Basketball: Oberliga 4
Union Lüdinghausen steigt freiwillig aus der Oberliga ab

Lüdinghausen -

Sportlich hat Aufsteiger Union Lüdinghausen die Klasse gehalten. Dennoch geht es für das Team jetzt eine Etage runter. Die Gründe sind nachvollziehbar.

Freitag, 24.05.2019, 19:00 Uhr
Ende einer Ära: Union-Coach Georg Kremerskothen nimmt nach acht Jahren seinen Hut.
Ende einer Ära: Union-Coach Georg Kremerskothen nimmt nach acht Jahren seinen Hut.

In ihrer ersten Oberligasaison haben die Basketballer des SC Union Lüdinghausen sportlich – eine Überraschung – die Klasse gehalten. Trotzdem kehren sie freiwillig zurück in die Landesliga .

Viel Erfahrung haben sie gesammelt, ein tolles Jahr, das alle Spieler trotz des Abstiegskampfes genossen haben. Auch den Verlust einiger Stammspieler hatten die hiesigen Korbjäger verkraftet. Doch mit Wehmut müssen sie feststellen: Der Aderlass geht weiter. Mit Dirk Bücker , der die gesamte Saison bereits verletzungsbedingt ausgefallen war und Hannes Fink, der zuletzt noch ausgeholfen hatte, standen zwei planmäßige Abgänge bereits fest. Doch auch Jan Wellner (Laufbahnende) und, studienbedingt, Jan-Lukas Hülsbusch haben ihren Rückzug erklärt. Zudem bauen Alex Grudev und Jakob Merkens ihr Abitur – wohin es sie verschlägt, ist ungewiss. Darüber hinaus liebäugelt Grudev mit einem Wechsel zu Zweitregionalligaaufsteiger Telgte-Wolbeck.

Aderlass zu groß, Coach tritt ab

Da mit Christoph Weiss erst ein Zugang feststeht, hat Union aktuell nur acht sichere Spieler auf der Liste. Zu wenige für ein weiteres Jahr Oberliga. Da sind sich die Verantwortlichen um Abteilungsleiter Florian Wentzel , selbst Spieler der Ersten, einig. „Wir haben binnen drei Jahren fast ein ganzes Team studien- und berufsbedingt verloren, das können wir so nicht auffangen“, bedauert Wentzel. Auch sei der Sprung aus der Jugend oder der Kreisliga in die Oberliga schon sehr groß. Zudem ist die Trainerfrage offen. Georg Kremerskothen hatte bereits zu Jahresbeginn seinen Rückzug nach insgesamt acht Jahren als Coach angekündigt. „Verständlich nach so langer Zeit, aber schade für unser Team“, so Wentzel. Einen Nachfolger zu finden, sei angesichts der direkten Konkurrenz in Münster und Umgebung ein schweres Unterfangen. Es müsse wohl eine teaminterne Lösung herhalten. „Vielleicht bekommen wir ja Unterstützung einiger ehemaliger Spieler oder doch noch von Georg, vor allem in den Spielen“, gibt der Abteilungschef die Hoffnung nicht ganz auf.

So oder so: Ein weiteres Jahr in der Oberliga würde zum unkalkulierbaren Abenteuer, daher der selbst gewählte Abstieg. Dass es dort auch nicht leicht wird, ist laut Wentzel allen bewusst. Aber mit den verbleibenden Spielern und einem behutsamen Aufbau der Nachwuchsleute sind die Verantwortlichen guter Dinge, den Ligabetrieb weiter erfolgreich zu gestalten. Im Aufbau von jungen Kräften hätten sie inzwischen Erfahrung, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kommentar: Rückzug alternativlos

Der UBC Münster hat sich vor Jahren mal krampfhaft an den Verbleib in Liga zwei geklammert. Wettbewerbsfähig war das Team damals nicht, es hagelte Pleiten. So dumm sind die Lüdinghauser nicht. Der freiwillige Abstieg ist angesichts der dünnen Spielerdecke alternativlos. Und die Erfahrungen, die sie in dem einen Oberliga-Jahr gesammelt haben, nehmen sie ja mit in die Landesliga. Schwerer noch als die Abgänge wiegt indes, dass Georg Kremerskothen aufhört. Der Erfolgscoach ist kaum zu ersetzen. (flo)

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