Badminton: European Games
Erstmal Selbstvertrauen tanken

Lüdinghausen -

Seit Freitag weilt Yvonne Li (Union Lüdinghausen) bei den European Games in Minsk/Weißrussland. Über ihre Ziele dort spricht die Deutsche Badminton-Meisterin im WN-Interview – und darüber, welchen ganz anderen Schläger sie in ihrer Freizeit zur Hand nimmt.

Montag, 24.06.2019, 18:35 Uhr
In Minsk waren es am Montag beinahe arktische 24 Grad. Die Wasserflaschen nutzten Yvonne Li (r.) und Nationalmannschaftskollegin Isabel Herttrich daher weniger zum Trinken als zum Hanteltraining.
In Minsk waren es am Montag beinahe arktische 24 Grad. Die Wasserflaschen nutzten Yvonne Li (r.) und Nationalmannschaftskollegin Isabel Herttrich daher weniger zum Trinken als zum Hanteltraining. Foto: DBV

Am späten Montagabend bestritt Yvonne Li , Nummer eins des SC Union Lüdinghausen , bei den European Games in Minsk ihr erstes Gruppenspiel gegen die Finnin Airi Mikkela (Partie hatte bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht begonnen). Was sie sich ausrechnet, ob die Form stimmt und wie sie die ersten Tage in Weißrussland verbracht hat, wollte unser Redaktionsmitglied Florian Levenig von Deutschlands bester Badmintonspielerin wissen.

Sie sind seit Freitag vor Ort. Schildern Sie mal Ihre ersten Eindrücke von „Mini-Olympia“?

Li: Es ist schon alles etwas größer als bei internationalen Badminton-Meisterschaften. Die Kantine ist riesig, man trifft viele Athleten anderer Sportarten. Ein Deutsches Haus gibt es und etliche Freizeitangebote – Minigolf zum Beispiel.

Wer ist der bessere Minigolfer: Timo Boll oder Sie?

Li: Timo habe ich leider noch nicht getroffen (lacht).

Neben Tischtennis zählt Badminton zu den wenigen Disziplinen, in denen die versammelte europäische Elite am Start ist. Wie hoch ist der Stellenwert?

Li: Das Niveau ist schon mit dem bei einer Kontinentalmeisterschaft vergleichbar. Insofern zählt das Turnier zweifelsohne zu den Höhepunkten des Jahres – zumal 2019 keine Individual-EM ausgetragen wird.

Man sagt, die Teilnahme allein ist schon lohnenswert – wegen der vielen Weltranglistenpunkte, die es in Minsk gibt.

Li: Bei mir ist es etwas anders. Sollte ich die Gruppenphase nicht überstehen, bringen mir die Punkte relativ wenig.

Sie sind als Gruppenkopf gesetzt, Ihre Gegnerinnen liegen im internationalen Ranking teils weit hinter Ihnen. Wer kann Ihnen auf dem Weg ins Achtelfinale gefährlich werden?

Li: Die Ungarin Agnes Korosi dürfte am schwersten zu schlagen sein. Aber zu unterschätzen ist keine Spielerin.

Zumal Sie zuletzt in Dänemark und Spanien früh gescheitert sind – ebenfalls an schwächer eingeschätzten Konkurrentinnen.

Li: Stimmt. Wobei das noch die Folgen einer Fußverletzung waren. Vor Ma­drid habe ich praktisch gar nicht trainiert.

Sind Sie noch gehandicapt?

Li: Nein. Auch waren die ersten Übungseinheiten in Minsk ganz ordentlich. Trotzdem muss ich erst wieder Selbstvertrauen tanken.

Ihre erste Begegnung war um 22 Uhr angesetzt. Bisschen spät, oder?

Li: Meine Zeit ist das nicht. Die große Schwierigkeit dabei ist, sich tagsüber irgendwie zu zerstreuen, darüber aber nicht den Fokus auf die Wettkämpfe zu verlieren.

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