Badminton
Gut, dass es so viele Inder gibt

Lüdinghausen -

Badminton ist in den USA eine Randsportart, ganz anders als in Lüdinghausen. Dennoch fand Unionist Arne Dieckmann, der zurzeit in Atlanta arbeitet, eine Mannschaft auf seinem Niveau. Der einzige Wermutstropfen: die Anfahrtszeit zu den Spielen.

Montag, 24.12.2018, 12:00 Uhr aktualisiert: 27.12.2018, 11:46 Uhr

Wozu Sport gut sein kann? Um sich fit zu halten. Um schöne Siege zu feiern. Und – was nicht zu vernachlässigen ist – um Kontakte in neuer Umgebung zu finden. Das ging auch vielen Nachwuchs-Badmintonspielern von Union Lüdinghausen in der Vergangenheit so, die vielfach zum Studieren fortzogen und am neuen Wohnort dank der erlernten Sportart gleich Fuß fassten. Ganz besondere Erfahrungen darf aber derzeit Arne Dieckmann machen.

Der Lüdinghauser, lange Jahre in der zweiten Mannschaft aktiv und auch schon mit Erstligaeinsätzen, ist derzeit in den USA aktiv – besser gesagt in der Olympiastadt Atlanta. Dorthin ist er im August 2017 gekommen, um den Master am Georgia Institute of Technology zu machen. Sein Studienfach war „Supply Chain Engineering“ (eine Vertiefung vom Bachelor im Wirtschaftsingenieurwesen). Im August 2018 machte er dann seinen Abschluss und hat ein Angebot von einer deutschen Unternehmensberatung bekommen, die auch eine Niederlassung in Atlanta hat. Voraussichtlich im nächsten Sommer wird er allerdings nach Deutschland versetzt.

Vier bis sechs Stunden Fahrtzeit sind schon wenig.

Arne Diekmann

Zum Badminton: Zunächst ging´s – wie für viele Studenten – zum Hochschulsport. Doch das Niveau war dort sehr überschaubar, schließlich ist Badminton in den USA noch viel mehr Randsportart als in Deutschland. Zufällig lernte er aber bei einem Training Pratik Mital kennen, der ein ehemaliger Georgia-Tech-Student ist und aktuell ebenfalls in Atlanta arbeitet. Er hatte genau das passende Niveau und nahm ihn zum Verein ABC (Atlanta Badminton Club) mit. Dort fand Dieckmann, dessen Vater regelmäßig in Lüdinghausen trainiert, gleich mehrere Spieler in der passenden Stärke. Trainer Santosh war ein ehemaliger Jugendnationalspieler in Indien – keine Seltenheit, sind doch in Dieckmanns Verein rund 95 Prozent Spieler mit indischer Abstammung aktiv.

Ab und zu nimmt Arne Dieckmann auch an Wettkämpfen teil. Die sind allerdings rar gesät. „Vier bis sechs Stunden Fahrtzeit sind da schon wenig“, so Dieckmann. Bei den Turnieren spielt er sowohl Einzel als auch, zusammen mit dem Inder Kavin Kalaivadhanan, Doppel und kämpft sich durchaus bis in die Finalrunden vor.

Auch wenn er sich in Atlanta wohl fühlt: Arne Dieckmann freut sich schon wieder auf den Trainingsbetrieb in Lüdinghausen. Nicht nur, weil der Stellenwert des Badmintonsports in der Steverstadt deutlich größer ist. Auch viele andere Dinge gefallen ihm in Deutschland besser – beispielsweise, dass der Verkehr nicht nur auf Autos fixiert ist. Und die Politik im jeweiligen Land – aber das ist ein ganz anderes Thema . . .

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