Badminton: Bundesliga
Gut gelaufen – schlecht gelaufen: Union Lüdinghausen mit knappem Heimsieg

Lüdinghausen -

Mit einem ganz unerwarteten 6:1-Heimsieg hätte Union Lüdinghausen in die Saison starten können. Am Ende reichte es nach zwei Fünf-Satz-Niederlagen nur zu einem knappen Erfolg gegen den TV Refrath. Die Zuschauer sahen darüber hinaus eine Premiere: die erste Großmutter der Erstliga-Geschichte.

Mittwoch, 12.09.2018, 19:44 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 09.09.2018, 14:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 12.09.2018, 19:44 Uhr
Mit 2:0 Sätzen lagen Yvonne Li und Josche Zurwonne im abschließenden Mixed vorne – und verloren dennoch.
Mit 2:0 Sätzen lagen Yvonne Li und Josche Zurwonne im abschließenden Mixed vorne – und verloren dennoch. Foto: Markus Kleymann

Mit gemischten Gefühlen blickte Michael Schnaase am frühen Samstagabend auf die soeben zu Ende gegangene Heimpremiere gegen den TV Refrath zurück: „Wenn uns vorher jemand gesagt hätte, dass wir 4:3 gewinnen würden, dann wären wir schon zufrieden gewesen. Nun war das am Ende natürlich unglücklich.“

Der Teammanager von Badminton-Bundesligist Union Lüdinghausen haderte mit den letzten beiden Partien – Nick Fransman hatte das zweite Herreneinzel (nach vier vergebenen Matchbällen), Josche Zurwonne und Yvonne Li das Mixed (nach einer 2:0-Satzführung) in fünf Sätzen verloren. So wurden aus einer 4:1-Führung ein 4:3 und aus drei fast schon gebuchten Team-Punkten „nur“ zwei.

Schade war auch, dass die zum Ende hin immer spannenderen Spiele von relativ wenigen Zuschauern verfolgt wurden. Woran es lag, wussten auch die Verantwortlichen von Union nicht.

Vielleicht lag es ja daran, dass die fachkundigen Badminton-Anhänger schon ahnten, dass wegen der Japan Open in Tokio nur wenige Stammspieler in der Bundesliga antreten würden. Tatsächlich mussten die Gastgeber auf Neuzugang Jelle Maas und Linda Efler verzichten, die zurzeit in Fernost aufschlagen. Robert Blair wiederum war als Trainer der schottischen Junioren-Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften. Noch größer war der Aderlass beim TV Refrath: Nhat Nguyen, Sam Magee, seine Schwester Chloe, Raphael Beck (Eflers Doppelpartner in Tokio), Vivien Sándorházi – sie alle fehlten.

Am Ende war Joshua besser und hatte auch ein bisschen mehr Glück als ich. Aber unter dem Strich war es ein schlechtes Spiel von mir.

Union-Spieler Nick Fransman

Durch die Abwesenheit von Doppelspezialistin Efler kam es zu einer Premiere in der Antoniushalle: Mit Barbara Schnaase sprang an der Seite von Eva Janssens die höchstwahrscheinlich erste Oma der Bundesliga-Geschichte ein. Die ehemalige Deutsche Meisterin, die nun für Union 4 in der Bezirksliga spielt, wurde vor wenigen Monaten Großmutter. Ob ihr das bewusst gewesen sei, als sie das Feld betrat? „Da habe ich gar nicht drüher nachgedacht“, meinte die 62-Jährige nachher lachend. Vielmehr habe sie sich auf ihre erste Bundesliga-Partie vor eigenem Publikum gefreut. Ihr bisher einziges Spiel in der Eliteklasse hatte Schnaase auswärts bestritten – ebenfalls als „Aushilfskraft“, im Februar 2009 bei EBT Berlin.

Das Doppel an der Seite von Janssens war dann aber kurz, die Lüdinghauserinnen gaben auf. Was jedoch nicht an Schnaase lag: Eva Janssens war grippegeschwächt in die Partie gegangen, im zweiten Satz wurde ihr schwindlig und das Duo zog die Reißleine.

Es war der erste Punkt der Gäste, der aber lange der einzige bleiben sollte. Josche Zurwonne und Nick Fransman im ersten Herrendoppel, Kai Schäfer und Roman Zirnwald im zweiten, Li gegen eine völlig überforderte Karnott im Dameneinzel und Schäfer im ersten Herreneinzel – sie alle gewannen ihre Partien.

Dann trat Fransman gegen Joshua Magee an. Im fünften Satz lag der Niederländer mit 2:8 und 6:10 hinten. Er behielt die Nerven, wehrte vier Matchbälle ab und lag dann selber in der Vorhand – mit 11:10, 12:11, 13:12, 14:13. Es nützte nichts, erst der nächste Matchball saß – der zweite von Magee.

Völlig frustriert saß Fransman nach der Partie auf der Sitzbank vor der Halle. „Am Ende war Joshua besser und hatte auch ein bisschen mehr Glück als ich. Aber unter dem Strich war es ein schlechtes Spiel von mir.“

Kurz darauf gaben auch Zurwonne und Li ihr fast schon gewonnen geglaubtes Spiel aus der Hand. Immerhin: zwei Union-Punkte für die Teamwertung und der Saisonstart mit einem Heimsieg. Das hätte auch schlechter laufen können.

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