Tischtennis: Handgemenge
Offener Schlag-Abtausch in der Verbandsliga

Lüdinghausen -

Im Fußball ist ein Verfall der Sitten seit geraumer Zeit schon belegt. Beim Tischtennis dagegen schien alles im Lot – bis zu einem Handgemenge Ende 2018, an dem auch ein Ex-Ottmarsbocholter beteiligt war. Da bekommt der Begriff Rückschlagsportart eine ganz neue Bedeutung.

Dienstag, 05.02.2019, 18:00 Uhr
Wähnen sich zu Unrecht am Pranger: der Ex-Ottmarsbocholter Marko Gunia (l.) und seine Teamgefährten.
Wähnen sich zu Unrecht am Pranger: der Ex-Ottmarsbocholter Marko Gunia (l.) und seine Teamgefährten. Foto: red

Uli Mauritz (Union Lüdinghausen) spielt seit 44 Jahren Tischtennis. Genau eine Backpfeife war ihm in dieser an sich körperlosen Sportart bis Ende 2018 auf Westfalenebene zu Ohren gekommen. Inzwischen ist eine zweite Entgleisung aktenkundig.

Beim Duell der Union 2-Verbandsligarivalen TTC Bergkamen-Rünthe und TTC BW Datteln kam es zu einem Handgemenge zwischen Rünthes Marko Gunia und BW-Mann Jakob Adamowski . Gunia, im Vorjahr noch in Diensten des SC BW Ottmarsbocholt, schildert den Vorfall so: Er sei schon im ersten Einzel aufs Übelste von Gegenspieler Niklas Ehlert beleidigt worden. Nachdem die Dattelner ihn weiter provoziert hätten, habe er Adamowski „ganz leicht vor die Brust gestoßen“.

Im Fußball alltäglich

Im Amateurfußball (Gunia kickt selbst) passiere so was „jeden Sonntag“. Auch sei Adamowski „ganz bestimmt kein Kind von Traurigkeit“. Trotzdem sei sein Verhalten „ein Fehler“ gewesen, für den er sich „umgehend entschuldigt“ habe, so der ehemalige Blau-Weiße, der in der Szene als durchaus aufbrausend gilt.

Gunia dachte, damit sei die Sache erledigt. War sie aber nicht. Der WTTV sperrte ihn für fünf Begegnungen („völlig überzogen“), das Spiel wurde mit 9:0 für Datteln gewertet. Darüber hinaus schickte der Verband am vergangenen Wochenende einen Oberschiedsrichter – ungewöhnlich in dieser Liga – zur Begegnung zwischen Rünthe und Union (Bericht links unten).

Beläge falsch geklebt

Angefordert hätten ihn die Lüdinghauser nicht, betont Mauritz. Auch seien die Gastgeber nicht weiter verhaltensauffällig geworden – sieht man vom Ärger der Bergkamener darüber ab, dass der Referee zwei ihrer Schläger beanstandete und die Gäste die jeweiligen Partien kampflos gewannen. „Die Beläge waren wohl falsch geklebt“, so Mauritz. Lüdinghausen hätte keinen Protest eingelegt, aber: „Der Referee musste so entscheiden.“

Für Gunia fügt sich dagegen eins ins andere: „Wir stehen jetzt als die da, die betrügen und bei jeder Gelegenheit ausrasten. Beides ist nicht der Fall.“ Der Vorschlag des Ex-Ottmarsbocholters: „dass jetzt alle mal wieder runterkommen.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6372082?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F35335%2F
Protest gegen Thilo Sarrazin
Vor der Hiltruper Stadthalle wird gegen den Auftritt von Thilo Sarrazin demonstriert.
Nachrichten-Ticker