Fußball: Frauen-Bundesliga
Lüdinghauserin heuert in Liga eins an

Lüdinghausen -

Magdalena Richter hat bei Union Lüdinghausen und Fortuna Seppenrade das Kicken gelernt. 2017/18 trägt sie das Trikot des Erstligisten MSV Duisburg.

Dienstag, 20.06.2017, 07:06 Uhr

Abschütteln lässt sich Magdalena Richter (r.) nur selten. Bald kickt die gebürtige Lüdinghauserin in Liga eins.
Abschütteln lässt sich Magdalena Richter (r.) nur selten. Bald kickt die gebürtige Lüdinghauserin in Liga eins. Foto: Steffen Kase

Es ist wohl der Traum eines jeden kleinen Kindes, wenn es von früher Jugend an seinem liebsten Hobby nachgeht: Es im Fußball bis nach ganz oben zu schaffen und in der Bundesliga aufzulaufen. Für Magdalena Richter , eine ehemalige Jugend-Spielerin von Union Lüdinghausen und Fortuna Seppenrade, geht dieser lang gehegte Traum in Erfüllung. Die 24-Jährige hat einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den Frauen des MSV Duisburg unterschrieben. Diese spielen in der Allianz-Frauen-Bundesliga.

An ihre Anfangszeiten als kleine Nachwuchskickerin erinnert sich die gebürtige Lüdinghauserin ganz genau. „Ich bin gerade eingeschult worden, als ich mit dem Fußballspielen begonnen habe“, sagt Richter. Weil es bei Union zu der Zeit noch keine Mädchen-Mannschaften gab, kickte sie bis einschließlich zur D-Jugend erfolgreich bei den Jungs mit – auch wenn es hier und da mal Kritik gab. Sie sei zu dünn und zu klein, hieß es. „Doch letztlich habe ich mich immer durchgebissen“, lacht sie.

Zur gezielteren Förderung im Mädchen-Bereich wechselte Richter als C-Jugendliche zu Fortuna Seppenrade. Im Rosendorf blieb sie zwei Jahre, ehe sie weiterzog zu den B-Juniorinnen von Eintracht Coesfeld. Hier vollzog sie erfolgreich den Sprung zu den Senioren. Zwei Saisons lang lief sie für Coesfelds Damen-Mannschaft in der Regionalliga West auf und etablierte sich gleich als Stammspielerin sowie variabel einsetzbare und torgefährliche Mittelfeldspielerin.

Zur Saison 2013/14 wechselte Richter zu DJK VfL Billerbeck. Mit insgesamt 17 Saisontoren trug sie dazu bei, dass die Billerbeckerinnen die Saison auf dem dritten Platz in der Westfalenliga abschlossen. Mit viel Selbstvertrauen im Rücken wagte sie in der Folgesaison den Sprung zu den Frauen des VfL Bochum, die damals in der zweiten Bundesliga kickten. „Der Wechsel zu Bochum war für mich persönlich sehr wichtig“, sagt Richter rückblickend. Schließlich studiert die 24-Jährige an der Ruhr-Universität Bochum Bauingenieurwesen. Durch die eingesparten Fahrtwege konnte sie sich „ein Stück weit noch mehr auf den Fußball konzentrieren“.

Dies sollte sich jedoch nach nur einer Saison ändern. Der VfL kürzte die Unterstützung für die Frauen-Abteilung und zog sich aus der zweiten Bundesliga zurück. Richter zog es wie mehrere Mitspielerinnen zum VfL-Ligarivalen FSV Gütersloh. „Die Umstellung war schon hart, der Aufwand sehr groß. Immerhin liegen zwischen Bochum und Gütersloh über 100 Kilometer“, sagt Richter, die für die einstündigen Wege eine Fahrgemeinschaft mit den Bochumer Kolleginnen gründete.

Für Gütersloh absolvierte die 24-Jährige, die mittlerweile in Essen wohnt, insgesamt 44 Zweitligaspiele. Gerade in der abgelaufenen Spielzeit, die der FSV auf dem vierten Platz abschloss, machte Richter mit elf Saisontoren in 18 Einsätzen auf sich aufmerksam. Dies blieb ihrem ehemaligen Gütersloher Trainer Christian Franz-Pohlmann, der im vergangenen Jahr bei Bundesligist FF USV Jena an der Seitenlinie stand und zur kommenden Saison das Traineramt beim MSV Duisburg übernimmt, nicht verborgen. Beide arbeiten fortan also bei den Zebras wieder zusammen. „Magdalena ist eine technisch und athletisch sehr starke Spielerin und bringt eine professionelle Einstellung mit. Sowohl sportlich als auch charakterlich ist sie sicherlich ein großer Gewinn für die Mannschaft“, wird Franz-Pohlmann auf der MSV-Homepage zitiert.

Das ist für mich absolutes Neuland, aber ich freue mich riesig darauf. Ich sehe das als große Herausforderung und einmalige Gelegenheit an.

Magdalena Richter, künftige Bundesliga-Fußballerin

Richter, die seit drei Jahren auch festes Mitglied der deutschen Studierenden-Nationalmannschaft ist, wird also ab der kommenden Saison ihren Traum leben. Die deutsche Frauen-Bundesliga gilt als eine der besten Ligen der Welt. Hier trifft sie nicht nur auf viele deutsche Nationalspielerinnen, die 2016 in Rio de Janeiro die Goldmedaille gewannen, sondern auch auf viele international erfahrene und erfolgreiche Top-Spielerinnen. „Ich werde alles raushauen und versuchen, mich durch gute Trainingsleistungen für erste Einsätze in der Bundesliga zu empfehlen“, formuliert sie ihre Ziele. „Das ist für mich absolutes Neuland, aber ich freue mich riesig darauf. Ich sehe das als große Herausforderung und einmalige Gelegenheit an“, kann Richter ihr Glück kaum fassen. Doch dieses kommt nicht von ungefähr – den Erfolg hat sie sich durch jahrelange harte Arbeit und viel Verzicht verdient. Und wer weiß: Wenn Richter eine ähnlich erfolgreiche Entwicklung nimmt wie bei ihren Stationen zuvor, so wird sie ihrer Erfolgsstory noch das ein oder andere Kapitel hinzufügen können.

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