Motorsport: WM-Premiere
Ein Mann startet durch – Jens Benneker für Langbahn-Team-WM nominiert

Lüdinghausen -

Lange stand Grasbahn-Spezialist Jens Benneker (AMSC Lüdinghausen) im Schatten seines Vereinskollegen Christian Hülshorst. In diesem Jahr jedoch hat der 29-Jährige zu den deutschen Top-Fahrern aufgeschlossen. Die Belohnung blieb nicht aus.

Dienstag, 28.08.2018, 20:20 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 28.08.2018, 20:16 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 28.08.2018, 20:20 Uhr
Feiert am Wochenende in Südfrankreich seine Weltmeisterschaftspremiere: Jens Benneker.
Feiert am Wochenende in Südfrankreich seine Weltmeisterschaftspremiere: Jens Benneker. Foto: rau

Wieso dieser oder jener deutsche Fahrer fehlt bei der Langbahn-Team-Weltmeisterschaft am Samstag im südfranzösischen Morizes, ist Grasbahn-Spezialist Jens Benneker herzlich egal. „Hauptsache, ich bin dabei“, strahlt der WM-Debütant vom AMSC Lüdinghausen.

Ein gut dotiertes Rennen am Wochenende in Cloppenburg, Fahrer, die verletzt sind oder – wie Klubkollege Christian Hülshorst – zum Zeitpunkt der Nominierung außer Form waren, Piloten, die mit dem ganz speziellen Boden in Frankreich nicht zu Rande kommen: Absagen kassierte Deutschlands Teammanager Josef Hukelmann im Vorfeld der Titelkämpfe reichlich. Benneker deshalb einen Lückenbüßer zu nennen, würde aber den Top-Leistungen des Steverstädters in den vergangenen Wochen nicht gerecht.

Durchbruch bei den internationalen Solisten

„Jens’ Nominierung ist absolut verdient“, lobt Hülshorst, in dessen Schatten der 29-Jährige lange stand. Nicht so 2018: Nie war der Mann besser als in seiner vierten Saison bei den internationalen Solisten. Mehr als einmal landete Benneker zuletzt vor dem deutlich erfahreneren Vereinsgefährten. Gründe für den Leistungssprung gebe es mehrere, klärt der Steverstädter auf. Von Ex-Stahlschuhdrifter Enrico Janoschka habe er das Fahrwerk übernommen, dazu ein neuer Motor – und nicht zuletzt der Umstand, dass es in seiner Wahlheimat Wagenfeld (liegt zwischen Osnabrück und Bremen) eine Trainingsbahn gibt. Am Westfalenring röhren bekanntlich nur ein Mal im Jahr, an Christi Himmelfahrt, die Motoren.

Trotzdem ist Benneker seiner münsterländischen Heimat weiter eng verbunden. Die Familie lebt in Lüdinghausen, Bruder Jan ist einer seiner beiden Schrauber. Sie alle werden dem WM-Debütanten die Daumen drücken. Der ist zwar offiziell nur Reservist, hofft aber trotzdem auf einen Einsatz in Morizes. Wenn etwa einer der drei anderen Deutschen in einem Run schwächelt, stünde Benneker bereit.

Franzosen favorisiert

Und wer ist Favorit auf Mannschafts-Gold? „Ganz sicher die Franzosen, die kommen mit der sehr glatten Bahn am besten klar.“ Auch mit den traditionell starken Briten, den Niederländern und den Tschechen sei zu rechnen. Und Deutschland? „Trotz der vielen Absagen sollte man uns nicht vorschnell abschreiben. Jörg Tebbe war schon Team-Weltmeister, und Lukas Fienhage ist ein richtig guter Speedway-Fahrer“, so Benneker.

Hülshorst rast aufs Podium

Geht doch. Nachdem Christian Hülshorst in den vergangenen Wochen mit der Technik gehadert und gerätselt hatte, wo die gute Form aus dem Frühjahr bloß hin sei, ist der Mann vom AMSC Lüdinghausen am Wochenende mal wieder aufs Podium gerast. Beim Grasbahnrennen im niederländischen Stap­horst belegte der 41-Jährige einen starken dritten Rang.Die Maschine bestens eingestellt, ordentliche Starts, keine Probleme mit dem Untergrund: Endlich habe mal wieder alles gepasst, atmete „Hülse“ auf. In allen Vorläufen belegte der Steverstädter Rang drei. Zwar fehlte ihm ein Zähler, um sich direkt für den Endlauf zu qualifizieren. Doch dank des Sieges im B-Finale sicherte sich der Routinier doch noch einen Platz im Feld der Besten. Dort lieferte er sich ein heißes Duell mit dem späteren Sieger James Shanes, musste den Briten am Ende aber ziehen lassen. Im letzten Moment zwängte sich auch noch Lokalmatador Dave Meijerink innen vorbei an Hülshorst, der aber mit Rang drei „sehr zufrieden“ war.Bereits in der Vorwoche in Bad Hersfeld hatte Hülshorst als Fünfter überzeugt. Weniger glücklich war er mit dem Abschneiden am Sonntag in Berghaupten. Nur in einem Lauf punktete „Hülse“ – Platz elf unter zwölf Startern. „Wie gewonnen, so zerronnen“, fasste der Lüdinghauser den zweiten Wochenendeinsatz zusammen.

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