Badminton
Linda Efler strebt in die Weltspitze

Lüdinghausen -

Kurz nach ihrer Rückkehr vom World-Superseries-Turnier in Hongkong musste Linda Efler von Union Lüdinghausen eine Zwangspause einlegen – die Weisheitszähne. Doch nun schuftet sie wieder für ihren Traum: die Olympischen Spiele.

Mittwoch, 13.12.2017, 09:12 Uhr

Linda Efler – hier mit Union-Trainer Christoph Schnaase (r.) und Mixed-Partner Josche Zurwonne – spielt seit Beginn des Jahres für die Lüdinghauser in der Badminton-Bundesliga.
Linda Efler – hier mit Union-Trainer Christoph Schnaase (r.) und Mixed-Partner Josche Zurwonne – spielt seit Beginn des Jahres für die Lüdinghauser in der Badminton-Bundesliga. Foto: Levenig

Die Pause, die sich die aufstrebende Badmintonspielerin gönnt, ist nur von geringer Dauer. Kurz nach ihrer Rückkehr vom World Superseries-Turnier in Hongkong gilt es, eine Zwangsverschnaufpause einzulegen. Die Weisheitszähne eckten an und mussten dementsprechend entfernt werden. Doch nach nur einer Woche Trainingspause ging es wieder zurück in die Halle. Die Weltspitze lässt sich schließlich für Linda Efler nicht ohne Schufterei erobern. Sie ist in der Weltelite angekommen.

Schon als Siebenjährige lernte Efler den Sport lieben. Beim TV Emsdetten schlug sie beim wöchentlichen Training das erste Mal auf. Mit einer kontinuierlichen Steigerung in Leistung und Trainingsintensität wurde sie über die Jahre zur festen Größe im Kader des Zweitligateams. Nach dem Abitur ging es nach Mülheim an der Ruhr, wo das Badminton-Leistungszentrum des Landesverbandes seinen Sitz hat. Efler trainierte mit den Besten, Ligaspiele bestritt sie weiterhin für Emsdetten.

Nach meinem Umzug nach Saarbrücken ist das Studium eher zum Fernstudium geworden.

Linda Efler

Zeitgleich nahm Efler ein BWL-Studium an der Universität Duisburg-Essen auf, bei dem sie mittlerweile kurz vor dem Bachelor-Abschluss steht. „Nach meinem Umzug nach Saarbrücken im Sommer ist das Studium eher zum Fernstudium geworden“, erklärt die 22-Jährige. Ins Saarland hat es sie, bedingt durch den Umzug des Leistungszentrums, verschlagen. Auch der Wechsel vom TV Emsdetten zum SC Union Lüdinghausen stand Anfang des Jahres an. Nach 15 Jahren beim Heimatverein also auch hier ein Tapetenwechsel: Bundesliga statt 2. Liga.

Der Fokus liegt allerdings auf der Nationalmannschaft. „Die Bundesliga ist eher dafür da, Geld zu verdienen“, sagt Efler. Irgendwie muss das Leben in der Sportelite auch finanziert werden. Sowohl über Sponsoring in der Bundesliga als auch über die Deutsche Sporthilfe und den Deutschen Badminton-Verband werden Gelder generiert. Leistungsabhängig - das versteht sich von selbst. Für den Lebensunterhalt reicht es immerhin aus. Zudem gilt es, bei den internationalen Turnieren Preisgelder zu verdienen.

Zusammen mit Mixed-Partner Marvin Seidel tritt Efler in der World Superseries an. Bei den Platzierungsturnieren, ähnlich den großen WTA-Turnieren im Tennis, soll es für die beiden hoch hinaus gehen. Bei 13 bis 14 Turnieren im Jahr misst sich das Duo mit den Weltbesten. Efler/Seidel erreichten beispielsweise bei den Victor Open in Korea in diesem Jahr das Halbfinale.

In einer Sportart, die vor allem im asiatischen Raum präsent ist, mischt Efler als eine der besten Europäerinnen im großen Geschäft mit. Sie fasst bereits das nächste große Ziel ins Auge. Zweieinhalb Jahre sind es noch bis zu den Olympischen Spielen. Um sich für das Sportfest in Tokio zu qualifizieren, gilt es allerdings, ein Mixed-Double aus Deutschland hinter sich zu lassen. Isabel Herttrich und Mark Lamsfuss stehen noch vor Efler/Seidel. Doch ohne Ziele kein Erfolg. Von Störgeräuschen wie aneckenden Weisheitszähnen lässt sich Efler nicht von ihrem Traum abhalten.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5353987?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Post reagiert nicht auf Hilfsangebot
Eine Münsteranerin hat Strafanzeige gestellt, weil viele ihrer Briefe im Sommer einfach verschwunden sind.
Nachrichten-Ticker