Badminton: Individual-WM
„Ein ewiger Balanceakt“ – Kai Schäfer zwischen Turnierstress und Entspannung

Lüdinghausen -

Für Kai Schäfer, Nummer eins des Bundesligisten Union Lüdinghausen, zählt die Weltmeisterschaft in Basel zu den Höhepunkten des Jahres 2019. So weit wie möglich kommen will der 26-Jährige aber noch aus einem anderen Grund.

Freitag, 16.08.2019, 23:13 Uhr aktualisiert: 16.08.2019, 23:50 Uhr
Außenseiter, aber nicht völlig chancenlos: Kai Schäfer.
Außenseiter, aber nicht völlig chancenlos: Kai Schäfer. Foto: flo

Für Kai Schäfer ( Union Lüdinghausen ), Deutschlands besten Einzelspieler, ist es die zweite Teilnahme an einer Badminton-WM nach China 2018.

Hilft es, wenn man weiß, wie so eine WM abläuft?

Schäfer: Na ja, schon. Wobei wir ja regelmäßig an internationalen Turnieren teilnehmen. Da bekommt man jetzt keine großen Augen, nur weil es eine Weltmeisterschaft ist.

Man trifft aber nicht regelmäßig in Runde eins auf einen Chinesen, der in der Weltrangliste 60 Positionen vor einem liegt.

Schäfer: Stimmt. Mir wäre der mutmaßlich schlagbare Afrikaner im Feld als Auftaktgegner sicher lieber gewesen. So bin ich halt klarer Außenseiter.

Kennen Sie Guang Zu Lu?

Schäfer: Gespielt habe ich noch nie gegen ihn. Ich habe mir aber ein paar DVDs von ihm angeschaut. Guter Mann, was jetzt keine so große Überraschung ist, wenn man für eine Badminton-Weltmacht wie China an den Start geht. Trotzdem hätte es noch schlimmer kommen können. Eine kleine Chance, ihn zu schlagen, gibt es.

Zuletzt haben Sie sich rar gemacht. Ist das die Kunst, um die elend lange Olympia-Quali durchzustehen?

Schäfer: Definitiv. In den ersten elf Wochen waren es bei mir acht Turniere, die haben ganz schön geschlaucht. Es ist immer ein Balanceakt. Eigentlich würde man gern jedes Event mitnehmen, weil man ja die Punkte so nötig hat. Andererseits braucht der Körper Pausen. Nach der Nordamerika-Tour hatte ich eine Woche Urlaub – wahrscheinlich die einzige in diesem Jahr (lacht gequält). Nach der WM geht’s sofort weiter mit drei kleineren Turnieren.

Zu Quali-Beginn haben Sie rasch über 20 Plätze im Ranking gutgemacht, seither bewegen Sie sich um Rang 80 rum. Ist es ungleich schwerer, auf Platz 70 zu klettern, der Ihnen womöglich das Tokio-Ticket bescheren würde?

Schäfer: Das ist leider so, ab Platz 75 wird die Luft dünn. Der punktemäßige Abstand, den ich nach hinten zu Rang 130, 140 habe, ist kaum größer als der zur aktuellen Nummer 70. flo

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