Radsport: Münsterland-Giro
Frühe Attacke belohnt – Christoph Wisse Dritter beim Heimspiel

Lüdinghausen -

Der Lüdinghauser Christoph Wisse hat bei den 100-Kilometer-Jedermännern das Podest erklommen. Der 34-Jährige hielt sich nicht länger als nötig im Peloton auf.

Freitag, 04.10.2019, 21:29 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 21:36 Uhr
Blumen und Champagner gab’s für 100-Kilometer-Sieger Raphael Otto (M.). Aber auch der Lüdinghauser Christoph Wisse (r.) hatte allen Grund zur Freude.
Blumen und Champagner gab’s für 100-Kilometer-Sieger Raphael Otto (M.). Aber auch der Lüdinghauser Christoph Wisse (r.) hatte allen Grund zur Freude. Foto: Markus Stera

Die Stimme klingt noch belegt am Tag danach. Und ja, „wir haben ein bisschen was getrunken“, räumt Christoph Wisse ein. Schließlich hat das Rose-Team, für das der Lüdinghauser startet, seinen Sitz in der Domstadt. Nach dem Heimrennen – traditionell der Schlusspunkt einer langen, harten Saison – lassen die Pedaleure stets Fünfe gerade sein. „Aber“, versichert der 34-Jährige glaubhaft, „so anstrengend wie das Rennen war die anschließende Party nicht“. Dabei gab es ja ordentlich was zu feiern: den bärenstarken dritten Platz, den Wisse über die 100 Kilometer unter 1300 Finishern belegte.

Zwar stand der Steverstädter, der einst für Union Lüdinghausen und Davaria Davensberg Fußball spielte, bei einem anderen Rennen der German-Cycling-Cup-Serie – 2018 in Dresden – schon mal ganz oben auf dem Podest. Aber: „Das war auf der kürzeren 60-Kilometer-Runde, und die Konkurrenz war nicht annähernd so groß. Insofern ist der dritte Platz von Münster noch höher zu bewerten.“

Man muss sich nur mal anschauen, wen der Lüdinghauser so alles distanziert hat am Feiertag. Rang sechs zum Beispiel ging an Dirk Müller, Deutscher Straßenmeister von 2006, später Etappensieger bei der Tour of China. Den Schlossplatz in Münster erreichte der ehemalige Profi knapp sechs Minuten nach Freizeitsportler Wisse.

Angriff bei Kilometer 18

„Wegen des Gegenwindes auf dem zweiten Streckenteil mussten wir uns frühzeitig absetzen. Später wären wir nicht mehr weggekommen“, erklärt der Ex-Kicker. Der Plan ging auf. Bereits bei Kilometer 18, 19 attackierten Wisse und Kumpel Christian Müller, ebenfalls vom Rose-Team, gemeinsam mit zwei weiteren Fahrern. Müller, früher in Seppenrade daheim, und er hätten es anschließend mit weiteren Vorstößen probiert – ohne Erfolg. So siegte nach ziemlich genau zweieinhalb Stunden und mit einem sagenhaften 43er-Schnitt der Kölner Raphael Otto vor Lokalmatador Stefan Brechler, Wisse und dessen Mitstreiter. „Christian verdanke ich so viel, er versorgt mich seit Jahren mit Trainingsplänen. Dass er mir im Ziel auch noch den Vortritt gelassen hat, rechne ich ihm hoch an“, so der überglückliche Gesamtdritte.

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