Fußball: Bezirksliga 11
„Irritationen nachvollziehbar“ – Tobias Tumbrink über den Wechsel nach Roxel

Lüdinghausen -

Chefcoach Tobias Tumbrink hört im Sommer bei Union Lüdinghausen auf und übernimmt den Trainerposten beim klassenhöheren BSV Roxel. Am Westfalenring kommt dieser Entschluss nicht so gut an – wofür der Scheidende sogar Verständnis hat.

Montag, 13.01.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2020, 12:42 Uhr
Tobias Tumbrink (l.) verlässt am Saisonende Union Lüdinghausen. Wer Dmitrij Martel und Co. dann anleitet, ist noch völlig offen.
Tobias Tumbrink (l.) verlässt am Saisonende Union Lüdinghausen. Wer Dmitrij Martel und Co. dann anleitet, ist noch völlig offen. Foto: flo

Es gärt in Daniel Schürmann . Der Mann, der wie kein Zweiter für seinen Verein Union Lüdinghausen brennt, wird es als persönlichen Affront empfinden, dass Chefcoach Tobias Tumbrink den Fußball-Bezirksligisten im Sommer verlässt, um fortan Landesligist Roxel zu trainieren. Auch wenn Schürmann das so nicht sagt. Eigentlich mag sich der sportliche Leiter und Abteilungs-Vize zu dem Thema erstmal gar nicht äußern. Er könne lediglich bestätigen, worüber das Portal heimspiel-online.de zuerst berichtet hatte: Dass der 30-Jährige, begleitet vom früheren BSV-Spieler Manuel Andrick, die Verantwortung im Westen Münsters übernimmt.

Tumbrink kann verstehen, „dass die Entscheidung bei den Unionisten gewisse Irritationen ausgelöst hat“. Er selbst sei ja lange davon ausgegangen, dass er bei den Schwarz-Roten bleibe – oder sich aus privaten wie beruflichen Gründen im Sommer eine Auszeit nehmen werde. Es sehe dann „halt blöd aus, wenn man zu einem Verein wechselt, wo der Aufwand noch größer erscheint“. Tatsächlich sei der künftige Job nur deshalb zu stemmen, weil ihm Andrick viel Arbeit abnehme. Und: Bei Union wussten sie von Beginn an, dass Tumbrink irgendwann höher hinaus will. Ein Landesligist, der mittelfristig die Rückkehr in die Westfalenliga anpeilt: Da habe er nicht widerstehen können.

Kniffliger Zeitpunkt, Vester kein Kandidat

Es dürfte indes auch der Zeitpunkt der Entscheidung sein, der Schürmann nicht schmeckt. Viele Trainerbänke sind längst besetzt. Eigentlich wäre gerade ein guter Zeitpunkt, mit dem kickenden Personal in Vertragsgespräche einzusteigen – was kaum funktionieren kann, wenn die Spieler nicht wissen, wer sie ab dem 1. Juli anleitet. Die naheliegende Lösung, Co-Trainer Benedikt Vester – beliebt im Team, enormer Sachverstand – zu befördern, entfällt. „Ehe ich einen so verantwortlichen Posten übernehme, möchte ich erst den Trainerschein machen“, erklärt der Tumbrink-Assistent. Auch sei seine freie Zeit aktuell knapp bemessen.

Der im Sommer Scheidende betont derweil, „wie dankbar ich Daniel und den übrigen Verantwortlichen dafür bin, dass sie vor gut einem Jahr das Wagnis eingegangen sind, mich, einen Mann ohne größere Erfahrung im Trainergeschäft, zu verpflichten“. Und das bei einem Verein, der „personell und infrastrukturell bestens aufgestellt ist“. Deshalb werde er alles in seiner Macht Stehende dafür tun, sich im Frühjahr mit dem Klassenerhalt aus der Steverstadt zu verabschieden.

Kommentar: Trainer auf Abruf

Das Bild von der „Lame Duck“ führt ein wenig in die Irre. Wie eine lahme Ente wirkt Tobias Tumbrink, dieser sehr leidenschaftliche Trainer, nun wirklich nicht. Wie US-Politiker, deren Nachfolge bereits geregelt ist, bleibt Tumbrink aber in der Rückrunde ein Mann auf Abruf. Jede Union-Niederlage wird noch kritischer beäugt, jede Gefühlsregung kommt unters Brennglas. Zerreißt sich da wirklich noch einer für seinen Klub? Stünde Lüdinghausen irgendwo im tabellarischen Niemandsland, ließe sich die Sache problemlos zu einem vernünftigen Ende bringen. Weil die Schwarz-Roten aber gefährlich nah entlang des Abgrunds balancieren, bleibt diese Konstellation ein Risiko – für den Coach, der sich äußerst ungern mit einem Abstieg verabschieden würde, wie für die Union-Entscheider, die im Zweifel die Reißleine ziehen müssten. Ende offen. (Florian Levenig)

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