Leichtathletik: Lauf-Shirts gegen rechts
Beherztes Auftreten

Lüdinghausen -

„Laufen gegen Rechts“ – dieser Schriftzug steht nun auf T-Shirts, mit denen Ausdauersportler Flagge gegen ausländerfeindliches Gedankengut zeigen können. Die Idee dazu hatten Teilnehmerinnen des Lauftreffs Lüdinghausen.

Donnerstag, 12.12.2019, 09:30 Uhr aktualisiert: 13.12.2019, 19:14 Uhr
Haben die Aktionen ins Leben gerufen (v.l.): Barbara Kuhl, Petra Göldner und Anke Köster.
Haben die Aktionen ins Leben gerufen (v.l.): Barbara Kuhl, Petra Göldner und Anke Köster. Foto: Bastian Becker

Ein schwarz-rot-goldenes Herz vorne, viele bunte Läufer hinten: Das neue Lauf-Shirt zum Thema „Laufen gegen rechts“ soll Herz zeigen und Vielfalt demonstrieren. „Wir sind absolut gegen rechts und wollen zeigen, dass wir den Trend zur Protestwahl einer rechten Partei nicht tolerieren“, erklärt Petra Göldner vom Lauftreff Lüdighausen, die die Aktion gemeinsam mit drei weiteren Läuferinnen und ihrer Schwester organisiert hat. Auslöser sei die Landtagswahl in Thüringen Ende Oktober gewesen, bei der die AfD mit Spitzenkandidat Björn Höcke ein Ergebnis von 23,4 Prozent erzielte. Unterstützt wird die Initiative vom Textildruckgeschäft Rollhouse.

Danach fanden sich die Mitstreiterinnen zusammen und waren sich einig, dass man ein sichtbares Zeichen setzen müsse. Das Ziel des Quintetts ist es deshalb, viele T-Shirts in Umlauf zu bringen und bei bestimmten Läufen ein Statement zu setzen. So ist beispielsweise das Laufen in einer gemeinsamen Gruppe beim Stadtfestlauf angedacht. Erstmals offiziell präsentiert werden die Shirts beim Lüdinghauser Silvesterlauf am Stadion (31. Dezember, 11 Uhr).

Das ist so salonfähig geworden, es kommt näher.

Läuferin Barbara Kuhl über rechtes Gedankengut

„Mehr noch als der Lärm von manchen besorgt mich das Schweigen von vielen anderen“, zitiert Anke Köster Bundespräsident Frank Walter Steinmeier. „Das Problem ist, dass man viele Dinge stillschweigend toleriert“, ergänzt Göldner und erinnert an die Vorboten einer dunklen Zeit: „Das hatten wir schon vor 85 Jahren.“ „Es gibt heutzutage viel Frust in der Gesellschaft“, beobachtet Köster. Um auf ihre Sache aufmerksam zu machen, haben die Läuferinnen eine Facebook-Gruppe gegründet („Laufen Gegenrechts“), in der künftig Termine zu entsprechenden Events gepostet werden sollen.

„Der Trend ist kein politisches, sondern ein gesellschaftliches Thema, deshalb passt Sport gut dazu“, ist sich Göldner sicher. Ein Leugnen des Klimawandels oder eine restriktive Flüchtlingspolitik seien keine Lösung. Negativbeispiele im nahen Ausland wie etwa in Polen und Ungarn zeigten, dass zudem Meinungs- und Pressefreiheit oder unabhängige Justiz in Gefahr geraten könnten.

Mitstreiterin Barbara Kuhl berichtet wie Göldner und Köster, dass rechtes Gedankengut bereits den Bekannten- und Familienkreis erreicht habe. „Das ist so salonfähig geworden, es kommt näher. Das ist etwas, was mich bedrückt“, so Kuhl. Daher wolle man mit diesem friedlichen Protest aufrütteln. Die Shirts kosten 19,50 Euro. Interessierte können sie bei Rollhouse ( ✆ 0 25 91/ 9 82 55 97) bestellen. Im Rahmen des Silvesterlaufs nimmt Göldner vor Ort gegen Vorkasse ebenfalls Bestellungen entgegen.

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