Badminton: Rücktritt
Josche Zurwonne nimmt Abschied von der großen Bühne

Lüdinghausen -

Josche Zurwonne hat kurz vor Beginn der Deutschen Meisterschaft in Bielefeld bekanntgegeben, dass er seine internationale Laufbahn noch in diesem Jahr beendet. Für Fans seines Vereins Union Lüdinghausen gibt es aber auch eine gute Kunde.

Dienstag, 29.01.2019, 18:02 Uhr aktualisiert: 29.01.2019, 20:31 Uhr
Titelverteidiger Josche Zurwonne fehlt in Bielefeld. Auch wird man den 29-Jährigen in absehbarer Zeit nicht mehr im Nationaltrikot erleben. Seinem Stammverein Union Lüdinghausen bleibt er indes treu.
Titelverteidiger Josche Zurwonne fehlt in Bielefeld. Auch wird man den 29-Jährigen in absehbarer Zeit nicht mehr im Nationaltrikot erleben. Seinem Stammverein Union Lüdinghausen bleibt er indes treu. Foto: flo

Der Plan war, an der Stelle mit Josche Zurwonne, Titelverteidiger im Doppel, die Chancen bei den Deutschen Badminton-Meisterschaften zu erörtern. Doch nicht nur fehlt der Lüdinghauser in Bielefeld. Fast beiläufig erzählt der Ur-Unionist den WN , dass er seine internationale Karriere am Jahresende beschließt.

Es sei „eine Vielzahl an Gründen“ gewesen, die in ihm den Entschluss hätten reifen lassen, ab 2020 kürzerzutreten. Einer dürfte die für viele schwer nachvollziehbare Entscheidung der DBV-Spitze gewesen sein, das Erfolgsgespann Jones Jansen (Wipperfeld)/Zurwonne auseinanderzureißen (WN berichteten). Weshalb die Chance des Steverstädters, 2020 an den Spielen von Tokio teilzunehmen, auf ein Minimum sanken.

Kein böses Blut

Gleichwohl betont der 29-Jährige, „dass es kein böses Blut“ zwischen dem Verband und ihm gebe. Er habe die Geschichte abgehakt. Auch werde er weiter am Bundesstützpunkt in Saarbrücken trainieren. Mit jüngeren Partnern wolle er weiter an (kleineren) Turnieren teilnehmen, dem Nachwuchs „ein bisschen was von meiner Erfahrung weitergeben“. Auch ein Einstieg ins Trainergeschäft sei für den A-Lizenz-Inhaber nicht ausgeschlossen. Vielleicht in Verbindung mit einem Job als Lehrer (just zu Wochenbeginn hat Zurwonne seine Examensarbeit eingeworfen).

Josche Zurwonne beendet internationale Laufbahn

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  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: WN/DBV
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: chrb
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Ralf Aumüller
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: rau
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: rau
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Claudia Pauli
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Ralf Aumüller
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Ralf Aumüller
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: flo
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: rau
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Sven Heise
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Claudia pauli
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: mkle
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: rau
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: flo
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Sven Heise
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Markus Kleymann
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Sven Heise
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: rau
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: mkle
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: Privat
  • Stationen einer erfolgreichen Karriere: Josche Zurwonne (Union Lüdinghausen) im Vereinsdress und im Nationaltrikot. Foto: flo

Er „liebe diesen Sport ja immer noch“, den er seit elf Jahren professionell betreibt. Andererseits weiß er selbst am besten, welche Entbehrungen gerade eine Nische wie Badminton den Top-Athleten abverlangt. Nicht mehr vom Aufstehen bis zum Schlafengehen alles der Karriere unterzuordnen. Nicht mehr abhängig zu sein von einer Verletzung seines Doppelpartners (die ihn bereits 2016 die mögliche Olympiateilnahme kostete) oder diskutablen Personalentscheidungen der Bundestrainer: „Das hat schon seinen Reiz“, findet Zurwonne. Jedenfalls „fühlt sich die Entscheidung gerade genau richtig an“.

Bock auf Bundesliga

Da ist, wie es scheint, einer mit sich im Reinen. Bereits am Rande der Union-Partie gegen Beuel (1:6), die sämtlichen Mitspielern aufs Gemüt schlug, schaute Zurwonne positiv nach vorn. Er könne es kaum abwarten, wieder auf dem Parkett zu stehen, habe „richtig Bock auf Bundesliga“. Zumal er über das Ende der internationalen Laufbahn hinaus für seinen Herzensverein aufzulaufen gedenke. Der Heimspielkracher gegen Serienmeister Bischmisheim am 10. Februar (Sonntag) komme indes „vielleicht noch zu früh“ für ihn. Das operierte Knie sei einigermaßen stabil, aber trainiert hat der gebürtige Lüdinghauser seither so gut wie gar nicht.

DM zu früh

Daher auch die DM-Absage. In Bielefeld wären der zweimalige nationale Meister sowie vielfache Medaillengewinner bei Teameuropameisterschaften und Peter Käsbauer (mit dem er in den kommenden Monaten noch „ein, zwei größere Wettbewerbe“ bestreitet) an Position zwei gesetzt gewesen. Aber die Aussicht – ohne Matchpraxis – um die Plätze neun bis 16 mitzuspielen (und dabei eine weitere Verletzung zu riskieren), war für Zurwonne wenig verlockend: „Wenn ich dort antrete, will ich um den Titel mitspielen.“

Kommentar: Konsequente Entscheidung

Josche Zurwonne zählt zu den Menschen, die, wenn ihnen was nicht passt, das auch kundtun. Mitspieler, Gegenspieler, Schiedsrichter, Bundestrainer und WN-Lokalsportredakteure wissen das aus eigener leidvoller Erfahrung. Dass der Mann gelegentlich aneckt, macht ihn indes keineswegs unsympathisch. Im Gegenteil. In Zeiten, in denen Stromlinienförmigkeit bisweilen als Tugend erachtet wird, freut man sich ja über jeden, der Klartext spricht. Sich aus der Nationalmannschaft zu verabschieden, kurz nach dem ihn der Verband um einen möglichen Olympia-Start gebracht hat, scheint da nur konsequent. Wobei die Entscheidung, wie Zurwonne glaubhaft versichert, keine Retourkutsche für seine Tokio-Ausbootung sei. Er hat, wie das seine Art ist, Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen – und dann einen Entschluss gefasst, der vielleicht nicht dem DBV behagt, wohl aber ihm selbst. Das ist mutig und verdient Anerkennung. Auch ist Zurwonne ja nicht aus der Welt, dem hiesigen Bundesligisten bleibt er bis auf Weiteres erhalten. Das ist vielleicht keine so gute Nachricht für Mitspieler, Gegenspieler, Schiedsrichter und WN-Lokalsportredakteure, aber prima für die Union-Fans. Denn wann immer der Ur-Lüdinghauser in der Vergangenheit in Wallung geriet, war er auf dem Court zu besonderen Leistungen fähig. Florian Levenig

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