Badminton: Mixed-Team-EM
Alle Augen auf Superstar Viktor Axelsen

Kopenhagen -

Im Grunde veranstalten sie den ganzen Zirkus nur für ihn: Viktor Axelsen, amtierender Weltmeister, Lokalmatador, Liebling der Fans. Nur reizen sollte man den Mann besser nicht.

Freitag, 15.02.2019, 17:00 Uhr
Führte Joran Kweekel phasenweise vor: Superstar Viktor Axelsen.
Führte Joran Kweekel phasenweise vor: Superstar Viktor Axelsen. Foto: flo

Noch stören ein paar Franzosen den Festakt. Klar darf man sich darüber freuen, dass Marie Batomene soeben Clara Azurmendi bezwungen hat. Aber bitte: Auf dem Court nebenan hält der König Hof. Kein Fan, kein Medienvertreter interessiert sich an diesem Tag für Marie Batomene. Alle Augen sind auf den Superstar gerichtet. Auftritt Viktor Axelsen .

Tags zuvor hatte der Mann, der in seiner dänischen Heimat ähnlich populär ist wie Handball-Champion Mikkel Hansen oder Ex-Australian-Open-Siegerin Caroline Wozniacki , noch generös Anders Antonsen (dem Experten eine ähnlich große Karriere prophezeien) den Vortritt gelassen. Jetzt aber – die Franzosen haben sich inzwischen getrollt – gehört die Bühne allein dem amtierenden Weltmeister. Und der liefert. Er ist ja nicht nur der aufregendste Badmintonspieler auf diesem Planeten. Er weiß es auch. Und er lässt es Joran Kweekel spüren. Er schlägt ihn nicht, er führt ihn vor. Die Fans johlen.

Superstar lässt öfter mal die Muskeln spielen

Vielleicht ein bisschen respektlos seinem bedauernswerten niederländischen Kontrahenten gegenüber? Nein, findet Ruud Bosch, der früher in Lüdinghausen gespielt hat und bei der EM die Holländer coacht: „Das ist halt Teil seines Spiels. Den Gegner spüren zu lassen, dass er der Stärkere ist.“

Mit Machtdemonstrationen kennt sich der 25-Jährige aus. Vor der EM haben er und das Nationalteam im Streit mit dem dänischen Verband die Muskeln spielen lassen. Es ging um Bildrechte, vor allem ging es um: Viktor Axelsen. Er ist das Gesicht des Turniers, im Grunde veranstalten sie den ganzen Zirkus ja nur für ihn. Am Ende war es wohl der Verband, der einlenkte. Weil er deutlich mehr zu verlieren hatte.

Noch mehr Fans in China als in der Heimat

König Viktor? Könnte jederzeit abdanken. In China, wo ihn noch mehr Menschen verehren als in der Heimat, würde man ihm gewiss Asyl gewähren. „Sollte es je diplomatische Verwicklungen zwischen unserem Land und den Chinesen geben“, scherzt ein Funktionär, „Viktor würde sie lösen.“ Axelsen spricht fließend Mandarin. Auch das noch.

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