine gute Einstellung zum Sport“, und sei sensibel. Die junge Reiterin sagt: „Er hat Charakter. Und er ist unheimlich eifersüchtig. Konkurrenten hat er nicht so gerne.“

Fokus auf Damon‘s Delorange

25 Vierbeiner stehen bei Becks in den Boxen, Jil-Marielle reitet vornehmlich vier: ein junges Pferd, ein Pony, Damon’s Satelite und dessen Schwester Damon’s Delorange. Die Stute ist ebenfalls hoch veranlagt, wurde in diesem Jahr nach einer Verletzung aber geschont. „Wir lassen ihr genügend Zeit“, sagt Becks. Sie sieht die Neunjährige auf gleichem Niveau wie Satelite. Eins der großen Vorhaben von Becks im nächsten Jahr: Sie will den Fokus wieder verstärkt auf Delorange richten. „Und Satelite möchte ich gerne in Inter A, Inter B vorstellen. Das ist ein Traum“, hat Becks die nächste Leistungsstufe im Visier.

Die Konkurrenz und das Niveau in Deutschland sind erdrückend

Jil-Marielle Becks

Dieses Jahr mit Damon’s Satelite ist schwer zu toppen. Die Deutsche Jugendmeisterschaft „war sehr emotional“, so Becks, „weil ich einen sicher geglaubten Sieg fast noch aus der Hand gegeben habe“. Die EM am Meer in Spanien „war vom Ambiente her toll“. Am höchsten hängt die 19-Jährige aber die Qualifikation für das Finale des Nürnberger Burg-Pokals, eine renommierte Turnierserie für junge Dressurpferde. „Platz zwei in der Einlaufprüfung vor Ingrid Klimke – das war etwas ganz Besonderes. Das ist eine ganz andere Liga“, meint Becks. „Da wird man von den Senioren ganz anders wahrgenommen.“

Mit großen Zielen tut sie sich schwer. Mal eine EM oder WM bei den Senioren reiten? Oder sogar bei Olympia? „Klar wäre das ein Traum, aber solche Ziele kann man sich nicht setzen“, sagt Becks. „Die Konkurrenz und das Niveau in Deutschland sind erdrückend. Erst einmal möchte ich in den Seniorensport hineinwachsen.“

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