Handball: Talent
Jasper Mevenkamp mag es familiär

Lüdinghausen -

Rechtsaußen Jasper Mevenkamp ist im Sommer vom VfL Bad Schwartau ans HLZ Ahlen gewechselt. In der Wersestadt fühlt sich der 16-Jährige pudelwohl. Was das mit Lüdinghausen zu tun hat? Eine ganze Menge.

Dienstag, 19.11.2019, 21:28 Uhr aktualisiert: 20.11.2019, 14:18 Uhr
Persönliches Highlight: der Lüdinghauser Jasper Mevenkamp (l.) beim Ländervergleich vor großer Kulisse in Hannover.
Persönliches Highlight: der Lüdinghauser Jasper Mevenkamp (l.) beim Ländervergleich vor großer Kulisse in Hannover. Foto: Sascha Klahn/DHB

Klubs mag Jasper Mevenkamp keine nennen. Nur so viel: Es habe schon ein paar Anfragen gegeben, als der junge Mann im Frühjahr den Plan fasste, sein liebstes Hobby, den Handballsport, noch professioneller zu betreiben. Dass sich der 16-Jährige – seinerzeit für den Nachwuchs des Zweitbundesligisten VfL Bad Schwartau am Ball – am Ende dazu entschloss, den durchaus namhaften Mitbewerbern einen Korb zu geben und beim Leistungszentrum (HLZ) Ahlen anzuheuern, hat mit seiner Heimatverbundenheit zu tun. Denn: Mevenkamp ist gebürtiger Lüdinghauser. Bis zum Umzug nach Norddeutschland war er in der Leichtathletikabteilung des SC Union aktiv.

Der Vater lebt in der Steverstadt, die Oma sieht er wieder öfter: Auch das habe bei der Entscheidung pro Ahlen eine Rolle gespielt, erklärt der talentierte Linkshänder. Wobei sich der Standort ebenfalls nicht verstecken müsse, wie sein Trainer Frederik Neuhaus findet. Das HLZ könne es in Sachen Ausbildung – zumindest im U 17-Bereich – längst mit den Hochburgen in Ostwestfalen (Lemgo, Minden) aufnehmen.

Im Vorprogramm der „Bad Boys“

Mevenkamp selbst schätzt am neuen Verein, „dass das Training einerseits leistungsbezogen ist, es dabei andererseits aber familiär zugeht“. Zwei Übungseinheiten am Vormittag und vier nach der Schule absolviert der Youngster, dazu kommen die Spiele in der B-Jugend-Oberliga und Lehrgänge. Auf Anhieb hat der Rechtsaußen den Sprung in die Westfalenauswahl geschafft. Persönliches Highlight: die Partie kürzlich gegen Niedersachsen im Vorprogramm des Männer-Länderspiels zwischen Deutschland und Kroatien – vor mehreren Tausend Zuschauern in der Tui-Arena. „Die Atmosphäre war der Wahnsinn“, berichtet der Lüdinghauser – obschon sein Team den Vergleich knapp verlor.

Ob er Blut geleckt habe und sich in ein paar Jahren selbst im DHB-Dress sehe? Mevenkamp betrachtet die Sache realistisch: „Klar möchte ich später so hoch wie möglich spielen. Aber im Sport kann so viel passieren. Ein, zwei schwere Verletzungen – und das war‘s mit der Karriere.“ Neben Talent, Können und Fleiß gebe es eben auch Dinge, die man nicht beeinflussen könne. Deshalb sei es wichtig, nicht nur auf dem Parkett Leistung zu bringen, sondern auch am Schreibtisch (der Papa wird es gern hören).

Ziel: A-Jugend-Bundesliga

Der Teenager besucht die zehnte Klasse der Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen, untergebracht ist er in einer WG. Nahziel ist die Quali mit Ahlen für die A-Jugend-Bundesliga im nächsten Jahr. Dass sich Mevenkamp auch dort durchsetzt, hält Coach Neuhaus für machbar: „Jasper hat sicher noch Potenzial im Athletikbereich.“ Auch treffe er unter Druck bisweilen die falschen Entscheidungen. Aber: „Was sein Wurfrepertoire betrifft, zählt der Junge für mich auf der Position zu den Besten der Liga. Und er verteidigt ziemlich kompromisslos.“

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