Fußball: Kooperation
SC Union 08 Seppenrade – Lüdinghauser Klubs machen gemeinsame Sache

Lüdinghausen/Seppenrade -

Fortuna Seppenrade und Union Lüdinghausen bilden mit großer Wahrscheinlichkeit ab der kommenden Saison im Mädchenbereich eine Jugendspielgemeinschaft. Weitere Kooperationen sind nicht ausgeschlossen.

Donnerstag, 16.05.2019, 18:58 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 19:01 Uhr
Miteinander statt gegeneinander: Fortuna Seppenrade und Union Lüdinghausen bilden demnächst wohl eine Jugendspielgemeinschaft.
Miteinander statt gegeneinander: Fortuna Seppenrade und Union Lüdinghausen bilden demnächst wohl eine Jugendspielgemeinschaft. Foto: tm

Zugegeben, die Überschrift ist ein wenig plakativ. Und ehe die Traditionalisten, die – immer noch – in den Reihen beider Ortsrivalen zu finden sind, jetzt Schnappatmung bekommen: Von einer Fusion zwischen Union Lüdinghausen und Fortuna Seppenrade kann gar keine Rede sein (wobei sich im Zuge von Demografiewandel, offenem Ganztag und verändertem Freizeitverhalten künftig selbst solche Vereine zusammenschließen werden, deren Mitglieder sich das im Traum nicht vorstellen können). Fakt ist jedoch: Seppenrader und Lüdinghauser kooperieren künftig im Nachwuchsbereich. Schon jetzt steht ziemlich sicher fest, dass es 2019/20 eine Jugendspielgemeinschaft (JSG) bei den U 17-Fußballerinnen geben wird.

Kooperation alternativlos

Grün waren sich Schwarz-Gelb und Schwarz-Rot in der Vergangenheit nur selten. Die da oben auf dem Berg und die da unten im Tal, sie haben dieses über Jahrzehnte gewachsene Konkurrenzdenken liebevoll gepflegt. Daran vor allem seien wohl auch frühere Versuche eines Miteinanders gescheitert, glaubt Union-Jugendleiter Wolfgang Raabe (kl. Bild oben). Aber: Die Zeiten hätten sich geändert. Scharfmacher gebe es in beiden Klubs nur noch vereinzelt. Oder aber sie seien zu der Einsicht gekommen, „dass eine solche Kooperation alternativlos ist. Es geht hier um das Wohl der Kinder. Da kann es nicht sein, dass in Seppenrade oder bei uns der Nachwuchs sein Hobby aufgibt, bloß weil es diese Befindlichkeiten gab oder teils immer noch gibt.“ Klappe das mit der JSG bei der weiblichen U 17, kann sich Raabe vorstellen, die Kooperation auszuweiten: „Gerade für unsere zweiten Jungs-Mannschaften wird es zusehends schwerer, Personal zu rekrutieren.“

Dass Unionisten und Fortunen durchaus miteinander können, haben laut Raabe die bisherigen Gespräche gezeigt. Seppenrades Jugend-Obmann Werner Tüns und Christel Behmenburg seien ebenso von der Idee überzeugt wie die eigenen Leute. Die Fortuna-Geschäftsführerin (r.) erinnert in dem Zusammenhang gern daran, dass die eigenen B-Juniorinnen in der Vergangenheit schon mit einem Achter-Team angetreten seien. Brauche kein Mensch. Und ließe sich ganz einfach lösen, indem man gemeinsame Sache macht.

Keine Abwerbeversuche

Klar kennt auch Behmenburg die Vorbehalte der Zweifler. Etwa, dass es Abwerbeversuche geben könnte. Passieren werde das deshalb nicht, „da jede Spielerin Mitglied ihres Vereins bleibt“. Auch stünden je zwei Übungsleiter pro Klub parat, damit gar nicht der Verdacht aufkeime, die eine Seite übervorteile die andere.

Am 27. Mai (Montag) steht eine Zusammenkunft mit allen U 17-Kandidatinnen und deren Eltern an. Dort werde zudem über den Namen der Spielgemeinschaft und einheitliche Trikots diskutiert. Wächst also kanalübergreifend zusammen, was zusammengehört? Durchaus, glaubt Markus Bohr. „Wir wollen innerhalb von Lüdinghausen etwas Gemeinsames entwickeln. Dafür müssen wir die Rivalität außerhalb des Platzes wegwischen“, wird der Union-Abteilungs-Boss in einer Pressemitteilung zitiert.

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