Fußball: Geburtstag
Leuthold Lezius: Eine Union-Legende wird 80

Lüdinghausen -

45 Jahre schlug sein Fußballerherz für Union Lüdinghausen, heute wird er 80. Leuthold Lezius, kurz „Leut“, war schon als Keeper der Schwarz-Roten eine Institution, dann hängte er noch fast 30 Jahre an der Pfeife dran.

Mittwoch, 06.11.2019, 16:50 Uhr
Der damalige Union-Chef Heinz Weiland (l.) verabschiedete 1979 den langjährigen Keeper. Bis ins hohe Alter war Leuthold Lezius als Referee im Einsatz (kl. Bild/r.).
Der damalige Union-Chef Heinz Weiland (l.) verabschiedete 1979 den langjährigen Keeper. Bis ins hohe Alter war Leuthold Lezius als Referee im Einsatz (kl. Bild/r.). Foto: WN-Archiv

Ein Borker Junge, dessen Fußballherz 45 Jahre für Union Lüdinghausen geschlagen hat, feiert am heutigen Donnerstag seinen 80. Geburtstag. Leuthold Lezius hat in acht Jahrzehnten viele Kicker-Generationen kennengelernt.

Seinen Platz beim Fußball fand er schon früh auf dem Schulhof: „Wir haben zwei Tornister hingestellt und ich stand dazwischen.“ Der gebürtige Schlesier bejubelte 1955 als Torhüter mit den A-Junioren von BV Selm die Westfalenmeisterschaft. Ende der 1950er-, Anfang der 1960er-Jahre stand „Leut“, wie ihn jeder im ehemaligen Fußballkreis Lüdinghausen ruft, im Tor des SV Ibbenbüren in der Oberliga. „Ich hätte zu St. Pauli oder Wuppertal in den bezahlten Fußball wechseln können“, blickt Lezius zurück. Doch wegen „seiner Margret“ blieb er bodenständig, in der Heimat und wurde von Theo Krey angesprochen, ob er nicht Unionist werden wolle. „Es gab mehrere Selmer in der Mannschaft, die ihm wohl meinen Namen gesagt hatten“, glaubt der langjährige Westfalenauswahlspieler.

Lezius wurde 08er und war 16 Jahre eine Bank im Tor. Größter Erfolg: der erste Union-Aufstieg in die Landesliga 1966. „Das war eine gute Truppe, wir haben Spaß gehabt“, erinnert sich der Jubilar. Zehn Jahre später stand er bei der A-Liga-Meisterschaft immer noch im Lüdinghauser Kasten. Seine Torhüterhandschuhe reichte er am 30. Mai 1979 an Bernhard Melchers weiter.

Das war eine gute Truppe, wir haben Spaß gehabt.

Leuthold Lezius über den Landesliga-Aufstieg 1966

Mit 40 Jahren war aber nicht Schluss. Lezius wurde Schiedsrichter. „Ich habe über 4000 Spiele gepfiffen, wobei ein Turnier für mich ein Spiel ist“, summiert das Geburtstagskind seine Einsätze auf. Dann hebt er eine Hand, um zu zeigen, wie viele rote Karten er gezückt hat. Nur im Notfall, wenn wirklich ein Spieler übers Ziel hinausgeschossen war, schickte Lezius ihn vorzeitig unter die Dusche. 29 Jahre stand der Borker für Union auf der Schiedsrichterliste, dann wechselte er zu BW Alstedde. Bis vor einem Jahr war er noch regelmäßig im Einsatz, seither tritt er gesundheitlich kürzer.

Dass er so lange aktiv war, führt Lezius auch darauf zurück, „dass ich keinen Alkohol trinke“. Ein Fehltritt damit ist ihm noch im Gedächtnis: „Vor dem ersten Spiel mit Ibbenbüren in Borken haben wir Geburtstag gefeiert. Mir war schlecht, wir haben 4:0 verloren.“ Das war eine Lehre für ihn, der nach Spielen in der zweiten und dritten Mannschaft gegen Hansa Scholven wieder in der Ersten auftauchte und den Gegner, der zwei Jahre nicht verloren hatte, verzweifeln ließ. Ibbenbüren gewann 1:0.

Und noch einmal Gesundheit: Bei einem Spiel wurde der Unparteiische von einem Ball am Kopf getroffen und ging zu Boden. Kopf, Knie und Hand waren lädiert. Aber Lezius hielt pflichtbewusst bis zur 90. Minute durch. Im Krankenhaus wurde anschließend ein Trümmerbruch des Daumens eingegipst.

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