Badminton: DBV-Coach
Job-Sharing à la Schnaase

Lüdinghausen -

Christoph Schnaase, Trainer des Bundesligisten Union Lüdinghausen, stand schon öfter in Diensten des nationalen Verbandes. Jetzt übernimmt der 35-Jährige eine besondere Aufgabe am Bundesstützpunkt, bleibt Union aber treu.

Donnerstag, 04.01.2018, 19:01 Uhr

Die Union-Asse – hier Josche Zurwonne – betreut Christoph Schnaase (l.) weiter. Aber auch als DBV-Coach ist der Lüdinghauser fortan gefordert.
Die Union-Asse – hier Josche Zurwonne – betreut Christoph Schnaase (l.) weiter. Aber auch als DBV-Coach ist der Lüdinghauser fortan gefordert. Foto: flo

Diese Chance konnte und wollte sich Christoph Schnaase ( Union Lüdinghausen ) nicht entgehen lassen. Als der Deutsche Badminton-Verband ( DBV ) vor einigen Wochen bei ihm anklopfte, ob er nicht als Trainer am Bundesstützpunkt Herren- und Dameneinzel in Mülheim/Ruhr einsteigen wolle, zögerte der Lüdinghauser zwar noch erst. „Schließlich baue ich gerade eine systematische Talentförderung bei Union auf“, sagt Schnaase.

Doch in seinem Umfeld beriet er sich nicht nur mit seiner Familie, sondern auch mit Lüdinghausens Coach Rachmat Hidajat – und so entwickelten alle zusammen ein Modell, damit Schnaase gleichzeitig mit einer halben Stelle als Bundesstützpunkttrainer arbeiten kann, aber auch sein ambitioniertes Nachwuchs-Projekt in Lüdinghausen in der hohen Qualität weiterführen kann. „Ich bin froh, dass ich beides machen kann“, erläutert Schnaase, der am Donnerstag seinen ersten Arbeitstag in Mülheim hatte.

Auch Li und Schäfer in Mülheim

Dort will der ausgebildete A-Trainer an zweieinhalb Tagen die besten Einzelspieler Deutschlands weiter voranbringen. Viele von ihnen kennt er bereits – und am besten natürlich „seine“ Unionisten Kai Schäfer und Yvonne Li. Aber auch alle weiteren Akteure sind ihm vertraut – war er doch beispielsweise schon 2017 als Trainer der Deutschen Hochschulauswahl bei der Universiade in Taiwan aktiv. Außerdem hat der Steverstädter ja schon mal ein Gastspiel in Mülheim gegeben, als er seine Schwester Karin auf dem Weg zur erfolgreichen Olympiaqualifikation begleitete.

Vorerst hat Schnaase beim DBV zwar nur einen Jahresvertrag erhalten, weil die Förderung des Badmintonsports immer stark von Bundesmitteln abhängig ist. Diese werden alle zwölf Monate bewilligt. Allzu gerne will er aber durch die neue Tätigkeit im Bereich des Spitzensportes richtig Fuß fassen.

Last bei Union wird verteilt

Am Herzen liegt Schnaase allerdings weiter die Talentförderung in Lüdinghausen. Da er allerdings nicht mehr bei allen Trainingseinheiten selber vor Ort sein kann, wird die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt – zum Teil sogar innerhalb der Familie. Als Rentner (mit viel Zeit) will Vater Michael, eigentlich Teammanager des hiesigen Erstligisten, als Coach aktiver werden. Und auch Karin Schnaase hat schon angedeutet, dass sie künftig gern in die Trainingsarbeit vor allem mit den Kleinsten einsteigen will. Hinzu kommen als Betreuer gleich mehrere Spieler der zweiten und dritten Seniorenmannschaft, die Christoph Schnaase selbst ausgebildet hat, und die ihr Wissen weitergeben wollen.

„Ich bin gespannt auf das, was da kommt“, freut sich der neue DBV-Coach auf ein aufregendes Jahr, in dem er die Nationalspieler auch bei ausgewählten internationalen Turnieren begleiten wird. Und natürlich wird er weiterhin bei den Bundesligapartien – etwa beim wichtigen Spiel gegen Trittau am kommenden Dienstag – als Trainer an der Seite sitzen.

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