Triathlon: Ironman-WM
Gummibeine, Oma-Zeit – na und?! Dirk Casimir und Peter Weiß auf Hawaii

Lüdinghausen -

Vergnügungssteuerpflichtig waren die gut vier Kilometer im Pazifik, die 180 auf dem Rad und die 42 in Laufschuhen für Dirk Casimir und Peter Weiß, beide vom SC Union Lüdinghausen, nicht. Missen möchten sie die Hawaii-Strapazen trotzdem nicht.

Mittwoch, 16.10.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 17.10.2019, 18:36 Uhr
37 Kilometer ohne Innensohlen: für Unionist Dirk Casimir kein Vergnügen.
37 Kilometer ohne Innensohlen: für Unionist Dirk Casimir kein Vergnügen. Foto: red

Das Feedback im Netz war enorm. Mehr als 100 gereckte Däumchen, über 50 Glückwünsche und aufmunternde Kommentare. Aber Hawaii 2019, das sei ja auch ein echter Wahnsinn gewesen, berichtet Dirk Casimir von seiner persönlichen Ironman-WM-Premiere am anderen Ende der Welt – im Guten wie im Schlechten. Am Ende, so der Triathlet des SC Union Lüdinghausen , überwiege definitiv das Positive. Nach 9:58:16 Stunden erreichte der Steverstädter das Ziel – Platz 17 in seiner Altersklasse (M 50). Peter Weiß finishte bei seiner vierten WM-Teilnahme eine knappe Stunde nach dem Freund und Vereinskollegen als 89. bei den bis 54-Jährigen (10:53:06).

Peter Weiß

Peter Weiß Foto: red

Nach über 30 Stunden Anreise gleich der erste Schockmoment: Casimirs rechte Wade schmerzte so sehr, dass er tags darauf einen Arzt aufsuchte. Die Befürchtung des Lüdinghausers, er habe sich eine Thrombose in der Kniekehle eingefangen, erwies sich gottlob als falsch. Durch das lange Sitzen im Flieger hatte sich nur der Muskel verhärtet.

Hoher Wellengang

Also rein in den Wettkampf seines Lebens. Morgens die große Überraschung: Wellen ohne Ende. Was das Schwimmen im Pazifik umso mehr erschwerte. Beim Radfahren sprang irgendwann die Kette ab – kurz anhalten, reparieren, weiter. Auf dem Rückweg vom Wendepunkt pustete der Wind ganz schön von vorn. An eine Top-Zeit in der zweiten Teildisziplin war somit nicht zu denken.

Konnte also nur besser werden beim abschließenden Marathon. Eigentlich. Schon in der Anfangsphase lösten sich die Innensohlen der Laufschuhe. Wieder ein außerplanmäßiger Stopp. Die anschließenden 37 Kilometer ohne Sohlen: kein Spaß, versichert der Debütant, der sich trotzdem über die Endzeit sowie die Platzierung – nur ein Deutscher war in dieser Klasse schneller – freute und von einer „Mega-Erfahrung“ sprach.

Sein Hauptziel – gesund ankommen – hat auch Peter Weiß erreicht. Allerdings hatte der zweite Unionist im Feld nach zuletzt fünf Siegen über die Mitteldistanz mit einer Zeit von deutlich unter zehn Stunden geliebäugelt. Der Start war verheißungsvoll: 1:07 Stunden im Wasser trotz schwerer See: Nie ist der Lüdinghauser auf Hawaii schneller gewesen.

Keine Leistung auf den Pedalen

Ausgerechnet in seiner Paradedisziplin war dann die Luft raus: „Meine Beine waren wie Gummi, es kam keine Leistung auf dem Pedal an. Vielleicht habe ich im Vorfeld zu wenig und zu lasch auf der Insel trainiert.“ Der Körper, lacht Weiß gequält, sei wohl schon im Urlaubsmodus gewesen. Die 5:30 Stunden für die 180 Radkilometer bezeichnet der Routinier als „Oma-Zeit“. Triathleten-Humor.

Er sei dann durch die zweite Wechselzone und zu Beginn des Marathons „komplett gewandert – bis ich meine Familie getroffen habe“. Frau und Tochter hätten ihm dann „ein wenig Feuer gemacht“, und er sei endlich losgelaufen. Die Zeit sei ihm da fast schon egal gewesen. 10 000 Meter vor der Ziellinie, wo üblicherweise der Mann mit dem Hammer wartet, habe er plötzlich registriert, dass er die 42 Kilometer noch unter vier Stunden schaffen kann. Gedacht, gelaufen, leider 14 Sekunden zu langsam (4:00:13). Aber egal: „Vier Mal Hawaii, vier Mal gefinisht, immerhin noch im ersten Drittel meiner Altersklasse. Andere hätten aufgehört, ich hab’s durchgezogen.“

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