Para-Badminton: WM
Echte Leidensgenossin – Valeska Knoblauch kennt Lospech und Quali-Stress

Lüdinghausen -

Von einer WM-Medaille waren die Badminton-Bundesliga-Asse des SC Union Lüdinghausen – anders als Valeska Knoblauch – in Basel weit entfernt. In manchen Dingen ergeht es der 28-Jährigen aber kaum besser als Yvonne Li, Kai Schäfer und Co.

Dienstag, 27.08.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 28.08.2019, 19:46 Uhr
Bei der WM in Basel war für Valeska Knoblauch im Einzel erst im Viertelfinale Schluss. An der Seite von Young-Chin Mi gewann sie Bronze im Mixed. Für die Neu-Lüdinghauserin war es die erste Medaille bei Weltmeisterschaften.
Bei der WM in Basel war für Valeska Knoblauch im Einzel erst im Viertelfinale Schluss. An der Seite von Young-Chin Mi gewann sie Bronze im Mixed. Für die Neu-Lüdinghauserin war es die erste Medaille bei Weltmeisterschaften. Foto: Mark Phelan/Badminton Europe

Zu den ersten Gratulanten zählten – natürlich – Yvonne Li und Kai Schäfer. Schließlich sind sie ja jetzt Vereinskollegen von Valeska Knoblauch beim SC Union Lüdinghausen . Wie überhaupt das Miteinander von Sportlern mit und ohne Handicap bei der WM in Basel außergewöhnlich gut funktioniert habe, wie die 28-jährige, die in der Schweiz an der Seite von Young-Chin Mi Mixed-Bronze im Para-Badminton gewann, erklärt: „Dadurch, dass beide Wettbewerbe parallel stattfanden, haben wir uns gegenseitig in der Halle besucht. So hatte ich auch die Möglichkeit, ein bisschen mit Kai und Yvonne zu quatschen.“

Tokio noch weit weg

Sie alle eint schließlich das große Ziel: Tokio 2020. Obwohl die junge Frau, die in Köln lebt, in Basel ungleich erfolgreicher war als die übrigen Unionisten, sei es auch für sie noch ein weiter Weg bis zu den Paralympics. Sie zählt sich zwar selbst „irgendwo zu den besten fünf Einzelspielerinnen“. Aber der Weg nach Japan führe praktisch nur über das Damen-Doppel (das Mixed ist nicht-paralympisch). Der Modus, lacht Knoblauch, sei fast komplizierter als bei jenen, die nicht im Rollstuhl sitzen: „Wer sich im Doppel für die Spiele qualifiziert, ist automatisch im Einzel dabei.“ Darüber hinaus schicke der internationale Verband bestenfalls noch die Weltranglistenerste nach Japan.

Zwar war die Studentin der Psychologie in ihrer Paradedisziplin in Basel top-gesetzt. Als Weltbeste sieht sie sich trotzdem nicht: „In Asien sind die Bedingungen für Spitzenspieler ganz andere. Vieles ist professioneller als in Europa, die Sportler sind finanziell besser ausgestattet.“ Li, Schäfer und Co. können ein Lied davon singen, vielleicht haben sie auch darüber gequatscht am Rande der WM. Insofern sei ihr Viertelfinal-Aus im Einzel gegen die ungesetzte Menglu Yin (18:21, 13:21) keine so große Überraschung gewesen: „Die Chinesen nehmen, anders als wir, selten an Turnieren teil, deshalb bilden die Ranglisten oft nicht die wahren Kräfteverhältnisse ab.“ Geärgert habe sie sich trotzdem über die Niederlage, weil „ich gerade im zweiten Satz einfach schlecht gespielt habe“.

Vierte WM, erste Medaille

So blieb es für die amtierende Europameisterin bei ihrer vierten WM-Teilnahme bei ein Mal Edelmetall. Im Damen-Doppel scheiterten Elke Rongen und sie in der Gruppenphase. „Wir hatten allerdings auch extremes Lospech“, erklärt die Neu-Lüdinghau­serin. Scheint irgendwie in der Union-Familie zu liegen, den vier hiesigen Bundesliga-Spielern – neben Li und Schäfer Linda Efler sowie Jelle Maas – erging es in der Schweiz ganz ähnlich.

Und auch in Sachen Turnierstress hat sie bei ihrem künftigen Verein echte Leidensgenossen gefunden. 14 Wettbewerbe, verteilt über den ganzen Planeten, stehen im Rahmen der Tokio-Quali an, in zwei Wochen geht es nach Thailand und China. Un­ter­stützt wird sie dabei vom Deutschen Behindertensportverband und der Sporthilfe, „ein bisschen was muss ich aber mitunter auch aus eigener Tasche beisteuern“. Gar nicht so einfach als Studentin. Apropos: Die Uni lässt sie bis Sommer 2020 Uni sein, damit der größte Traum, den ein jeder Sportler haben kann, Wirklichkeit wird.

16 Stunden pro Woche schuftet Knoblauch dafür in der Halle. Meistens in Köln, angeleitet von den Bundestrainern. Im Anton hat sie ebenfalls schon trainiert, unter Ex-Union-Chefcoach Rachmat Hidajat. So sei auch der Kontakt zu den Lüdinghau­sern und deren Abteilungschef Michael Schnaase entstanden. Obwohl gerade die kommenden Monate bis ins Letzte durchgetaktet sind, will Knoblauch unbedingt mal ein Erstligaspiel in der Steverstadt besuchen. Denn: „Alle, die ich kenne und die mit Badminton zu tun haben, schwärmen ja von der tollen Atmos­phäre dort.“

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