Badminton: Bundesliga
Freundschaft zwischen Union und dem BC Beuel ruht für zwei, drei Stunden

Lüdinghausen -

Die besten deutschen Badmintonspieler sind wie eine große Familie. Man kennt sich, schätzt sich, ist sogar miteinander befreundet. Nur eben heute Abend nicht, wenn Union Lüdinghausen ab 19 Uhr im Anton den BC Beuel zum Verfolgerduell bittet.

Montag, 26.02.2018, 18:02 Uhr

Kai Schäfer – Nummer eins des SC Union Lüdinghausen – trifft am Dienstag womöglich auf Max Weißkirchen. Es wäre die Neuauflage des DM-Endspiels.
Kai Schäfer – Nummer eins des SC Union Lüdinghausen – trifft am Dienstag womöglich auf Max Weißkirchen. Es wäre die Neuauflage des DM-Endspiels. Foto: flo

An das Hinspiel kann sich Michael Schnaase noch gut erinnern – nicht nur, weil „sein“ Bundesligateam beim BC Beuel ungewöhnlich deutlich mit 0:7 unterlag. „Damals war es eine besondere Situation, weil kurz zuvor Erik Meijs tödlich verunglückt war“, erinnert sich der Teammanager des Badminton-Bundesligisten Union Badmintonteam. Der Niederländer gehörte dem Team des BC Beuel an – und die Begegnung stand für alle Beteiligten ganz unter dem Eindruck des schrecklichen Unfalls.

Am heutigen Dienstag geht es im Rückspiel hingegen nur um Bundesligapunkte. Um 19 Uhr gastiert das Team aus Bonn in der Sporthalle des St. Antonius-Gymnasiums – und doch ist auch dies eine ganz besondere Begegnung. Denn zum einen wollen sich beide Teams eine möglichst gute Position in der Tabelle sichern. Denn die Endplatzierung entscheidet über Vor- und Nachteile bei den anstehenden Playoff-Spielen. Der BC Beuel könnte als derzeit Zweiter direkt ins Halbfinale einziehen. Union will unbedingt den vierten Platz verteidigen, der ein Heimspiel im Viertelfinale zur Folge hätte. Insofern ist das Union-Ziel, zumindest einen Punkt daheim zu behalten.

DM-Revanche

Zum anderen kann es heute gleich zu zwei Revanche-Spielen kommen. Denn die Unionisten Kai Schäfer und Yvonne Li verloren ihre jeweiligen Endspiele um die Deutsche Einzelmeisterschaft jeweils gegen Kontrahenten aus Beuel: Max Weißkirchen und Luise Heim. „Wir erwarten daher ganz heiße Spiele“, meint Schnaase.

Dass diese indes in aller Freundschaft stattfinden werden, zeigte sich am vergangenen Samstag. Denn im Rahmen eines Showkampfes in Bonn wurden nicht nur die Beueler Marc Zwiebler und Birgit Overzier, sondern auch Karin Schnaase vom Nationalteam verabschiedet. „Das war eine schöne und harmonische Veranstaltung“, so Michael Schnaase, der als Vater natürlich selber vor Ort war. Doch alle Freundschaft dürfte am heutigen Abend zumindest für zwei bis drei Stunden zurückstehen, wenn es um wichtige Punkte im Spitzenspiel der Badminton-Bundesliga geht.

„Ein Training pro Woche reicht“

HIm Top-Einzel kommt es zum Duell zwischen „Mister Badminton“ Marc Zwiebler und einem seiner Kronprinzen, Kai Schäfer. Die WN haben mit dem Ex-Europameister gesprochen.

Das Hinspiel gewann Bonn 7:0. Erwarten Sie mehr Gegenwehr in Lüdinghausen?

Zwiebler: Definitiv. Die erste Partie war kurz nach Eric Meijs tragischem Tod. Da ist das Sportliche in den Hintegrund getreten.

 

Ihr Team ist – nicht zuletzt dank Ihrer Rückkehr – Zweiter hinter Bischmisheim. Überrascht Sie das bisherige Abschneiden?

Zwiebler: Ein Stück weit schon. Zumal Birgit Overzier, seit sie schwanger ist, auch nicht mehr zur Verfügung steht. Aber wir haben tolle junge Spieler wie Max Weißkirchen und Luise Heim in der Mannschaft.

 

Obwohl Sie nach der WM 2017 in Glasgow von der internationalen Bühne abgetreten sind, waren Sie bei der Team-EM kürzlich in Russland die deutsche Nummer eins. Spricht das für Sie – oder gegen die übrigen Nationalspieler?

Zwiebler: Dass es so gut laufen würde, war tatsächlich nicht abzusehen. Zumal ich höchstens einmal die Woche trainiere. Was die nächste Generation angeht: Ist doch schön, dass es vier, fünf Mann auf einem Niveau gibt. Die können einander gegenseitig pushen – und irgendwann ähnlich erfolgreich sein, wie ich es war.

 

Auch Kai Schäfer?

Zwiebler: Wieso nicht? Er ist enorm trainingsfleißig, hatte aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Ich denke, er ist noch längst nicht dort, wo er hin will. flo

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