Fußball: Weltenbummler
Eitel Sonnenschein – Arns und Lüling zurück aus Neuseeland

Seppenrade -

Finn Arns und Michel Lüling, kongeniales Angriffsduo des SV Fortuna Seppenrade, hatten in den vergangenen sechs Monaten mit Fußball wenig am Hut. Spaß gemacht hat ihnen der gemeinsame Neuseeland-Trip trotzdem. Nur einen düsteren Moment gab es.

Freitag, 24.05.2019, 18:31 Uhr aktualisiert: 24.05.2019, 18:46 Uhr
Seele und Beine baumeln lassen bei grandioser Aussicht: Finn Arns (l.) und Michel Lüling erlebten auf ihrem Trip ans andere Ende der Welt Aha-Momente satt.
Seele und Beine baumeln lassen bei grandioser Aussicht: Finn Arns (l.) und Michel Lüling erlebten auf ihrem Trip ans andere Ende der Welt Aha-Momente satt. Foto: privat

Die größte Herausforderung, lacht Finn Arns (20), habe nur mittelbar mit Neuseeland zu tun, wo Kumpel Michel Lüling (22) und er das vergangene halbe Jahr verbrachten. Es war die Schlussviertelstunde im Heimspiel des SV Fortuna Seppenrade vor acht Tagen gegen Eintracht Coesfeld 2, in der der Offensivmann der Schwarz-Gelben, just am Vorabend von der großen Reise zurück, eingewechselt wurde. Der Monster-Jetlag, die Kondition, die nach einem halben, weitgehend sportbefreiten Jahr doch arg gelitten hatte: „Ich wäre fast gestorben“, stöhnt Arns.

Auch Mitspieler Lüling weiß von einer schmerzhaften Erfahrung zu berichten. Auf Bali, wo die beiden jungen Männer aus dem Rosendorf einen letzten Zwischenstopp einlegten, „bin ich von einem Affen gebissen worden“. Die anfängliche Sorge, es könne ein tollwütiges Tier gewesen sein, stellte sich nach zwei Arztbesuchen als unbegründet heraus. Und auch sonst war (fast) alles: eitel Sonnenschein.

Grandiose Natur

Die beiden wissen kaum, wo sie anfangen und wieder aufhören sollen, wenn sie über das bis dato größte Abenteuer ihres Lebens erzählen sollen. Klar, da ist diese grandiose Natur. Der Tongariro Alpine Crossing, eine Vulkanlandschaft, und das Cape Palliser, „wo man mit ausgestrecktem Arm die Robben hätte streicheln können“, haben es Arns besonders angetan. Lüling fand die Tageswanderung hinauf auf den Isthmus Peak und das 360-Grad-Panorama dort „überwältigend“.

Aber auch die vielen Begegnungen sorgten für Aha-Momente satt. Zum Beispiel die mit Franjo Klein, einem Seppenrader, den es vor vielen Jahren ans andere Ende der Welt verschlagen hat, wo er inzwischen eine Hirschfarm betreibt. Tagsüber trieben die jungen Landsleute das Damwild mit Quad-Bikes (Arns: „macht Laune“) von A nach B. Und in ihrer Freizeit, ergänzt Lüling, seien sie mit dem Sohn des Hauses, Profigolfer David Klein, auf einem Jetboot Marke Eigenbau die Flüsse abgefahren, wo die „Herr-der-Ringe“-Trilogie verfilmt wurde.

Ein ähnliches Wunder, sagt Arns nur halb im Scherz: „Dass Michel und ich uns immer noch so gut verstehen wie vor sechs Monaten“. Sei ja nicht selbstverständlich, wenn der andere über einen so langen Zeitraum ständig um einen rum ist.

Wenig Fußball

Nur mit Fußball hatte das kongeniale Sturm-Duo der Fortuna zuletzt wenig am Hut. Zum einen ist Kicken in Down Under in etwa so populär wie hierzulande die neuseeländische Sportart Nummer eins, Rugby. Zum anderen fehlte laut Arns dafür oftmals schlicht die Zeit: „Wir lagen ja nicht die ganze Zeit faul am Strand rum.“ Neben Touren, Sightseeing und kleineren Jobs – die Reise war Teil des Work-and-Travel-Programms – galt es das tägliche Leben vor Ort zu bewältigen (Arns: „bin jetzt viel selbstständiger“). Trotzdem hätten beide via Whats­App das A-Liga-Geschehen in der Heimat „natürlich“ verfolgt, betont Lüling.

Nur einen wirklich düsteren Moment habe es auf diesem Traum-Trip gegeben, so der 22-Jährige: den Tag des Terroranschlags von Christchurch, bei dem 50 Menschen ihr Leben verloren. „Wenn du das wenige Autostunden entfernt mitbekommst, hat das noch mal eine andere Tragweite. Das ganze Land stand unter Schock.“ Gerade weil so was auf diesem paradiesischen Eiland niemand für möglich gehalten hätte.

Umso ausgelassener war die Stimmung nach der Rückkehr der Abenteuer. „Wir freuen uns riesig, dass beide zurück sind und wieder für ihr Heimatdorf kicken“, erklärt Fortuna-Coach Mahmoud Abdul-Latif.

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