Fußball: Online-TV
VfL und Union aufgeschlossen, SVH skeptisch

Bezirk Lüdinghausen -

Wenn alles glatt geht, können die Spiele der heimischen Fußballer bald live im im Internet verfolgt werden. Der VfL Senden und Union Lüdinghausen stehen dem Angebot der Sparkasse und eines Start-Up-Unternehmens aufgeschlossen gegenüber, der SV Herbern ist aus finanziellen Gründen skeptisch.

Donnerstag, 15.08.2019, 21:15 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 21:30 Uhr
Spiele von VfL Senden und SV Herbern könnten bald online zu sehen sein – und nicht nur die direkten Duelle wie hier die Partie um den dritten Platz beim Fuchs-Cup 2019: SVH-Spieler Marcel Scholtysik versucht, die Sendener Mauer zu überwinden.
Spiele von VfL Senden und SV Herbern könnten bald online zu sehen sein – und nicht nur die direkten Duelle wie hier die Partie um den dritten Platz beim Fuchs-Cup 2019: SVH-Spieler Marcel Scholtysik versucht, die Sendener Mauer zu überwinden. Foto: Christian Besse

Wenn alles glatt geht, können die Spiele der heimischen Amateurfußballer bald live im Online-TV verfolgt werden. Nein, das ist kein Witz, auch kein aus der Zeit gefallener Aprilscherz. Tatsächlich hat das Start-Up-Unternehmen „soccerwatch.tv“ in Kooperation mit der Sparkasse Westmünsterland den Clubs ein entsprechendes Angebot gemacht.

Wie das funktioniert? An einem der Flutlichtmasten wird in etwa 7,50 Meter Höhe eine Kamera angebracht. Sie verfügt über sechs Objektive und künstliche Intelligenz – die Kamera orientiert sich am Ball und der Bewegung der Spieler und wählt so selbstständig den passenden Bildausschnitt aus. Entscheidet sich ein Verein für das Angebot, zahlt er über drei Jahre insgesamt rund 1500 Euro. Findet er Werbepartner vor Ort, berappt er natürlich entsprechend weniger.

Übertragen würden die Partien nicht etwa erst zur Winterpause, oder gar zur Saison 2020/21, sondern kurzfristig nach Vertragsabschluss, erklärt Christian Arends , der sich als Mitglied des erweiterten Vorstands vom VfL Senden bei einer Informationsveranstaltung der Sparkasse schlau gemacht hat: „Innerhalb von zwei bis drei Wochen wäre die Kamera dann installiert.“ Und könnte sofort auf Sendung gehen.

Es ist ja nicht so, dass Tausende von Zuschauer zu uns an den Platz kommen.

Taylan Berik (VfL Senden)

Und zwar nicht nur mit Spielen der ersten Mannschaft, erläutert Arends am Beispiel seines VfL. So könnten alle Partien übertragen und aufgezeichnet werden, die auf dem Großfeld ausgetragen werden – der vier Seniorenmannschaften, der beiden Frauenteams, der A-Junioren und von zwei Altherren-Mannschaften.

Entschieden hat sich der Vorstand des Sendener Vereins noch nicht. Aber, so Taylan Berik , zweiter Vorsitzender und sportlicher Leiter: „Ich persönlich finde das gar nicht schlecht.“ Dass regelmäßige Live-Übertragungen im Internet Fußballfreunde vom Besuch vor allem der Landesliga-Mannschaft abhalten könnte, glaubt Berik nicht: „Es ist ja nicht so, dass Tausende von Zuschauer zu uns an den Platz kommen.“ Das sieht Arends genauso: „Wer seinen Verein liebt, der ist vor Ort, auch bei Auswärtsspielen.“

Die beiden VfLer hoffen vielmehr auf den umgekehrten Effekt: das Interesse der Sendener Internetnutzer vor allem an den Partien der unterklassig spielenden Teams langfristig zu steigern – und den einen oder anderen vielleicht sogar an die Bulderner Straße zu locken.

Grundvoraussetzung ist für uns, dass jemand Werbepartner akquiriert, die nicht aus dem direkten Umfeld von Herbern kommen.

Jürgen Steffen (SV Herbern)

Der Vorstand des SV Herbern, dessen erste Mannschaft in der Landesliga 4 mit dem VfL konkurriert, gibt sich zurückhaltender. „Ich will nicht sagen, dass das Angebot schlecht ist“, sagt der SVH-Vorsitzende Jürgen Steffen. „Aber Grundvoraussetzung ist für uns, dass sich jemand darum kümmert und Werbepartner akquiriert, die nicht aus dem direkten Umfeld von Herbern kommen.“

Am Westfalenring in Lüdinghausen stehen die Verantwortlichen dem Projekt Online-TV, ähnlich wie die Sendener, aufgeschlossener gegenüber. „Wir sind sehr interessiert“, sagt Daniel Schürmann, sportlicher Leiter der Fußballer von Union.

Das einzige Manko sei, dass sich die Partien der in Frage kommenden Mannschaften an der Stadionallee auf gleich drei Plätze verteilen – den Kunstrasen, den davor gelegenen ehemaligen Tennenplatz und den Naturrasen des Herbert-Gückel-Platzes. Sollte Union das Angebot dennoch annehmen, sei es durchaus möglich, dass gleich zwei Kameras für den Lüdinghauser Westfalenring geordert würden, so Schürmann – für den Kunstrasen „auf jeden Fall“ und eventuell eine weitere am Gückel-Waldplatz.

Zum Thema

Am Donnerstagabend traf sich der Vorstand der Union-Fußballabteilung, um über das Thema zu beraten. Die Sitzung war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet.

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