Fußball: Bezirksliga 8
Gute Miene zum bösen Spiel – Unionist Marius Grewe schwer gezeichnet

Lüdinghausen -

Das 0:9 des SC Union Lüdinghausen vor zehn Tagen bei Aufsteiger TuS Eichlinghofen war schlimm genug – aber nicht annähernd so tragisch wie das, was Offensivmann Marius Grewe in Dortmund passierte.

Dienstag, 09.10.2018, 18:50 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.10.2018, 18:50 Uhr
Sieht derzeit ein bisschen so aus wie Jack Nicholson in „Chinatown“, ist aber deutlich sympathischer: Marius Grewe.
Sieht derzeit ein bisschen so aus wie Jack Nicholson in „Chinatown“, ist aber deutlich sympathischer: Marius Grewe. Foto: flo

Die Anteilnahme ist groß. Aber natürlich kriegt Marius Grewe auch ein paar Sprüche zu hören an diesem Sonntag am Westfalenring. Wie das so ist, wenn man den Schaden hat. Er sieht ja jetzt wirklich ein bisschen aus wie Jack Nicholson in „Chinatown“. Grewe freut sich über die vielen Genesungswünsche und lächelt die Frotzeleien einfach weg. Er macht, könnte man sagen, gute Miene zum bösen Spiel – was gar nicht so einfach ist mit einer Nasenfraktur und einer gebrochenen Augenhöhle.

Kurze Rückblende: Vor anderthalb Wochen hat sein Team, Fußball-Bezirksligist Union Lüdinghausen, bei TuS Eichlinghofen mit 0:9 verloren. Ein Desaster, eigentlich. Und doch so unwichtig, wenn man sie in Relation zu dieser persönlichen Leidensgeschichte setzt. Ausgerechnet Grewe. Den Mann einen Pechvogel zu nennen, wäre maßlos untertrieben. Hartnäckige Achillessehnenprobleme hatten den Borker fast zwei Jahre außer Gefecht gesetzt.

Gegnerischer Ellbogencheck

In diesem Frühjahr war der 24-Jährige endlich wieder zurück. Ein paar Minuten hier, ein paar da, 69 insgesamt. Nicht viele, aber Grewe wird jede einzelne ausgekostet haben. Und 2018/19, so schien es, würde der Offensivmann endlich wieder richtig angreifen. Drei Mal stand der 24-Jährige seit Saisonbeginn in der Startelf, das dritte Mal vor zehn Tagen in Eichlinghofen. Kurz vor der Pause passierte es. Ein gegnerischer Ellbogen krachte in das Gesicht des Lüdinghausers. Man habe es heftig knacken gehört, berichten Ohrenzeugen. Die gebrochene Nasenwand sei noch das geringste Problem, so das Opfer. Schlimmer sei die gebrochene Augenhöhle (schon das Wort bereitet Pein), die wird ihn wieder ein paar Monate kosten. Eine Metallplatte haben sie Grewe eingesetzt, um die rechte Gesichtspartie zu stabilisieren.

Groll gegen den Eichlinghofer, der ihm die nächste längere fußballfreie Zeit beschert hat, hegt Grewe keinen. Einerseits würde das nicht zu diesem sympathischen, zugewandten jungen Mann passen. Andererseits habe der Gegenspieler „ja ohne Absicht“ gehandelt, so der Geschädigte.

Diese Woche ist der Unionist noch krankgeschrieben. Wann er wieder seinem Lieblingssport nachgehen kann? „Mit etwas Glück im Dezember, sonst nach der Winterpause. Je nachdem, was die Ärzte sagen.“ Zwei, drei Monate mehr oder weniger: Angesichts seiner langen Krankenakte beinahe ein Klacks.

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