Badminton: DM
Von wegen Tempolimit – Yvonne Li gibt Vollgas bei DM

Lüdinghausen -

Bemerkenswerter noch als der Gewinn des Einzel-Titels war die Dominanz, mit der Yvonne Li (Union Lüdinghausen) eine Gegnerin nach der anderen in Bielefeld aus dem Feld schlug. Ihr Erfolgsrezept gibt die 20-Jährige im Interview preis.

Montag, 04.02.2019, 18:58 Uhr aktualisiert: 05.02.2019, 16:30 Uhr
Gewann am Sonntag in der Seidenstickerhalle ihren ersten nationalen Senioren-Titel: Yvonne Li.
Gewann am Sonntag in der Seidenstickerhalle ihren ersten nationalen Senioren-Titel: Yvonne Li. Foto: Claudia Pauli/DBV

Was für eine Demonstration der Stärke: Nicht nur gewann Yvonne Li , Badminton-Bundesligaspielerin des SC Union Lüdinghausen , ohne Satzverlust den DM-Titel im Damen-Einzel. In acht von zehn Durchgängen in Bielefeld gewährte sie ihren bedauernswerten Gegnerinnen maximal zehn Punkte. Nach ihrem ersten nationalen Titel sprach unser Redaktionsmitglied Florian Levenig mit der 20-Jährigen.

Sie hatten es – vom Auftaktmatch bis zum Endspiel – ziemlich eilig.

Li: Das war genau die Marschrichtung: in jedem Match vom ersten Ballwechsel an Vollgas zu geben – und die Gegnerinnen entsprechend unter Druck zu setzen.

Hat ja auch geklappt. Nur im ersten Finalsatz gegen Ex-Meisterin Fabienne Deprez war es bis zum 16:16 eng.

Li: Stimmt. Wobei wir in dem Durchgang beide nicht unser bestes Badminton gespielt haben. Das Spiel war anfangs ziemlich zerfahren. Umso schöner, dass ich im zweiten Satz rasch meinen Rhythmus wiedergefunden habe.

Sie standen zwischen 2015 und 2019 fünf Mal auf dem Treppchen, aber eben nie ganz oben. Wie erleichtert waren Sie nach der DM?

Li: Sehr. Man will ja nicht diejenige sein, die bei den Deutschen Meisterschaften ausnahmslos den anderen den Vortritt lässt (lacht).

Welchen Wert hat der Erfolg von Bielefeld?

Li: Mein Hauptaugenmerk liegt inzwischen auf den internationalen Wettbewerben, gerade im Hinblick auf Olympia 2020 in Tokio. Selbst in der Bundesliga hat man es oft genug mit ausländischen Spielerinnen zu tun. Aber gerade weil Bielefeld für mich die einzige nationale Leistungsschau ist, hat der Titel eine enorme Bedeutung. Hoffentlich bleibt es nicht bei einer Goldmedaille.

Bei der DM sorgte die erst 15-jährige Thuc Phuong Nguyen für Furore. Droht da nationale Konkurrenz?

Li: Mittelfristig bestimmt. Verblüffend sind die vielen Parallelen. Auch sie kommt aus Hamburg. Als ich in ihrem Alter war, habe ich ebenfalls zum ersten Mal DM-Bronze gewonnen. Und sie trainiert bereits mit uns am Stützpunkt in Mülheim. Thuc Phuong Nguyen ist ein Riesentalent – und für das deutsche Badminton in jedem Fall ein Gewinn.

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